Malta, Medien

Freispruch nach Mord an Journalistin in Malta

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 21:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der Anschlag auf die Bloggerin Daphne Caruana Galizia gilt als der spektakulĂ€rste Mordfall Maltas. Ein prominenter GeschĂ€ftsmann galt als mutmaßlicher Drahtzieher. Nun wird er freigesprochen.

  • Der GeschĂ€ftsmann wurde freigesprochen. (Archivbild) - Bild: str/AP/dpa
    Der GeschÀftsmann wurde freigesprochen. (Archivbild) - Bild: str/AP/dpa
  • Die Journalistin Daphne Caruana Galizia hatte vor ihrer Ermordung zu Korruption recherchiert. (Archivbild) - Bild: Lena Klimkeit/dpa
    Die Journalistin Daphne Caruana Galizia hatte vor ihrer Ermordung zu Korruption recherchiert. (Archivbild) - Bild: Lena Klimkeit/dpa
Der GeschÀftsmann wurde freigesprochen. (Archivbild) - Bild: str/AP/dpa Die Journalistin Daphne Caruana Galizia hatte vor ihrer Ermordung zu Korruption recherchiert. (Archivbild) - Bild: Lena Klimkeit/dpa

Knapp neun Jahre nach dem Autobomben-Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia in Malta ist der GeschÀftsmann Yorgen Fenech von dem Vorwurf freigesprochen worden, Drahtzieher der Tat gewesen zu sein. Eine Jury sprach den 44 Jahre alten Unternehmer in Valletta sowohl vom Vorwurf der Beihilfe zum Mord als auch der kriminellen Verschwörung frei.

Das Abstimmungsergebnis der Jury fiel mit 8 zu 1 deutlich aus. Am Vormittag hatten sich die Geschworenen fĂŒr ihre Beratungen und die Entscheidungsfindung zurĂŒckgezogen. Fenech ist einer der wohlhabendsten MĂ€nner Maltas. 

Bekannteste Investigativ-Reporterin Maltas

Caruana Galizia war am 16. Oktober 2017 in ihrem Auto in der NĂ€he ihres Hauses in die Luft gesprengt worden. Die 53-JĂ€hrige galt als eine der bekanntesten investigativen Reporterinnen des Landes. Sie hatte ĂŒber Korruption in Politik und Wirtschaft in ihrem Land recherchiert. Ihr Mord gilt als einer der spektakulĂ€rsten MordfĂ€lle in der Geschichte des kleinen EU-Staates. 

Insgesamt drei Auftragsmörder - darunter zwei BrĂŒder - bekannten sich bereits vor einigen Jahren schuldig und verbĂŒĂŸen inzwischen Haftstrafen zwischen 15 und 40 Jahren. Zwei weitere MĂ€nner, die wegen der Lieferung der Bombe fĂŒr den tödlichen Anschlag verurteilt wurden, erhielten lebenslange Haftstrafen.

Fenech wurde im November 2019 festgenommen, als er mit seiner Jacht aus einem Jachthafen auslief, der ihm im gehobenen Stadtteil St. Julian's auf Malta gehört. Die Anklage stĂŒtzte sich auf Beweise seines Chauffeurs Melvin Theuma. Dieser hatte gestanden, als Vermittler bei dem Mord fungiert zu haben, und im Gegenzug fĂŒr seine Aussage eine Begnadigung erhalten.

Die Festnahme sowie der Verdacht, dass auch hochrangige Regierungsvertreter beteiligt waren, lösten im Dezember 2019 landesweite Proteste aus, die den damaligen MinisterprĂ€sidenten Joseph Muscat zum RĂŒcktritt zwangen.

Caruana Galizia recherchierte zu Fenechs GeschÀften

Fenech, der Spross einer der einflussreichsten Unternehmerfamilien des Inselstaates sĂŒdlich von Sizilien, war Direktor des Kraftwerkskonsortiums, zu dem Caruana Galizia intensiv recherchierte, bevor sie ermordet wurde. Wegen dieser Verbindung geriet Fenech nach dem Mord ins Visier der Ermittler.

Theuma gab an, ein Vermittler zwischen den Mördern und Fenech als Auftraggeber gewesen zu sein - 150.000 Euro habe Fenech ihm gegeben. Er belegte seine Aussage mit Aufzeichnungen und Textnachrichten, in denen er und Fenech ĂŒber die Auftragsmörder und die Mordermittlungen gesprochen hatten.

Fenech rÀumte ein, von den MordplÀnen gewusst zu haben, erklÀrte aber, sein ehemaliger Freund Keith Schembri habe ihm den Mord angehÀngt. Schembri sei der wahre Drahtzieher des Mordes gewesen. Zu dem Zeitpunkt war Schembri Stabschef des damaligen MinisterprÀsidenten Muscat.

Familie von Journalistin enttÀuscht 

Die Familie von Caruana Galizia reagierte enttĂ€uscht auf Fenechs Freispruch. Dieser verwehre der Journalistin die Gerechtigkeit, die sie verdient habe. Der heutige Tag hĂ€tte eigentlich ihr gehören sollen, erklĂ€rte die Familie. Die institutionellen VersĂ€umnisse, die ihren Mord ermöglicht hĂ€tten, seien weiterhin nicht aufgearbeitet, hieß es in der Stellungnahme weiter.

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