Israel, Libanon

Wie der Konflikt im Libanon den US-Deal mit Iran gefÀhrdet

19.06.2026 - 12:15:13 | dpa.de

Der GesprÀchsbeginn zwischen Washington und Teheran in der Schweiz lÀsst auf sich warten. Ein Grund sind die KÀmpfe zwischen Israel und der Hisbollah. Es gibt Tote auf beiden Seiten.

  • In der Nacht und am Freitagmorgen kam es zu gegenseitigem Beschuss zwischen der israelischen Armee und der Schiitenmiliz Hisbollah. - Bild: Leo Correa/AP/dpa
    In der Nacht und am Freitagmorgen kam es zu gegenseitigem Beschuss zwischen der israelischen Armee und der Schiitenmiliz Hisbollah. - Bild: Leo Correa/AP/dpa
  • Die israelische Armee ist im SĂŒdlibanon weiter prĂ€sent. - Bild: Leo Correa/AP/dpa
    Die israelische Armee ist im SĂŒdlibanon weiter prĂ€sent. - Bild: Leo Correa/AP/dpa
  • Der israelische Minister Itamar Ben-Gvir fordert Vergeltung fĂŒr den Tod von vier israelischen Soldaten. (Archivbild) - Bild: Ohad Zwigenberg/AP Pool/dpa
    Der israelische Minister Itamar Ben-Gvir fordert Vergeltung fĂŒr den Tod von vier israelischen Soldaten. (Archivbild) - Bild: Ohad Zwigenberg/AP Pool/dpa
  • Trotz des US-Deals mit dem Iran gehen die Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon weiter. (Archivbild) - Bild: Hussein Malla/AP/dpa
    Trotz des US-Deals mit dem Iran gehen die Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon weiter. (Archivbild) - Bild: Hussein Malla/AP/dpa
  • In der Nacht und am Freitagmorgen kam es zu gegenseitigem Beschuss zwischen der israelischen Armee und der Schiitenmiliz Hisbollah. - Bild: Leo Correa/AP/dpa
    In der Nacht und am Freitagmorgen kam es zu gegenseitigem Beschuss zwischen der israelischen Armee und der Schiitenmiliz Hisbollah. - Bild: Leo Correa/AP/dpa
  • Die israelische Armee ist im SĂŒdlibanon weiter prĂ€sent. - Bild: Leo Correa/AP/dpa
    Die israelische Armee ist im SĂŒdlibanon weiter prĂ€sent. - Bild: Leo Correa/AP/dpa
  • Der israelische Minister Itamar Ben-Gvir fordert Vergeltung fĂŒr den Tod von vier israelischen Soldaten. (Archivbild) - Bild: Ohad Zwigenberg/AP Pool/dpa
    Der israelische Minister Itamar Ben-Gvir fordert Vergeltung fĂŒr den Tod von vier israelischen Soldaten. (Archivbild) - Bild: Ohad Zwigenberg/AP Pool/dpa
  • Trotz des US-Deals mit dem Iran gehen die Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon weiter. (Archivbild) - Bild: Hussein Malla/AP/dpa
    Trotz des US-Deals mit dem Iran gehen die Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon weiter. (Archivbild) - Bild: Hussein Malla/AP/dpa
In der Nacht und am Freitagmorgen kam es zu gegenseitigem Beschuss zwischen der israelischen Armee und der Schiitenmiliz Hisbollah. - Bild: Leo Correa/AP/dpa Die israelische Armee ist im SĂŒdlibanon weiter prĂ€sent. - Bild: Leo Correa/AP/dpa Der israelische Minister Itamar Ben-Gvir fordert Vergeltung fĂŒr den Tod von vier israelischen Soldaten. (Archivbild) - Bild: Ohad Zwigenberg/AP Pool/dpa Trotz des US-Deals mit dem Iran gehen die Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon weiter. (Archivbild) - Bild: Hussein Malla/AP/dpa In der Nacht und am Freitagmorgen kam es zu gegenseitigem Beschuss zwischen der israelischen Armee und der Schiitenmiliz Hisbollah. - Bild: Leo Correa/AP/dpa Die israelische Armee ist im SĂŒdlibanon weiter prĂ€sent. - Bild: Leo Correa/AP/dpa Der israelische Minister Itamar Ben-Gvir fordert Vergeltung fĂŒr den Tod von vier israelischen Soldaten. (Archivbild) - Bild: Ohad Zwigenberg/AP Pool/dpa Trotz des US-Deals mit dem Iran gehen die Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon weiter. (Archivbild) - Bild: Hussein Malla/AP/dpa

