Venezuela tritt aus Internationalem Strafgerichtshof aus
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 23:41 Uhr | dpa.deVenezuela hat seinen Austritt aus dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) angekĂŒndigt. Auf Anweisung der amtierenden PrĂ€sidentin Delcy RodrĂguez habe Venezuela dem UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres «seine feste und unwiderrufliche Entscheidung mitgeteilt, (...) den endgĂŒltigen Austritt aus dem IStGH einzuleiten», erklĂ€rte der venezolanische AuĂenminister FĂ©lix Plasencia auf der Plattform X.Â
Die Regierung des sĂŒdamerikanischen Landes begrĂŒndete ihren Schritt damit, dass der Gerichtshof im niederlĂ€ndischen Den Haag die LĂ€nder des Globalen SĂŒdens benachteilige. «Venezuela ist der Ansicht, dass das Vorgehen des Gerichtshofs auf einer nachweislichen geografischen Voreingenommenheit beruht, die dazu gefĂŒhrt hat, dass sich seine Arbeit unverhĂ€ltnismĂ€Ăig stark auf afrikanische und lateinamerikanische LĂ€nder konzentriert hat», heiĂt es in der ErklĂ€rung.Â
Plasencia warf dem Gericht eine «Verfolgung des venezolanischen Volkes» vor. Die Institution verschĂ€rfe Ungleichheiten, die die internationale Justiz eigentlich beseitigen sollte.Â
Seit Jahren Ermittlungen gegen Venezuela
Das Weltstrafgericht ermittelt seit Jahren wegen mutmaĂlicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Venezuela. Dabei geht es um die gewaltsame UnterdrĂŒckung von Protesten durch SicherheitskrĂ€fte und MilitĂ€r vor neun Jahren. Im Dezember vorigen Jahres schloss die Staatsanwaltschaft des IStGH ihr BĂŒro in Caracas, da es keine ausreichende Kooperationsbereitschaft sah. Das venezolanische Parlament beschloss daraufhin, den Austritt des Landes auf den Weg zu bringen.Â
Der Austritt eines Staates beim Internationalen Strafgerichtshof tritt nach dem Rom-Statut ein Jahr nach dem Zeitpunkt in Kraft, an dem der UN-GeneralsekretĂ€r die formelle Mitteilung erhalten hat. Das Rom-Statut begrĂŒndet die ZustĂ€ndigkeit des Gerichts fĂŒr Völkermord, Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verbrechen der Aggression.
