Christian Schmidt weist Vorwurf des US-Drucks zurĂŒck
16.05.2026 - 09:00:00 | dts-nachrichtenagentur.deAuf die Frage, wie Europa auf die Allianz der Maga-Regierung mit den Freunden Russlands und den Gegnern der EU in Europa reagieren solle, mahnte Schmidt ein proaktiveres Handeln der EuropĂ€er an: "ZunĂ€chst einmal sollte sie nicht reagieren, sondern agieren." Als Beispiel nannte er eine geplante Gaspipeline nach Bosnien, die die einseitige AbhĂ€ngigkeit des Landes von russischem Gas ersetzen soll. Gebaut werden soll die Leitung von einem US-Unternehmen mit Verbindungen zu PrĂ€sident Donald Trump. "Jetzt sagt die EU, dass sie das nicht mehr unterstĂŒtzen kann, weil es sich nicht um erneuerbare Energien handelt. Also hĂ€ngt Bosnien weiter nur von russischem Gas ab. Es kann doch nicht damit getan sein, im Nachhinein nur andere zu kritisieren. Was ist denn mit unserer europĂ€ischen Strategie?", fragte Schmidt.
Zugleich gab der deutsche Politiker zu, dass er in seinem auf dem Papier machtvollen Amt nichts dagegen tun könne, sollte der bosnisch-serbische SeparatistenfĂŒhrer Milorad Dodik das von ihm beherrschte Teilgebiet vom Rest des Landes abspalten und es zu Gewalt kommen. "Wenn das Land auseinanderfĂ€llt, ist das Recht des Hohen ReprĂ€sentanten in der Tat nicht ausreichend. Dann zĂ€hlen Friedenssicherung und engagiertes Eingreifen der internationalen Gemeinschaft gemÀà den Regeln fĂŒr den Sezessionsfall", so Schmidt zur FAS.
Schmidt warnte zudem vor wachsender Islamophobie in Bosnien, die von Dodik geschĂŒrt werde. "Es werden krĂ€ftige Hassreden gehalten. Alle in der bosnischen Sprache verfĂŒgbaren Schimpfwörter ĂŒber die bosnischen Muslime werden ausgeschĂŒttet, bis dahin, dass der Begriff `TĂŒrke` inakzeptabel als Schimpfwort verwendet wird." Es gebe keine Scheu mehr vor Beleidigungen, "und das macht mir wirklich Sorgen", so Schmidt.
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