Kaum unterzeichnet, schon auf die Probe gestellt: Neue KÀmpfe zwischen der israelischen Armee und der libanesischen Hisbollah-Miliz gefÀhrden das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran. Beide Konfliktparteien werfen sich gegenseitig vor, eine im Abkommen vereinbarte Waffenruhe zu brechen. 

Die israelische Armee griff nach eigenen Angaben in der Nacht und am Freitagmorgen rund 80 Stellungen der Hisbollah an. Zuvor habe die Miliz Raketen auf israelische Soldaten im SĂŒdlibanon abgefeuert, schrieb die Armee auf X. Vier israelische Soldaten wurden nach MilitĂ€rangaben getötet. Vier weitere Soldaten wurden bei einem Drohnenangriff verletzt. 

Dem Gesundheitsministerium in Beirut zufolge wurden auf libanesischer Seite 21 Menschen getötet und weitere 39 verletzt. Acht Getötete seien Mitglieder derselben Familie, hieß es in der Mitteilung. 

Netanjahu: Armee soll hart gegen Hisbollah vorgehen

Israels MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu wies die Armee an, mit aller HĂ€rte gegen die Hisbollah vorzugehen. Israel werde keine Angriffe auf seine Soldaten oder sein Territorium dulden. Die Hisbollah ihrerseits warf Israel vor, sich zu keinem Zeitpunkt an eine Waffenruhe gehalten zu haben. Sie ist der wichtigste VerbĂŒndete des Irans in der Region. 

Der libanesische PrĂ€sident Joseph Aoun beschuldigte Israel, die BemĂŒhungen um ein Ende der Gewalt zu untergraben und bei seinen Angriffen unschuldige Zivilisten zu treffen.

Das Rahmenabkommen sieht ein Ende der Gewalt vor

Das Rahmenabkommen zwischen dem Iran und den USA sieht zwar eine umfassende Beendigung der militĂ€rischen Konflikte in der Region vor, enthĂ€lt aber keine Klausel ĂŒber einen Abzug der israelischen Truppen. 

Vance: Alle mĂŒssen den Friedensprozess respektieren

US-VizeprĂ€sident JD Vance sagte am Donnerstag, Israel habe das Recht, sich zu verteidigen, aber grundsĂ€tzlich mĂŒssten die Israelis, genau wie alle anderen, diesen Friedensprozess respektieren. In einem Interview der «New York Times» (Donnerstag) sagte Vance: «Man kann sich nicht einfach durch Töten aus jedem einzelnen nationalen Sicherheitsproblem herauswinden.» Er wies damit darauf hin, dass rein militĂ€rische Gewalt und Bomben keine dauerhafte Lösung fĂŒr Israels strategische Herausforderungen sein können.

Schweizer Regierung sagt erste GesprÀchsrunde ab

Die Schweizer Regierung sagte eine fĂŒr Freitag angedachte erste GesprĂ€chsrunde zur Ausgestaltung des Rahmenabkommens in der NĂ€he von Luzern ab. GrĂŒnde dafĂŒr wurden nicht genannt.

Das libanesische Nachrichtenportal Al Mayadeen, das der Hisbollah nahesteht, berichtete unter Berufung auf nicht nÀher genannte iranische Regierungsquellen, Teheran werde an den GesprÀchen wegen der israelischen LuftschlÀge im Libanon zunÀchst nicht teilnehmen.

Israel lehnt RĂŒckzug aus dem SĂŒdlibanon ab

Netanjahu schloss erneut einen Truppenabzug aus dem SĂŒdlibanon aus. Israel werde so lange wie nötig in einer «Sicherheitszone» bleiben, um die Gemeinden in Nordisrael zu schĂŒtzen. Der Libanon stuft das von Israel kontrollierte Areal als völkerrechtswidrig besetztes Staatsgebiet ein.

