USA, Luftfahrt

Boeing-Chef sieht Konzern auf Erholungskurs

04.06.2026 - 09:48:32 | dts-nachrichtenagentur.de

Der Chef des Flugzeugherstellers Boeing, Kelly Ortberg, sieht den Luftfahrtkonzern nach schweren Jahren auf Erholungskurs.

Fahrwerk einer Boeing 747-400 (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Fahrwerk einer Boeing 747-400 (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
"Ich denke, wir kriegen die Kurve", sagte Ortberg der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitagsausgabe). 2025 sei ein gutes Jahr bei den NeuauftrĂ€gen gewesen. "Der SchlĂŒssel fĂŒr eine gute finanzielle Entwicklung ist aber, dass wir wieder zu höheren Produktionsraten kommen."

Dabei gehe es aber nicht darum, schnell mit Auslieferungen am europĂ€ischen Rivalen Airbus vorbeizuziehen. "Ich sehe das Überholen von Airbus im Moment nicht als unser eigentliches Ziel an. Wichtiger ist, dass wir uns auf unsere eigene Leistung konzentrieren", sagte Ortberg der FAZ. Die gedeckelte 737-Max-Fertigung solle nicht bloß von 42 auf 47, sondern auf 52 Flugzeuge je Monat erhöht werden. Das werde "vielleicht zum Jahresende" erreicht. Der exakte Zeitpunkt sei nicht entscheidend. "Essenziell sind die StabilitĂ€t der Fertigung und eine hohe QualitĂ€t beim Bau der Flugzeuge", sagte Ortberg. Boeing war unter seinen VorgĂ€ngern durch diverse QualitĂ€tsprobleme in BedrĂ€ngnis geraten.

Ortberg bekrĂ€ftigte, nicht nur fĂŒr weitere 737-Max-Varianten, sondern auch fĂŒr eine neue Version des Langstreckenflugzeugs 777X, mit dem die Deutsche Lufthansa als Erstkunde nach langer Verzögerung fĂŒr 2027 plant, eine zĂŒgige Zertifizierung anzustreben. Die Zulassung werde erst nach der 737 Max 7 erfolgen. "Aber wir erwarten sie noch bis zum Ende dieses Jahres, was dann Auslieferungen im nĂ€chsten Jahr ermöglicht", sagte Ortberg.

Von einem komplett neu entwickelten Passagierflugzeug sei Boeing indes "noch ein paar Jahre entfernt". Boeing stehe finanziell noch nicht so da, um ein neues Flugzeugprogramm stemmen zu können. Zudem sei der Markt noch nicht bereit fĂŒr ein neues Flugzeug, Airlines fragten die bestehenden Typen stark nach. Boeing habe 6.200 Bestellungen abzuarbeiten. "Wir sind bis zum Ende des Jahrzehnts ausverkauft", so Ortberg. Zudem mĂŒsse neue Technologie noch reifen, um Anreize fĂŒr Bestellungen zu schaffen. "Airlines wollen noch nicht zu einer neuen Technologie springen", sagte er.

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