Wadephul warnt Israel vor internationaler Isolation
31.07.2025 - 21:37:37 | dpa.de
AuĂenminister Johann Wadephul hat die israelische FĂŒhrung eindringlich vor einer internationalen Isolierung gewarnt, wenn sie die humanitĂ€re Lage im Gazastreifen nicht umgehend verbessert. «In vielerlei Hinsicht stehen der Nahost-Friedensprozess und letztlich die ganze Region an einem Scheideweg», sagte der CDU-Politiker nach politischen GesprĂ€chen in Jerusalem.Â
Wadephul verwies auf Diskussionen in der EuropĂ€ischen Union ĂŒber Sanktionen gegen Israel und auf die steigende Bereitschaft von Staaten, einen palĂ€stinensischen Staat anzuerkennen. «Israel lĂ€uft Gefahr, international immer weiter isoliert zu werden. Ich sehe es als Deutschlands Aufgabe an, alles dafĂŒr zu tun, das zu verhindern.» Daher sei er nach Israel gekommen.
Mit Blick auf die hungernde Bevölkerung im Gazastreifen, sagte Wadephul: «Das ist ein vollkommen untragbarer Zustand, der sich sofort Ă€ndern muss.» Nötig sei eine «fundamentale Verbesserung fĂŒr die Menschen im Gazastreifen». Das habe er auch in seinen GesprĂ€chen zum Ausdruck gebracht.Â
GesprÀche mit israelischer Regierung
Die israelische Regierung sei in der Pflicht, auf dem Landweg «schnell, sicher und ausreichend humanitÀre und medizinische Hilfe zuzulassen, damit ein Massensterben im Rahmen einer Hungersnot abgewendet werden kann». Wadephul sagte: «Ich habe den Eindruck, dass das heute verstanden wurde.»
Der AuĂenminister war am Nachmittag in Tel Aviv eingetroffen und von dort weiter nach Jerusalem gefahren. Dort fĂŒhrte er zunĂ€chst ein GesprĂ€ch mit seinem israelischen Kollegen Gideon Saar. AnschlieĂend traf er MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu und StaatsprĂ€sident Izchak Herzog.
«Es ist an der Zeit, diesen Krieg zu beenden»
Der CDU-Politiker fordert auĂerdem einen Waffenstillstand in Gaza. Es brauche jetzt mehr als Kampfpausen. «Es ist an der Zeit, diesen Krieg zu beenden.» Diese Forderung richte sich in erster Linie an die Terrororganisation Hamas. Sie mĂŒsse erkennen, «dass jetzt die Stunde gekommen ist, die Geiseln freizulassen und die Geiseln zu strecken».Â
Am morgigen Freitag will der AuĂenminister in das Westjordanland fahren und in Ramallah mit PalĂ€stinenserprĂ€sident Mahmud Abbas reden. Themen dĂŒrften dabei auch die zunehmende Gewalt israelischer Siedler gegen PalĂ€stinenser und Ăberlegungen in Israel sein, das Westjordanland zu annektieren. Dies wird von der Bundesregierung strikt abgelehnt.
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