KFOR, Kosovo

Ausschreitungen im Kosovo: USA fordern Deeskalation

31.05.2023 - 02:52:21 | dpa.de

80 Verletzte in wenigen Stunden - nach den schweren Unruhen ĂŒbt sich die euro-atlantische Gemeinschaft in Schadensbegrenzung. Eine Lösung zeichnet sich im Kosovo aber vorerst nicht ab.

Soldaten und Polizisten bewachen nach den ZusammenstĂ¶ĂŸen zwischen ethnischen Serben und Truppen der Nato-gefĂŒhrten KFOR-Friedenstruppe ein GebĂ€ude in Zvecan. - Foto: Dejan Simicevic/AP

Nach den jĂŒngsten Ausschreitungen im Kosovo hat die US-Regierung alle Seiten zur Deeskalation aufgerufen. «Die Vereinigten Staaten verurteilen die gestrige inakzeptable Gewalt gegen die Nato-gefĂŒhrten KFOR-Truppen, die OrdnungskrĂ€fte und Journalisten», teilte gestern US-Außenminister Antony Blinken mit. Das Vorgehen der Regierung des Kosovo habe die Spannungen «unnötig verschĂ€rft», wĂ€hrend die serbische FĂŒhrung ihre Landsleute im benachbarten Kosovo zum Gewaltverzicht bewegen solle.

Das heute fast ausschließlich von Albanern bewohnte Kosovo hatte sich 2008 fĂŒr unabhĂ€ngig erklĂ€rt. Serbien erkennt diesen Schritt bis heute nicht an und verlangt die RĂŒckgabe seiner ehemaligen Provinz.

Proteste seit Tagen

Am Montag war es im serbisch bevölkerten Norden des Kosovos zu schweren Ausschreitungen gekommen. Militante Serben griffen in der Ortschaft Zvecan KFOR-Truppen an. Diese setzten TrĂ€nengas und Blendgranaten ein. 30 italienische und ungarische Soldaten sowie mehr als 50 Serben erlitten Verletzungen. Die Serben im Nord-Kosovo protestieren seit Tagen gegen die Einsetzung aus der albanischen Volksgruppe stammender BĂŒrgermeister in drei Gemeinden. Sie waren im Vormonat gewĂ€hlt worden, wobei fast alle Serben die Gemeindewahlen boykottierten und die Wahlbeteiligung deshalb unter vier Prozent lag.

US-Außenminister Blinken rief den kosovarischen MinisterprĂ€sidenten Albin Kurti dazu auf, dafĂŒr sorgen, dass die BĂŒrgermeister ihre Aufgaben von anderen Orten außerhalb der GemeindegebĂ€ude aus wahrnehmen. Der serbische PrĂ€sident Aleksandar Vucic wiederum solle die Kosovo-Serben auffordern, die KFOR nicht weiter herauszufordern und von weiterer Gewalt Abstand zu nehmen.

KFOR soll Sicherheit gewÀhrleisten

Die KFOR war 1999 nach einer Nato-Intervention gegen Serbien mit rund 50.000 Mann ins Kosovo eingerĂŒckt. Aufgrund eines Mandats des UN-Sicherheitsrats ist sie fĂŒr die GewĂ€hrleistung der Sicherheit in dem Land zustĂ€ndig. Heute gehören ihr noch etwa 3800 Soldaten an, die meisten von ihnen kommen aus Italien, den USA, Ungarn und der TĂŒrkei. Deutschland nimmt noch mit etwa 70 Soldaten am KFOR-Einsatz teil.

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