Bisher kaum Asyl fĂŒr russische Kriegsdienstverweigerer gewĂ€hrt
24.05.2023 - 07:12:01 | dts-nachrichtenagentur.deDas geht aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linken hervor, ĂŒber die die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" berichten. Demnach stellten von Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 bis Ende April 2023 insgesamt 2.485 mĂ€nnliche russische Staatsangehörige im wehrfĂ€higen Alter einen Antrag auf Asyl in Deutschland - in 814 FĂ€llen wurde ĂŒber die AntrĂ€ge entschieden, davon 55 positiv und 88 negativ.
In den verbleibenden 671 FĂ€llen kam es zu einer "formellen Verfahrenserledigung". Als "formelle Verfahrenserledigung" bezeichnet das Ministerium "Entscheidungen im Dublin-Verfahren" oder die "RĂŒcknahme des Asylantrags". Als wehrfĂ€hig gelten russische MĂ€nner im Alter von 18 bis 45 Jahren. Wie aus der Antwort weiter hervorgeht, sind noch 1.671 Verfahren anhĂ€ngig. Russische Deserteure und Kriegsdienstverweigerer, die sich nicht an dem Krieg beteiligen wollten, könnten in Deutschland Asyl beantragen, heiĂt es weiter. Die Entscheidungspraxis des Bundesamtes fĂŒr Migration und FlĂŒchtlinge (Bamf) sei dazu angepasst worden. Jan Korte, Erster Parlamentarischer GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Linksfraktion im Bundestag, kritisierte die geringe Zahl positiv beschiedener AsylantrĂ€ge: "Wenn weit ĂŒber 100.000 MĂ€nner im wehrfĂ€higen Alter Russland verlassen und sich Putins Krieg verweigern, aber nur 55 von ihnen in Deutschland offiziell Schutz finden, lĂ€uft etwas gewaltig schief", sagte Korte dem RND. Trotz vollmundiger AnkĂŒndigungen tue die Bundesregierung ĂŒberhaupt nichts, um junge Russen darin zu bestĂ€rken, nicht gegen die Ukraine zu kĂ€mpfen, bemĂ€ngelte Korte. "Es ist zynisch, dass die Bundesregierung die Dezimierung von Putins Armee durch Waffenlieferungen betreibt, aber nicht durch UnterstĂŒtzung von Desertion und Kriegsdienstverweigerung", sagte der Linken-Politiker. "Die Bundesregierung muss jetzt mit den europĂ€ischen Partnern und den Anrainerstaaten Russlands Absprachen treffen, wie russischen MĂ€nnern im wehrfĂ€higen Alter Visa und Schutz ermöglicht werden können", so Korte.
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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