Polizeiminister Ben-Gvir: Der ganze Libanon muss brennen

Die beiden rechtsextremen israelischen Minister, Bezalel Smotrich und Itamar Ben-Gvir, forderten nach dem Tod von vier Soldaten im SĂŒdlibanon harte Vergeltungsmaßnahmen. Finanzminister Smotrich erklĂ€rte auf X: «Zeit, mit Feuer zu sprechen. Die Pforten der Hölle zu öffnen.»

Polizeiminister Ben-Gvir forderte auf X, dass fĂŒr jede TrĂ€ne einer israelischen Mutter tausend libanesische MĂŒtter weinen mĂŒssten. «Der ganze Libanon muss brennen!», schrieb Ben-Gvir. Im Nahen Osten gewinne man nicht mit maßvollen Reaktionen und ZurĂŒckhaltung – «man muss durchdrehen. Vernichten. Den Terror zerschlagen.» 

Irans Außenminister Abbas Araghtschi kommentierte Ben-Gvirs Äußerungen auf X: Israel einziges Interesse sei permanenter Krieg. Er nannte den Polizeiminister verrĂŒckt.

KĂ€mpfe im Libanon gehen weiter

Libanesischen Sicherheitskreisen zufolge wurde unter anderem die Ortschaft Kfar Tebnit nahe Nabatija von mehreren LuftschlĂ€gen getroffen. Demnach kam es dort bei einer strategisch wichtigen Anhöhe zu Gefechten. Ein dpa-Fotograf in der Region berichtete von etlichen FlĂŒchtlingen, die sich mit dem Auto in Richtung der KĂŒstenstadt Sidon in Sicherheit zu bringen versuchten. 

Iran-Experte: Sind USA bereit, Waffenruhe durchzusetzen?

Aus Sicht des israelischen Iran-Experten Danny Citrinowicz bleibt die militĂ€rische Auseinandersetzung zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon der grĂ¶ĂŸte Stolperstein fĂŒr eine umfassendere Einigung der US-Regierung mit dem Iran. Es sei unwahrscheinlich, dass Teheran eine Situation akzeptiere, in der es sich zu einem umfassenden Waffenstillstand verpflichte, wĂ€hrend Israel sich das Recht vorbehalte, unter dem weit gefassten Begriff der «Beseitigung von Bedrohungen» militĂ€rische Operationen im Libanon durchzufĂŒhren.

AktivitĂ€ten, die die eine Seite als legitime Selbstverteidigung betrachte, könnten von der anderen als eindeutige VerstĂ¶ĂŸe gegen das Abkommen interpretiert werden, schrieb Citrinowicz. Die zentrale Frage laute, wie weit die US-Regierung bereit sei zu gehen, um eine Waffenruhe durchzusetzen, die beide Seiten unterschiedlich auslegten. 

Iran kann strategische Gewinne vermelden

FĂŒr Teheran ist das Einbeziehen des Libanons in die Einigung mit den USA Teil einer neuen Sicherheitsdoktrin, wie der Nahost-Experte und Professor fĂŒr Islamwissenschaft an der HebrĂ€ischen UniversitĂ€t Jerusalem, Simon Wolfgang Fuchs, der dpa sagte. Die Schicksale Teherans und Beiruts sollen dabei aneinander gekoppelt werden, so die Strategie. Iran habe auch gedroht, ein endgĂŒltiges Abkommen erst dann zu unterzeichnen, wenn Israel sich aus dem SĂŒdlibanon zurĂŒckziehe. «Ich gehe derzeit davon aus, dass die USA den Druck auf Israel sukzessive verschĂ€rfen werden, um den Knackpunkt SĂŒdlibanon aus dem Weg zu rĂ€umen», sagte der Experte.

Auch der Iran-Experte Vali Nasr sieht Anzeichen, dass die iranische Strategie aufgehen könnte: Dass US-VizeprĂ€sident Vance am Donnerstag israelische Kritik am Rahmenabkommen zurĂŒckgewiesen habe, spreche fĂŒr eine neue Kluft zwischen den USA und Israel, schrieb er auf X.

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