Drei indische Seeleute bei US-Angriff auf Ăltanker getötet
11.06.2026 - 10:01:07 | dts-nachrichtenagentur.deDer unter der Flagge Palaus fahrende Tanker "MT Settebello" war am Mittwoch beschossen worden. Die US-StreitkrĂ€fte warfen der Besatzung vor, Anweisungen nicht befolgt zu haben. An Bord befanden sich 24 indische Besatzungsmitglieder, 21 von ihnen konnten gerettet werden. Sonowal bezeichnete den Vorfall als "zutiefst bedauerlich". Die Leichen der drei MĂ€nner wĂŒrden bald nach Indien ĂŒberfĂŒhrt, kĂŒndigte er an.
Die indische Regierung hatte nach dem Angriff den stellvertretenden Leiter der US-Vertretung in Neu-Delhi einbestellt. Die USA warfen der "Settebello" vor, eine US-Blockade zu umgehen, indem sie versuchte, Ăl aus dem Iran zu transportieren. Das US-Verteidigungsministerium erklĂ€rte, ein Kampfflugzeug habe "PrĂ€zisionsmunition" in den Maschinenraum des Tankers abgefeuert, nachdem die Crew wiederholt Anweisungen ignoriert habe.
Es ist bereits der zweite Angriff auf ein Schiff mit indischer Besatzung innerhalb weniger Tage. Bereits am Montag hatte die US-Marine die "Marivex" - ebenfalls ein unter palauischer Flagge fahrender Ăltanker - im Golf von Oman attackiert, weil sie US-Anweisungen nicht befolgt habe. Damals wurden alle 24 Besatzungsmitglieder von der omanischen Armee gerettet.
Die USA haben nach der faktischen SchlieĂung der StraĂe von Hormus durch den Iran eine Seeblockade verhĂ€ngt. Seit dem 13. April wurden nach Angaben des US-MilitĂ€rs acht Schiffe auĂer Gefecht gesetzt und 134 weitere umgeleitet.
Die indische Regierung forderte ein Ende der Angriffe auf die Handelsschifffahrt und zivile Infrastruktur in der Region. Manoj Yadav, GeneralsekretĂ€r der indischen Seemannsgewerkschaft FSUI, kritisierte, die USA hĂ€tten gewusst, welche NationalitĂ€ten an Bord der Schiffe waren. Er halte es fĂŒr unglaubwĂŒrdig, dass die US-StreitkrĂ€fte keine Informationen darĂŒber gehabt hĂ€tten. Statt eines Angriffs wĂ€re eine Festsetzung der Schiffe eine vertretbare Alternative gewesen.
Die Spannungen zwischen dem Iran und den USA bleiben unterdessen hoch. Beide Seiten haben sich am zweiten Tag in Folge wieder gegenseitig beschossen. Dies setzt die im April vereinbarte, brĂŒchige Waffenruhe weiter unter Druck. US-PrĂ€sident Donald Trump drohte dem Iran am Mittwoch mit einem "harten" Schlag und kritisierte, Teheran verzögere die Unterzeichnung eines Friedensabkommens.
Der Krieg hatte am 28. Februar begonnen, als die USA und Israel Angriffe auf den Iran flogen, bei denen das geistliche Oberhaupt des Landes getötet wurde. Der Iran reagierte mit Attacken auf Israel und US-VerbĂŒndete am Golf. Die KĂ€mpfe weiteten sich rasch aus, im MĂ€rz wurde auch der Libanon in den Krieg hineingezogen.
