Baerbock fordert eine GeneralsekretÀrin an der Spitze der UN
Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 22:43 Uhr | dts-nachrichtenagentur.deAls PrĂ€sidentin der Generalversammlung moderiert Baerbock den Prozess zur Findung eines Nachfolgers des Portugiesen Guterres, dessen Amtszeit im Dezember endet. Derzeit gibt es vier Bewerberinnen und zwei Bewerber. "Die HĂ€lfte der Menschheit sind Frauen und MĂ€dchen", sagte Baerbock der SZ. "Wie möchte eine Institution, die acht Milliarden Menschen vertritt und seit 80 Jahren fĂŒr Menschenrechte einsteht, erklĂ€ren können, dass sie auch nach acht Jahrzehnten erneut keine Frau an ihrer Spitze finden kann?"
Eine eigene Kandidatur schloss Baerbock aber aus. Auf die Fragen, ob sie sich vielleicht nicht doch noch als UN-GeneralsekretÀrin bewerben wolle, sagte sie: "Nein. Nach den ungeschriebenen Rotationsregeln ist Lateinamerika dran. Es gibt hervorragende Frauen aus dieser Region."
Baerbock machte deutlich, dass Sie sich aus Deutschland und aus Europa mehr Widerstand erwartet hĂ€tte gegen die Angriffe der US-Regierung von Donald Trump auf die UN-Charta und die internationale Friedensordnung. "Das Völkerrecht war schon immer nur so stark wie diejenigen, die bereit sind, es zu verteidigen. Dieser Tage fĂ€llt es einigen leider besonders schwer, in solchen Momenten einfach selbstbewusst und klar zu sagen: Das ist im absoluten Widerspruch zum internationalen Recht und damit auch zu unseren nationalen Sicherheitsinteressen", sagte Baerbock. "Und all diejenigen, die in den vergangenen Monaten aus dem bequemen Ledersessel - im Zweifel auch aus Berlin - dahergeredet haben: Na ja, vielleicht muss man die Vereinten Nationen einfach noch einmal neu aufbauen. Die scheinen den Kern dieser Organisation gar nicht zu verstehen: Die UN waren nie fĂŒr die einfachen Zeiten gebaut."
Baerbock sprach auĂerdem ĂŒber ihren persönlichen Umgang mit teils sehr harter Kritik und darĂŒber, wie sie in dem Jahr in ihrem neuen Leben in New York, "ein StĂŒck weit AnonymitĂ€t und damit auch Freiheit" zurĂŒckgewonnen habe. Gleichzeitig gibt sie sich trotzig gegenĂŒber frauenfeindlichen Diffamierungen. Sie sagt: "Gutgelaunte Frauen in Machtpositionen sind fĂŒr manche MĂ€nner weiterhin keine SelbstverstĂ€ndlichkeit, sondern offensichtlich der schlimmste Trigger. Wir sind aber mittlerweile zu viele. Und wir Frauen werden uns nicht dafĂŒr entschuldigen oder gar aufhören, selbstbewusst, erfolgreich und zugleich lebensfroh zu sein."
Auf die Frage, welche Frauen ihr in diesem Sinne die TĂŒren fĂŒr ihre politische Karriere geöffnet hĂ€tten, sagte Baerbock der SZ: "Ohne Angela Merkel als Kanzlerin wĂ€re ich wahrscheinlich niemals erste weibliche AuĂenministerin geworden."
