Ausland, Gesellschaft

UN-GeneralsekretĂ€r kritisiert RĂŒckschritte bei LGBTQIA-Rechten

13.05.2026 - 07:27:52 | dts-nachrichtenagentur.de

AnlÀsslich des Internationalen Tags gegen Homophobie, Biphobie und Transphobie (IDAHOBIT) an 17.

Parade zum Christopher-Street-Day (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Parade zum Christopher-Street-Day (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Mai hat UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres vor RĂŒckschritten bei der Gleichberechtigung queerer Menschen gewarnt.

"In den letzten Jahrzehnten wurden enorme Fortschritte bei der Förderung der Gleichberechtigung von LGBTIQ-Personen erzielt", erklĂ€rte Guterres. "Dennoch beobachten wir weltweit gezielte BemĂŒhungen, ihre Menschenrechte einzuschrĂ€nken - durch die EinschrĂ€nkung der Meinungs- und Versammlungsfreiheit, die SchĂŒrung von Hass, Angriffe auf Menschenrechtsverteidiger und die KĂŒrzung von Mitteln fĂŒr grundlegende Dienstleistungen. Zum ersten Mal seit Jahren ist die Zahl der LĂ€nder gestiegen, die einvernehmliche gleichgeschlechtliche Beziehungen unter Strafe stellen."

Wenn Rechte angegriffen werden, gehörten LGBTIQ-Personen oft zu den Ersten, die darunter leiden, so der UN-GeneralsekretĂ€r. "Sie werden zu SĂŒndenböcken gemacht und sind grĂ¶ĂŸeren Risiken fĂŒr ihre Sicherheit, Gesundheit und ihr Wohlergehen ausgesetzt." So zu sein, wie man ist, solle jedoch niemals ein Verbrechen sein.

Guterres erinnerte an das diesjĂ€hrige Thema des Aktionstages, "Im Herzen der Demokratie". Es sei "eine eindringliche Mahnung, dass jeder Mensch frei von Angst leben und gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben können muss", erklĂ€rte er. "Die Vereinten Nationen sind stolz darauf, ohne jegliche Diskriminierung an der Seite aller Mitglieder der Menschheitsfamilie zu stehen. Lassen Sie uns gemeinsam fĂŒr Sicherheit, WĂŒrde und Gleichberechtigung fĂŒr alle eintreten."

Seit 2005 wird am 17. Mai der Internationalen Aktionstag gegen Homo-, Bi-, Inter- Trans- und Asexuellenfeindlichkeit (IDAHOBITA) begangen. Das Datum wurde zur Erinnerung an den 17. Mai 1990 gewĂ€hlt. Damals beschloss die Weltgesundheitsorganisation (WHO), HomosexualitĂ€t aus ihrem DiagnoseschlĂŒssel fĂŒr Krankheiten zu streichen.

Das Datum erinnert zudem an den Paragraphen 175 des deutschen Strafgesetzbuchs, der sexuelle Handlungen zwischen Personen mĂ€nnlichen Geschlechts unter Strafe stellte. Zwischen 1935 und 1944 wurden rund 50.000 Urteile nach dem Paragraphen gefĂ€llt, rund 15.000 Homosexuelle wurden in Konzentrationslagern inhaftiert. WĂ€hrend ab Ende der 1950er homosexuelle Handlungen in der DDR nicht mehr strafrechtlich verfolgt wurden, wurde der Paragraph 175 in Westdeutschland bis 1969 in unverĂ€nderter Fassung verstĂ€rkt durchgesetzt. Erst im Zuge der Wiedervereinigung wurde der inzwischen abgeschwĂ€chte Paragraph auch fĂŒr Westdeutschland vollstĂ€ndig gestrichen.

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