Maduro wieder vor US-Gericht: Streit um Anwaltskosten
26.03.2026 - 19:30:54 | dpa.deVor einem möglichen Prozess gegen Nicolås Maduro hat ein US-Richter die Forderung des abgesetzten venezolanischen PrÀsidenten nach einer Einstellung des Falls abgewiesen. Maduros Verteidiger wollen erreichen, dass die Anwaltskosten mit venezolanischen Staatsgeldern bezahlt werden, die Staatsanwaltschaft stemmte sich dagegen, wie dpa-Reporterinnen aus dem New Yorker Gericht berichteten. Der Richter traf dazu noch keine Entscheidung. Er schloss aber aus, das Verfahren wegen des Streits um die Anwaltskosten fallenzulassen.
Maduro hatte sein Land an der Spitze einer sozialistischen Regierung ĂŒber Jahre autoritĂ€r gefĂŒhrt. Anfang des Jahres waren er und seine Ehefrau in der venezolanischen Hauptstadt Caracas von US-SpezialkrĂ€ften gefangen genommen worden. Kurz darauf waren sie zu einer ersten Anhörung vor Gericht erschienen - bei der sie sich zu den von den USA erhobenen VorwĂŒrfen fĂŒr «nicht schuldig» erklĂ€rt und im Gegenzug den Vereinigten Staaten vorgeworfen hatten, sie entfĂŒhrt zu haben. Maduro und seine Ehefrau sind seit der Festnahme in einem GefĂ€ngnis im New Yorker Stadtteil Brooklyn untergebracht.
Die USA haben Maduro unter anderem wegen des Vorwurfs des «Drogenterrorismus» angeklagt. Er soll demnach sein Amt dazu genutzt haben, um den Schmuggel von Tausenden Tonnen Kokain in die USA zu ermöglichen. DafĂŒr soll Maduro sich mit DrogenhĂ€ndlern verbĂŒndet und selbst persönliche Vorteile daraus gezogen haben.Â
Die Parteien stritten bei der zweiten Gerichtsanhörung lĂ€nger um die Verteidigungskosten des abgesetzten PrĂ€sidenten. Die Staatsanwaltschaft argumentiert unter anderem, dass eine Bezahlung aus venezolanischen Staatsgeldern gegen die Sanktionen gegen das sĂŒdamerikanische Land verstoĂen wĂŒrde. Die Verteidigung bringt vor, dass so kein fairer Prozess fĂŒr Maduro gewĂ€hrleistet werden könne und die Anklage fallengelassen werden mĂŒsse.
Richter: Es gibt keinen PrÀzedenzfall
Richter Alvin Hellerstein kĂŒndigte an, zu einem spĂ€teren Zeitpunkt eine Entscheidung zu der Frage treffen zu wollen. Auch ein möglicher Termin fĂŒr eine weitere Gerichtsanhörung solle zu einem spĂ€teren Zeitpunkt mitgeteilt werden. Es gebe keinen PrĂ€zedenzfall, sagte Hellerstein. «Die Wahrheit ist, wir haben keinen Fall wie diesen.» Ein möglicher Prozess hat noch nicht begonnen. Die bisherigen zwei Gerichtstermine sind Teil eines Vorverfahrens.
Sowohl der 63-jĂ€hrige Maduro als auch seine ebenfalls angeklagte Ehefrau Cilia Flores (69) erschienen zu der Anhörung. Sie selbst Ă€uĂerten sich aber nicht, sondern lieĂen ihre AnwĂ€lte sprechen. Flores' Anwaltsteam bemĂ€ngelte, die medizinische Versorgung im GefĂ€ngnis sei unzureichend. Sie verwiesen auf Herzprobleme ihrer Mandantin.
Trump: Maduro wird faires Verfahren bekommen
US-PrĂ€sident Donald Trump sagte, dass er davon ausgehe, dass Maduro ein faires Verfahren bekomme. Er könne sich aber vorstellen, dass Prozesse folgen könnten, weil man ihn bislang «nur wegen eines Bruchteils» der Dinge verklagt habe, die er getan habe, ergĂ€nzte Trump.Â
Vor dem GerichtsgebĂ€ude kam es zu Demonstrationen von AnhĂ€ngern und Gegnern des abgesetzten PrĂ€sidenten. Ein Teilnehmer der Anti-Maduro-Kundgebung erklĂ€rte gegenĂŒber dem Fernsehsender NTN24: «Ich komme hierher zur UnterstĂŒtzung meines Volkes, glĂŒcklich, NicolĂĄs Maduro hinter Gittern zu sehen.» Er warf den Gegendemonstranten vor, keine Venezolaner zu sein und die Lage im Land nicht zu kennen: «Alle sind Amerikaner, keiner spricht Spanisch», sagte er.
UnterstĂŒtzer Maduros mobilisierten auch in Caracas. Im Zentrum der venezolanischen Hauptstadt wurden StraĂen wegen einer regierungsnahen Kundgebung gesperrt, bei der Teilnehmer die RĂŒckkehr Maduros und seiner Ehefrau forderten.
Umstrittener MilitÀreinsatz
Kritiker betrachten den US-MilitĂ€reinsatz in Venezuela als VerstoĂ gegen das Völkerrecht. Eine zentrale Frage ist auch, ob die USA die ImmunitĂ€t von Maduro als Staatschef verletzt haben - und er eigentlich nicht hĂ€tte auĂer Landes geschafft und angeklagt werden dĂŒrfen.
Nach Auffassung der US-Regierung war Maduro allerdings nicht mehr der rechtmĂ€Ăige PrĂ€sident des sĂŒdamerikanischen Landes. Nach EinschĂ€tzung der venezolanischen Opposition und internationaler Beobachter verlor er die PrĂ€sidentenwahl im Juli 2024. Das regierungstreue Wahlamt erklĂ€rte ihn trotzdem zum Sieger, und er lieĂ sich fĂŒr eine weitere Amtszeit vereidigen.
Echter politischer Umbruch in Venezuela bleibt aus
Nach Maduros Festnahme ĂŒbernahm die bisherige Vize-PrĂ€sidentin Delcy RodrĂguez die AmtsgeschĂ€fte. Zwar wurden eine Reihe von politischen HĂ€ftlingen entlassen, einen grundsĂ€tzlichen politischen Wandel leitete die autoritĂ€re FĂŒhrung des sĂŒdamerikanischen Landes aber nicht ein.Â
Die USA lockerten dennoch die Sanktionen gegen Venezuela und erlaubten wieder ĂlgeschĂ€fte mit dem staatlichen Energiekonzern PdVSA. US-PrĂ€sident Trump will die riesigen Ălvorkommen Venezuelas zugunsten der USA nutzen. Dazu gehört auch die Kontrolle ĂŒber den Rohöl-Verkauf.
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