Macron wirbt fĂŒr starkes souverĂ€nes Europa
27.05.2024 - 19:28:39 | dpa.de
Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron hat in Dresden fĂŒr ein starkes und souverĂ€nes Europa als Garant fĂŒr Frieden, Wohlstand und Demokratie geworben. Europa befinde sich an einem Scheideweg, sagte der PrĂ€sident in seiner Rede vor der Frauenkirche. «Europa ist eine Geschichte von Frieden, Wohlstand und Demokratie.» All dies sei nun aber bedroht, wenn Europa nicht handele. «Europa ist ein Garant fĂŒr Frieden. FĂŒr viele von uns klang dieses Argument lange Zeit ĂŒberholt. Doch heute herrscht wieder Krieg in Europa.»
Gerade angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sei es nötig, dass Europa eine eigenstĂ€ndige Sicherheits- und Verteidigungspolitik formuliere und dass die EuropĂ€er als Alliierte innerhalb der Nato agierten. Auch in der Wirtschaftspolitik mĂŒsse Europa souverĂ€ner und unabhĂ€ngiger werden, insbesondere gegenĂŒber der Konkurrenz durch China und die USA. «Europa braucht ein Wachstumsmodell fĂŒr kĂŒnftige Generationen», sagte Macron. Dabei gelte es, wirtschaftliches Wachstum und Klimaschutz gleichermaĂen voranzutreiben.
Macron warnt vor Extremen und ruft zur Verteidigung Europas auf
Macron hat auĂerdem eindringlich vor der Gefahr von Extremen in Europa gewarnt. Demokratie und Freiheit seien allen als so selbstverstĂ€ndlich erschienen, sagte er vor der Dresdener Frauenkirche. Nach dem Mauerfall habe man gedacht, dieser Wind werde sich ĂŒberall ausbreiten. «Aber lasst uns heute um uns schauen! Lasst uns die Faszination fĂŒr autoritĂ€re Regime anschauen. Lasst uns in Europa den illiberalen Moment anschauen, den wir durchleben!»
Viele sagten sich, man wolle das Geld aus Europa, aber nicht die UnabhĂ€ngigkeit der Justiz, die Pressefreiheit, die Vielfalt der Kultur, die Autonomie der UniversitĂ€ten. «Diese Tendenz ist keine Tendenz, sie ist RealitĂ€t in Ungarn. Das war RealitĂ€t bis zu den wunderbaren Wahlen in Polen.» Macron ergĂ€nzte: «Ăberall in unseren Demokratien gedeihen diese Ideen, denen von den Extremen und besonders den Rechtsextremen Aufschwung gegeben wird.»
Macron appellierte: «Lasst uns aufwachen! Unser Europa ist kein Supermarkt!» Europa sei nicht nur ein Ort, an dem man sich gemeinsame Regeln gebe. «Es ist eine SĂ€ule der Werte, der Kultur, der individuellen und politischen Freiheiten.» Er betonte: «Wir mĂŒssen die Kraft, das Engagement wiederfinden, es ĂŒberall zu verteidigen, und dies in jedem Land angesichts dieses schlechten Windes und der Extremen zu tun.» Auf die Sorgen und auf die GrĂŒnde fĂŒr die Wut mĂŒsse man mit einem Europa des Respekts antworten.
Macron begeistert mit Redebeginn auf Deutsch
Macron hat seine Europarede in Dresden auf Deutsch begonnen und damit tosenden Jubel ausgelöst. «Heute als erster französischer PrĂ€sident seit der Wiedervereinigung hier in Dresden vor Ihnen zu sprechen, ehrt mich (...) ganz besonders. Es berĂŒhrt mich sehr», sagte Macron. «Meine erste persönliche Erfahrung mit Deutschland war in der französischen Schule», erzĂ€hlte Macron. «Ich lernte die deutsche Sprache und Kultur und tue das immer noch. Ich tue mein Bestes, glauben Sie mir.» Damals nahm er auch an einem Austausch zwischen seinem Heimatort Amiens und Dortmund teil. «Ich entdeckte Ihr Land, das damals noch durch die Mauer geteilt war.»
Macron betonte, es sei fĂŒr ihn eine Ehre, in Dresden zu sprechen. «Es ist eine Ehre fĂŒr mich als Franzose und Freund von Deutschland, aber auch als ĂŒberzeugter EuropĂ€er.» Macron sagte auch: «Es ist mir eine Freude, hier bei Ihnen zu sein, hier auf dem Neumarkt. Vielleicht sollte ich sagen, es ist mir eine Freude, endlich hier zu sein, nachdem ich unser Treffen letztes Jahr leider absagen musste. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.»
Bereits im Januar hatte Macron beim Staatsakt fĂŒr den gestorbenen CDU-Politiker Wolfgang SchĂ€uble im Bundestag mit einer Rede beeindruckt, die er in groĂen ZĂŒgen auf Deutsch vortrug. Auch bei der Tischrede im Schloss Bellevue am Sonntag mischte Macron einige deutsche Satzfetzen ein, etwa als er vom Land der Dichter und Denker sprach, das fĂŒr die französische Jugend auch ein Land der DJs und der Mannschaft sei.
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