Buy European: SPD will europĂ€ische Wirtschaft besser schĂŒtzen
09.03.2026 - 00:00:00 | dts-nachrichtenagentur.deVizekanzler und SPD-Chef Lars Klingbeil sagte der "Rheinischen Post" dazu: "Immer mehr Staaten verzerren mit hohen Subventionen und Zöllen den globalen Wettbewerb. Europa darf nicht vom Spielfeldrand aus zuschauen, wenn andere groĂe WirtschaftsrĂ€ume ihre Industrien schĂŒtzen und wirtschaftliche AbhĂ€ngigkeiten ausnutzen. Wir wollen Europa wirtschaftlich so stark machen, dass wir nicht erpressbar sind."
Und der Finanzminister kritisiert die EU: "Der Industrial Accelerator Act ist ein wichtiger Schritt fĂŒr mehr wirtschaftliche SouverĂ€nitĂ€t. Aber der aktuelle Vorschlag der EU-Kommission ist noch nicht ambitioniert genug. Gerade beim Thema Stahl werde ich mich dafĂŒr einsetzen, dass wir klare Regeln fĂŒr EU-PrĂ€ferenzen bekommen. Wir wollen, dass klimafreundlich produzierter europĂ€ischer Stahl in strategisch wichtigen Bereichen eingesetzt wird: zum Beispiel fĂŒr öffentliche Infrastruktur, in der Verteidigungs- und in der Autoindustrie."
Die Sozialdemokraten wollen dem Beschlusspapier zufolge die öffentliche Förderung und Beschaffung konsequenter daran ausrichten, heimische Wertschöpfungsketten zu sichern und ArbeitsplĂ€tze in Europa langfristig zu erhalten. Auch sollen die kritischen AbhĂ€ngigkeiten reduziert werden, indem man stĂ€rker auf nicht-fossile, heimische Energiequellen setzt, neue Energiekooperationen aufbaut und Lieferketten diversifiziert. "Wer Resilienz will, muss Vorsorge treffen, damit zentrale Vorprodukte nicht zum politischen Druckmittel werden", heiĂt es in dem Papier.
Die SPD-Spitze setzt sich darĂŒber hinaus fĂŒr eine möglichst bĂŒrokratiearme EinfĂŒhrung von "Buy European"-Regeln bei öffentlicher Förderung und Vergabe ein, etwa bei grĂŒnem Stahl oder der Automobilproduktion. "Wir fordern die EU-Kommission dazu auf, Local Content-Vorgaben fĂŒr GrĂŒnen Stahl in ihren Vorschlag fĂŒr einen Industrial Accelerator Act aufzunehmen. Wir haben Unternehmen in Europa, die bereits wesentliche Schritte auf dem Weg zu klimaneutralem Stahl gegangen sind - mit erheblicher staatlicher UnterstĂŒtzung. Diese Pioniere jetzt nicht mitzudenken, wĂ€re das falsche Signal."
SPD-Chefin und Arbeitsministerin BĂ€rbel Bas sagte der "Rheinischen Post": "Eine starke europĂ€ische Industriepolitik bedeutet: mehr Produktion und Wertschöpfung in Europa, eine öffentliche Beschaffung, die ArbeitsplĂ€tze in unserem Binnenmarkt gezielt stĂ€rkt, und klare Regeln gegen Dumping, die systematisch Preise und Standards unterlaufen." Kanzler Friedrich Merz (CDU) hatte sich zuletzt skeptisch gegenĂŒber einer strikteren Marktabschottung geĂ€uĂert.
