Aung San Suu Kyi, Myanmar

Aung San Suu Kyi spricht erstmals seit fĂŒnf Jahren mit Sohn

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 12:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Kim Aris fordert nach dem GesprÀch die sofortige und bedingungslose Freilassung seiner Mutter und aller politischen Gefangenen. Zugleich warnt er davor, den Kontakt als Zeichen einer grundlegenden politischen VerÀnderung zu verstehen.

Kontakte zur Familie bleiben begrenzt

  • Kim Aris konnte erstmals seit mehr als fĂŒnf Jahren wieder mit seiner Mutter Aung San Suu Kyi sprechen.
  • Suu Kyi befindet sich seit dem MilitĂ€rputsch im Februar 2021 unter Arrest und wurde spĂ€ter zu einer langjĂ€hrigen Haftstrafe verurteilt.
  • Ihr genauer Aufenthaltsort ist auch nach der Verlegung vom GefĂ€ngnis in den Hausarrest Ende April nicht öffentlich bekannt.
  • Aung San Suu Kyi ist in ihrer Heimat bis heute sehr beliebt. (Archivbild) - Bild: Peter Dejong/AP/dpa
  • Ein Bild aus besseren Tagen: Aung San Suu Kyi im Jahr 2011 mit ihrem Sohn Kim Aris. - Bild: Nyein Chan Naing/epa/dpa
Aung San Suu Kyi ist in ihrer Heimat bis heute sehr beliebt. (Archivbild) - Bild: Peter Dejong/AP/dpa Ein Bild aus besseren Tagen: Aung San Suu Kyi im Jahr 2011 mit ihrem Sohn Kim Aris. - Bild: Nyein Chan Naing/epa/dpa

Kim Aris spricht erstmals wieder mit Aung San Suu Kyi

Nach mehr als fĂŒnf Jahren ohne direkten Kontakt hat Kim Aris erstmals wieder mit seiner in Myanmar inhaftierten Mutter Aung San Suu Kyi gesprochen. Der 49-JĂ€hrige forderte zugleich ihre sofortige und bedingungslose Freilassung sowie die Freilassung aller politischen Gefangenen.

GesprÀch lÀsst viele Fragen offen

Aris teilte mit, ihre Stimme wieder zu hören, bedeute ihm mehr, als Worte ausdrĂŒcken könnten. Ob das GesprĂ€ch online oder telefonisch stattfand, blieb offen.

Aung San Suu Kyi steht seit dem MilitĂ€rputsch vom Februar 2021 unter Arrest. Das MilitĂ€r hatte damals die demokratisch gewĂ€hlte Regierung gestĂŒrzt und die Politikerin festgenommen.

Gesundheitszustand sorgt weiter fĂŒr Sorge

SpĂ€ter wurde Suu Kyi wegen angeblicher Vergehen zu einer langjĂ€hrigen Haftstrafe verurteilt. Seitdem ist sie weitgehend von der Außenwelt abgeschirmt; wiederholt gab es Sorgen um ihren Gesundheitszustand, unter anderem wegen berichteter Herzprobleme.

Ende April wurde sie aus einem GefÀngnis in Hausarrest verlegt. Ihr genauer Aufenthaltsort ist weiterhin nicht öffentlich bekannt.

Aris warnt vor falschen Erwartungen

Der Sohn dankte den Menschen, die sich fĂŒr seine Mutter und ihn eingesetzt hĂ€tten, und rief dazu auf, den Druck bis zu ihrer Freilassung aufrechtzuerhalten. Zugleich warnte er davor, den wieder ermöglichten Kontakt als grundlegende VerĂ€nderung zu bewerten.

Ein GesprĂ€ch bedeute keinen regelmĂ€ĂŸigen Zugang zur Familie, schrieb Aris. Zugang zur Familie bedeute wiederum keine Freiheit.

Britischer König schickt BĂŒcher

Die Mitteilung folgte wenige Tage auf eine ungewöhnliche Geste des britischen Königs Charles III. Nach Angaben der von MilitĂ€rmachthaber Min Aung Hlaing gefĂŒhrten Regierung wurden Suu Kyi am Montag zwei BĂŒcher des Königs, ein versiegelter Brief und diplomatische Korrespondenz ĂŒbergeben.

Die jĂŒngsten Kontakte könnten darauf hindeuten, dass die MilitĂ€rfĂŒhrung begrenzte Verbindungen zu der prominenten Gefangenen wieder zulĂ€sst. Ob daraus ein regelmĂ€ĂŸiger Austausch mit ihrer Familie wird, ist offen.

Myanmar bleibt in schwerer Krise

Anfang August hatte ein Vertreter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz Suu Kyi besuchen können. Es war der erste öffentlich bekanntgewordene Kontakt mit einem unabhÀngigen internationalen humanitÀren Akteur seit ihrer Festnahme.

Suu Kyi war jahrzehntelang die bekannteste Oppositionspolitikerin Myanmars und erhielt 1991 den Friedensnobelpreis fĂŒr ihren gewaltlosen Einsatz fĂŒr Demokratie. Von 1989 bis 2010 verbrachte sie insgesamt 15 Jahre isoliert unter Hausarrest.

Seit dem Putsch von 2021 prĂ€gen Gewalt, wirtschaftlicher Niedergang und Widerstand gegen das MilitĂ€r das frĂŒhere Birma. Nach einer international umstrittenen Wahl wurde Armeechef Min Aung Hlaing im April vom Parlament zum PrĂ€sidenten erklĂ€rt; Kritiker und internationale Beobachter sehen darin keinen echten demokratischen Prozess.

Der erneute Kontakt zwischen Aung San Suu Kyi und ihrem Sohn fĂ€llt in eine Phase, in der Myanmars MilitĂ€rfĂŒhrung einzelne Kontakte zu der prominenten Gefangenen offenbar wieder zulĂ€sst. Dem GesprĂ€ch gingen ein Besuch eines Vertreters des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz Anfang August sowie die Übergabe von BĂŒchern, eines Briefes und diplomatischer Korrespondenz durch die Regierung voraus.

Politisch bedeutet die Verbindung zunĂ€chst keine Freilassung und keinen verlĂ€sslichen Zugang zur Familie. Kim Aris selbst machte deutlich, dass ein einzelnes GesprĂ€ch nicht mit regelmĂ€ĂŸiger Kommunikation oder Freiheit gleichzusetzen sei. FĂŒr die 81-JĂ€hrige ist der Kontakt dennoch von großer persönlicher Bedeutung, weil sie seit ihrer Festnahme im Februar 2021 weitgehend von der Außenwelt abgeschirmt wird.

MilitÀrherrschaft bleibt bestehen

Der Rahmen des Geschehens bleibt der Machtanspruch der Armee. Das MilitĂ€r stĂŒrzte die gewĂ€hlte Regierung, ließ Suu Kyi spĂ€ter zu einer langjĂ€hrigen Haftstrafe verurteilen und schuf mit einer international umstrittenen Wahl die Grundlage fĂŒr eine neue politische Ordnung unter Min Aung Hlaing. Gewalt, wirtschaftlicher Niedergang und bewaffneter Widerstand prĂ€gen Myanmar weiterhin.

FĂŒr Angehörige und internationale Akteure wird deshalb entscheidend sein, ob aus dem einmaligen GesprĂ€ch ein regelmĂ€ĂŸiger, ĂŒberprĂŒfbarer Zugang entsteht. Ebenso offen bleibt, ob die MilitĂ€rfĂŒhrung damit lediglich humanitĂ€ren und diplomatischen Druck begrenzen will oder tatsĂ€chlich eine breitere politische Öffnung vorbereitet.

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