EU, USA

Buy European: SPD will europĂ€ische Wirtschaft besser schĂŒtzen

09.03.2026 - 00:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Angesichts der wirtschaftlichen Konkurrenz insbesondere mit den USA und China fordert die SPD, die heimischen MĂ€rkte stĂ€rker zu schĂŒtzen und abzuschotten.Das SPD-PrĂ€sidium will am Montagvormittag einen Beschluss fassen, der einen hĂ€rteren "Buy European"-Ansatz innerhalb der EU-Handelspolitik vorsieht.

Industrieanlagen (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Industrieanlagen (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Dabei geht es darum, bei öffentlichen AuftrĂ€gen gezielt Produkte und Dienstleistungen aus Europa zu bevorzugen. "Wenn andere nicht mehr nach den Regeln spielen, dĂŒrfen wir nicht naiv sein", heißt es in einer Beschlussvorlage des SPD-PrĂ€sidiums, ĂŒber die die "Rheinische Post" in ihrer Montagausgabe berichtet. Das Papier nennt in dem Zusammenhang explizit China und die USA. Bei China kritisiert die Partei massive staatliche Subventionen, im Falle der USA hohe Zölle.

Vizekanzler und SPD-Chef Lars Klingbeil sagte der "Rheinischen Post" dazu: "Immer mehr Staaten verzerren mit hohen Subventionen und Zöllen den globalen Wettbewerb. Europa darf nicht vom Spielfeldrand aus zuschauen, wenn andere große WirtschaftsrĂ€ume ihre Industrien schĂŒtzen und wirtschaftliche AbhĂ€ngigkeiten ausnutzen. Wir wollen Europa wirtschaftlich so stark machen, dass wir nicht erpressbar sind."

Und der Finanzminister kritisiert die EU: "Der Industrial Accelerator Act ist ein wichtiger Schritt fĂŒr mehr wirtschaftliche SouverĂ€nitĂ€t. Aber der aktuelle Vorschlag der EU-Kommission ist noch nicht ambitioniert genug. Gerade beim Thema Stahl werde ich mich dafĂŒr einsetzen, dass wir klare Regeln fĂŒr EU-PrĂ€ferenzen bekommen. Wir wollen, dass klimafreundlich produzierter europĂ€ischer Stahl in strategisch wichtigen Bereichen eingesetzt wird: zum Beispiel fĂŒr öffentliche Infrastruktur, in der Verteidigungs- und in der Autoindustrie."

Die Sozialdemokraten wollen dem Beschlusspapier zufolge die öffentliche Förderung und Beschaffung konsequenter daran ausrichten, heimische Wertschöpfungsketten zu sichern und ArbeitsplĂ€tze in Europa langfristig zu erhalten. Auch sollen die kritischen AbhĂ€ngigkeiten reduziert werden, indem man stĂ€rker auf nicht-fossile, heimische Energiequellen setzt, neue Energiekooperationen aufbaut und Lieferketten diversifiziert. "Wer Resilienz will, muss Vorsorge treffen, damit zentrale Vorprodukte nicht zum politischen Druckmittel werden", heißt es in dem Papier.

Die SPD-Spitze setzt sich darĂŒber hinaus fĂŒr eine möglichst bĂŒrokratiearme EinfĂŒhrung von "Buy European"-Regeln bei öffentlicher Förderung und Vergabe ein, etwa bei grĂŒnem Stahl oder der Automobilproduktion. "Wir fordern die EU-Kommission dazu auf, Local Content-Vorgaben fĂŒr GrĂŒnen Stahl in ihren Vorschlag fĂŒr einen Industrial Accelerator Act aufzunehmen. Wir haben Unternehmen in Europa, die bereits wesentliche Schritte auf dem Weg zu klimaneutralem Stahl gegangen sind - mit erheblicher staatlicher UnterstĂŒtzung. Diese Pioniere jetzt nicht mitzudenken, wĂ€re das falsche Signal."

SPD-Chefin und Arbeitsministerin BĂ€rbel Bas sagte der "Rheinischen Post": "Eine starke europĂ€ische Industriepolitik bedeutet: mehr Produktion und Wertschöpfung in Europa, eine öffentliche Beschaffung, die ArbeitsplĂ€tze in unserem Binnenmarkt gezielt stĂ€rkt, und klare Regeln gegen Dumping, die systematisch Preise und Standards unterlaufen." Kanzler Friedrich Merz (CDU) hatte sich zuletzt skeptisch gegenĂŒber einer strikteren Marktabschottung geĂ€ußert.

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