Iran, USA

Golfstaaten unter Beschuss - Öltanker vor Dubai getroffen

31.03.2026 - 04:06:41 | dpa.de

Der Iran ist auch nach einem Monat Krieg weiter zu GegenschlĂ€gen fĂ€hig. Erneut geraten Golfstaaten unter Beschuss. Das US-MilitĂ€r greift einem Bericht zufolge ein großes Munitionsdepot in Isfahan an.

  • Der Iran setzt seine Gegenangriffe fort. (Archivbild) - Foto: Sepahnews/ZUMA Press Wire/dpa
    Der Iran setzt seine Gegenangriffe fort. (Archivbild) - Foto: Sepahnews/ZUMA Press Wire/dpa
  • Golfstaaten wollen laut Ukraines PrĂ€sident Selenskyi bei der Drohnenabwehr zusammenarbeiten. (Archivbild)  - Foto: Sven Hoppe/dpa
    Golfstaaten wollen laut Ukraines PrÀsident Selenskyi bei der Drohnenabwehr zusammenarbeiten. (Archivbild) - Foto: Sven Hoppe/dpa
  • Ein Tanker ist im Persischen Golf angegriffen worden. (Archivbild) - Foto: -/The Visible Earth/NASA/dpa
    Ein Tanker ist im Persischen Golf angegriffen worden. (Archivbild) - Foto: -/The Visible Earth/NASA/dpa
Der Iran setzt seine Gegenangriffe fort. (Archivbild) - Foto: Sepahnews/ZUMA Press Wire/dpa Golfstaaten wollen laut Ukraines PrÀsident Selenskyi bei der Drohnenabwehr zusammenarbeiten. (Archivbild)  - Foto: Sven Hoppe/dpa Ein Tanker ist im Persischen Golf angegriffen worden. (Archivbild) - Foto: -/The Visible Earth/NASA/dpa

Der Iran setzt auch einen Monat nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe den Beschuss benachbarter Golfstaaten mit ballistischen Raketen und Drohnen unablĂ€ssig fort. Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten in der Nacht erneute Angriffe. Im Persischen Golf wurde zudem vor der KĂŒste von Dubai ein riesiger kuwaitischer Öltanker getroffen, teilte die Kuwait Petroleum Corporation nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Kuna mit. Es brach ein Feuer aus, das nach Angaben der Behörden in Dubai erst nach mehreren Stunden gelöscht werden konnte. Verletzte gebe es nicht. 

Die USA fĂŒhrten unterdessen einem Medienbericht zufolge einen massiven Angriff auf ein Munitionsdepot in der iranischen Stadt Isfahan durch. DafĂŒr habe das US-MilitĂ€r in der Nacht eine große Menge bunkerbrechende Bomben mit einem Gewicht von jeweils rund 2.000 Pfund (etwa 900 Kilogramm) eingesetzt, berichtete das «Wall Street Journal» unter Berufung auf einen US-Beamten. 

US-PrĂ€sident Donald Trump postete am Montagabend (Ortszeit) auf seiner Plattform Truth Social einen Videoclip, der Explosionen zeigt. Er nannte dazu allerdings keinerlei Kontext. Der Zeitung zufolge handelte es sich dabei um ein Video des Angriffs in Isfahan. Der 31 Sekunden lange Videoclip zeigt eine Reihe von Explosionen. Das könnte ein Indiz dafĂŒr sein, dass nach dem ursprĂŒnglichen Angriff dort gelagerte Munition explodierte. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und Generalstabschef Dan Caine wollen um 14.00 Uhr MEZ bei einer Pressekonferenz im Pentagon ĂŒber den Kriegsverlauf berichten. 

Rubio: Straße von Hormus wird wieder fĂŒr Schifffahrt öffnen

US-Außenminister Marco Rubio zeigte sich unterdessen ĂŒberzeugt, dass die Straße von Hormus wieder fĂŒr den Schiffsverkehr geöffnet wird - «so oder anders». Entweder werde sich der Iran bereiterklĂ€ren, «sich an internationales Recht zu halten» und die Meerenge nicht zu blockieren, sagte Rubio dem Sender Al Jazeera. «Oder eine Koalition von Nationen aus der ganzen Welt und der Region wird mit Beteiligung der Vereinigten Staaten dafĂŒr sorgen, dass sie offen ist». 

Rubio Ă€ußerte sich nicht weiter dazu, was genau er mit «dafĂŒr sorgen» meinte. Falls der Iran die Meerenge weiter blockieren sollte, drohten Teheran «wirkliche Konsequenzen, nicht nur seitens der Vereinigten Staaten, sondern von LĂ€ndern in der Region und der Welt», sagte Rubio. 

