Papst Leo XIV. hat Lungenkrebs: Rechter Lungenlappen entfernt
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 13:42 Uhr | dpa, AD HOC NEWSOperation und nÀchste Termine des Kirchenoberhaupts
- Bei einer Routinekontrolle wurde bei Leo XIV. ein Knoten in der rechten Lunge entdeckt.
- Ărzte entfernten in der Gemelli-Klinik den unteren Lappen der rechten Lunge.
- Bis einschlieĂlich 20. Oktober wurden die Audienzen des Papstes abgesagt.
Papst Leo XIV. erhÀlt Krebsdiagnose nach Lungenoperation
Papst Leo XIV. hat Lungenkrebs. Bei einer Operation wurde ihm der untere Lappen der rechten Lunge entfernt, nachdem Ărzte bei einer Routineuntersuchung einen Knoten entdeckt hatten.
Diagnose nach dem Eingriff bestÀtigt
Die Untersuchung ergab ein Lungenadenokarzinom, eine bösartige und hÀufige Form von Lungenkrebs. Der Vatikan hatte zunÀchst nicht mitgeteilt, wie groà der Tumor war, ob weitere Knoten im entfernten Lappen lagen oder ob Lymphknoten befallen sind.
Nach EinschĂ€tzung der Pneumologen JĂŒrgen Behr und Torsten Bauer muss der Verlust eines Lungenlappens bei zuvor normaler Lungenfunktion nicht zu einer erheblichen EinschrĂ€nkung fĂŒhren. Behr bezifferte den möglichen Leistungsverlust der Lunge auf etwa 10 bis 20 Prozent, was im Alltag oft kaum auffalle.
Molekularanalyse bestimmt mögliche Behandlung
FĂŒr die weitere EinschĂ€tzung wird die molekulare Signatur des Tumors untersucht. Dabei suchen die Ărzte unter anderem nach Treibermutationen, die sich mit zielgerichteten Medikamenten blockieren lassen.
Fehlt eine behandelbare Mutation, können je nach Befund Chemotherapie und/oder Immuntherapie infrage kommen. Die Analyse kann nach Angaben der Meldung innerhalb von ein bis drei Tagen vorliegen.
Stadium bleibt entscheidend
Leo hatte den Knoten vor der Operation als Befund in einem âsehr frĂŒhen Stadiumâ bezeichnet. Ob bereits nach Metastasen gesucht wurde, war zunĂ€chst nicht bekannt; mögliche Ableger können unter anderem in Nebenniere, Gehirn, Leber oder Knochen auftreten.
Bei einer einzelnen Metastase sind weitere Behandlungen möglich. Bei mehreren Metastasen gilt eine Heilung laut der zitierten medizinischen EinschÀtzung als sehr unwahrscheinlich; dann stehen hÀufig LebensverlÀngerung und die Linderung von Beschwerden im Vordergrund.
Audienzen abgesagt, Reise weiter geplant
Wegen des Krankenhausaufenthalts wurden bis Mitte der folgenden Woche sÀmtliche Papstaudienzen abgesagt. Anfang November ist weiterhin eine fast zweiwöchige Reise nach Uruguay, Argentinien und Peru vorgesehen.
Zum geplanten Programm gehört ein Besuch im peruanischen Cusco auf rund 3.400 Metern Höhe. Der Pneumologe Torsten Bauer hĂ€lt eine so lange Reise einen Monat nach dem Eingriff fĂŒr nicht optimal und rĂ€t, sie nach Möglichkeit um zwei oder drei Monate zu verschieben.
Routinekontrolle entdeckt Knoten
Lungenkrebs verursacht anfangs oft keine Beschwerden. Anhaltender oder verÀnderter Husten, Atemnot und Brustschmerzen können Symptome sein, bei denen eine Àrztliche AbklÀrung empfohlen wird.
In Deutschland sterben laut Krebsregister jĂ€hrlich rund 45.000 Menschen an Lungenkrebs. Seit April gibt es fĂŒr starke und ehemalige starke Raucher im Alter von 50 bis 75 Jahren ein Niedrigdosis-CT zur FrĂŒherkennung, dessen Kosten die gesetzlichen Krankenkassen ĂŒbernehmen.
Die Diagnose eines Lungenadenokarzinoms erlaubt noch keine verlĂ€ssliche Aussage ĂŒber die individuelle Heilungschance. Entscheidend sind die GröĂe des Tumors, ein möglicher Befall von Lymphknoten und die Frage, ob sich Metastasen gebildet haben. Diese Informationen lagen zum Zeitpunkt der Meldung noch nicht vollstĂ€ndig vor.
Die Entfernung eines einzelnen Lungenlappens ist bei einem lokal begrenzten Tumor ein etablierter chirurgischer Behandlungsschritt. Nach EinschÀtzung der in der Meldung genannten Fachleute kann der Verlust eines Lappens bei zuvor normaler Lungenfunktion im Alltag oft wenig auffallen. Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Operation allein in jedem Fall ausreicht.
Weitere Befunde entscheiden ĂŒber die Therapie
Die Gewebe- und Molekularanalyse kann zeigen, ob bestimmte Treibermutationen vorliegen. Davon hĂ€ngt ab, ob eine zielgerichtete Behandlung infrage kommt; je nach Stadium können auĂerdem Chemotherapie oder Immuntherapie eingesetzt werden. Ohne Angaben zum Tumorstadium bleibt die Prognose deshalb eine Spannbreite und keine konkrete Zahl.
FĂŒr den Papst hat die Erkrankung neben der medizinischen auch eine organisatorische Bedeutung. Bis Mitte der folgenden Woche wurden Audienzen abgesagt, wĂ€hrend die geplante SĂŒdamerikareise im November zunĂ€chst weiter im Kalender steht. Ob und in welchem Umfang sie stattfinden kann, hĂ€ngt von Genesung, Nachbehandlung und Belastbarkeit ab.
FrĂŒherkennung bleibt zentral
Der Fall zeigt zugleich, warum Lungenkrebs hĂ€ufig erst spĂ€t entdeckt wird: Ein Knoten verursacht anfangs oft keine Beschwerden. In Deutschland steht fĂŒr starke und ehemalige starke Raucher zwischen 50 und 75 Jahren seit April ein Niedrigdosis-CT zur FrĂŒherkennung zur VerfĂŒgung; bei Leo wurde der Befund nach der Meldung bei einer Routinekontrolle entdeckt.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
ZDFheute: âNach OP: Lungenkrebs bei Papst Leo XIV. festgestelltâ (14.10.2026)
Der Beitrag bestĂ€tigt die Diagnose eines Lungenadenokarzinoms und die Entfernung des rechten unteren Lungenlappens. Er legt den Schwerpunkt zusĂ€tzlich auf die allgemein gĂŒnstigen Behandlungsaussichten bei frĂŒher Entdeckung und auf die noch ausstehenden Untersuchungen.
tagesschau: âKatholisches Kirchenoberhaupt Papst Leo XIV. hat Lungenkrebsâ (14.10.2026)
Auch dieser Bericht bestĂ€tigt den komplikationslosen Eingriff und die anschlieĂende Erholung des Papstes. Anders als der ZDF-Beitrag richtet er den Blick stĂ€rker auf die abgesagten Audienzen, die geplante SĂŒdamerikareise und die weltweite Bedeutung des Kirchenoberhaupts.
Ăbereinstimmend ist der bösartige Befund nach der Operation; offen bleiben vor allem das genaue Stadium, die weitere Therapie und die Belastbarkeit fĂŒr die Reise im November.