Bericht: Öffnung der Straße von Hormus fĂŒr Trump keine PrioritĂ€t

Das «Wall Street Journal» berichtete hingegen unter Berufung auf US-Beamte, Trump habe seinen Beratern mitgeteilt, er sei bereit, den Krieg zu beenden, selbst falls die Straße von Hormus weitgehend blockiert bleibe. Trump habe entschieden, dass sich die USA auf ihre Hauptziele wie das Vorgehen gegen die Marine und die RaketenbestĂ€nde des Irans konzentrieren sollten – und gleichzeitig diplomatisch Druck auf Teheran ausĂŒben sollten, die Straße von Hormus wieder fĂŒr den Schiffsverkehr zu öffnen. Sollte das nicht gelingen, wĂŒrden die USA Druck auf VerbĂŒndete in Europa und am Golf ausĂŒben, bei BemĂŒhungen um die Öffnung der Meerenge die FĂŒhrung zu ĂŒbernehmen. 

Die Informationen der Zeitung ließen sich zunĂ€chst nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen. Trump ist dafĂŒr bekannt, viele seiner Positionen immer wieder zu verĂ€ndern. 

Im Persischen Golf liegen wichtige HĂ€fen und Verladestationen fĂŒr den globalen Handel mit Öl und Gas. Von dort bringen Schiffe ihre Fracht ĂŒber die strategisch wichtige Straße von Hormus in den Golf von Oman und weiter auf den Weltmarkt. Der Iran hat mit Angriffen und Drohungen die Schifffahrt durch die Meerenge nahezu zum Erliegen gebracht. Mit der faktischen Blockade bremst der Iran die globale Energieversorgung aus - die Preise fĂŒr Rohöl und FlĂŒssiggas sind seither deutlich gestiegen. Auch in den USA steigen die Benzinpreise weiter - was Trump und seinen Republikanern wenige Monate vor der Zwischenwahl zum US-Kongress im November nicht gelegen kommen dĂŒrfte.

Iran will US-StreitkrÀfte aus dem Nahen Osten verwiesen sehen 

Der Iran zeigt sich weiter unbeeindruckt. Außenminister Abbas Araghtschi schrieb in der Nacht auf der Plattform X, es sei fĂŒr Saudi-Arabien «höchste Zeit, die US-StreitkrĂ€fte des Landes zu verweisen». Das Königreich wurde in der Nacht nach Angaben des Verteidigungsministeriums in kurzen AbstĂ€nden erneut von ballistischen Raketen angegriffen. Sie seien abgewehrt worden. 

Auch Kuwait meldete wieder Beschuss durch Raketen und Drohnen. Ebenso heulten im Golfstaat Bahrain erneut die Sirenen. In Dubai wurden vier Menschen nach einem Einsatz der Luftabwehr von herabstĂŒrzenden TrĂŒmmerteilen verletzt. Israel griff unterdessen erneut Ziele in Teheran an.

Mehrere der Golfstaaten möchten nach den Worten des ukrainischen PrÀsidenten Wolodymyr Selenskyj mit seinem Land im Verteidigungsbereich zusammenarbeiten. Unter anderem gebe es bereits Vereinbarungen mit Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar, sagte Selenskyj nach einer Reise in den Nahen Osten und die Golfregion. Die Ukraine, die sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion verteidigt, bietet seit Beginn des Iran-Kriegs Staaten der Region Hilfe bei der Drohnenabwehr an.

Medien: US-Spezialeinheiten im Nahen Osten angekommen

Unterdessen sind Medienberichten zufolge weitere hunderte Mitglieder von US-Spezialeinheiten im Nahen Osten eingetroffen. Darunter seien Navy Seals, eine Eliteeinheit der US-Marine, wie die «New York Times» und der Sender CBS News berichten. Sie schlössen sich Tausenden Marineinfanteristen und FallschirmjÀgern an. 

Damit habe US-PrĂ€sident Donald Trump weitere militĂ€rische Optionen zur VerfĂŒgung, hieß es. Dazu zĂ€hle eine mögliche Öffnung der Straße von Hormus, eine Einnahme der fĂŒr Irans Ölexport wichtigen Insel Charg oder eine Bergung von Irans hochangereichertem Uran. Solche EinsĂ€tze wĂ€ren komplex und fĂŒr US-Soldaten mit deutlich höherem Risiko verbunden als die bisherigen Luftangriffe. 

Seit Tagen gibt es Berichte ĂŒber eine mögliche Bodenoffensive des US-MilitĂ€rs. Trump drĂ€ngt Teheran öffentlich zu einer diplomatischen Lösung des von den USA und Israel begonnenen Krieges - spart aber gleichzeitig auch nicht mit Drohungen einer weiteren militĂ€rischen Eskalation.

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