Franziskus so lange im Krankenhaus wie noch nie
25.02.2025 - 13:10:11 | dpa.deFĂŒr Papst Franziskus besteht auch nach zwölf Tagen im Krankenhaus keinerlei Aussicht auf eine baldige Entlassung. Das Oberhaupt der katholischen Kirche liegt mit einer schweren LungenentzĂŒndung inzwischen so lange in einer Klinik wie noch nie. Der Gesundheitszustand des 88-JĂ€hrigen ist nach Angaben des Vatikans trotz einer leichten Stabilisierung weiterhin kritisch.
Als einer von wenigen Besuchern durfte nun die Nummer zwei des Vatikans zu ihm, KardinalstaatssekretĂ€r Pietro Parolin. Der 70 Jahre alte Italiener wird bereits als einer der möglichen Nachfolger gehandelt. Weiterhin beten Menschen rund um die Welt fĂŒr den schwer kranken Papst. In seiner Heimat Argentinien sind die Sorgen besonders groĂ.
Auf und Ab in Àrztlichen Bulletins
Die Ă€rztlichen Bulletins, die der Vatikan tĂ€glich aus dem Gemelli-Krankenhaus in Rom verbreitet, zeigen ein Auf und Ab. Nach groĂer Atemnot am Wochenende sind die Signale wieder etwas zuversichtlicher. Papstsprecher Matteo Bruni berichtete von einer ruhigen Nacht ohne weitere AnfĂ€lle an Atemnot. Franziskus habe «gut geruht, die gesamte Nacht». Er könne auch aufstehen. SpĂ€ter verlautete, sein Zustand sei unverĂ€ndert. AuĂer Gefahr ist der Papst also nicht.
GroĂe Hoffnungen auf eine baldige RĂŒckkehr in den Vatikan hat niemand. Inzwischen ist der Papst aus dem Machtzentrum der katholischen Kirche so lange weg wie noch nie: Bei seinem bislang lĂ€ngsten Klinikaufenthalt nach einer Darmoperation 2021 konnte er am zwölften Tag zurĂŒck. Aktuell gibt es dafĂŒr bislang keinerlei Zeithorizont. Alle Termine sind abgesagt. Die Ărzte haben ihm absolute Ruhe verordnet.Â
Streng abgeschirmt im zehnten Stock
Eigentlich dĂŒrfen nur die engsten Mitarbeiter zu Franziskus in den streng abgeschirmten zehnten Stock der UniversitĂ€tsklinik. Nach Italiens MinisterprĂ€sidentin Giorgia Meloni in der vergangenen Woche empfing er am Montag auch Kardinal Parolin. In dem GesprĂ€ch ging es nach Angaben des Vatikans auch um Heilig- und Seligsprechungen - ein offensichtlicher Hinweis darauf, dass der Papst trotz aller Probleme arbeiten kann.
Franziskus wird seit Mitte des Monats in dem UniversitĂ€tskrankenhaus im Westen der italienischen Hauptstadt behandelt. Nach Angaben der Ărzte leidet er an einer LungenentzĂŒndung, was sich manchmal in massiven Atemproblemen bemerkbar macht. Zudem funktionieren die Nieren nicht mehr voll.Â
Auf dem Petersplatz beteten am Montagabend Tausende GlĂ€ubige aus aller Welt den Rosenkranz fĂŒr ihn. Solche Andachten soll es nun jeden Abend geben, immer geleitet von einem Kardinal.
Dank aus dem Krankenhaus fĂŒr Gebete
Dem Kirchenoberhaupt macht - wie schon in frĂŒheren Wintern - bereits seit der Zeit vor Weihnachten eine Infektion der Atemwege zu schaffen. Der inzwischen zweitĂ€lteste Papst der Geschichte wollte anfangs aber nicht ins Krankenhaus. In der Klinik wurde schlieĂlich eine LungenentzĂŒndung mit verschiedenen Erregern entdeckt, die beide FlĂŒgel des Organs erfasst hat. Am Wochenende hatte er eine akute Atemkrise, weshalb er ĂŒber einen Schlauch durch die Nase in hoher Dosis zusĂ€tzlichen Sauerstoff bekam.Â
Zudem sprechen die Ărzte von einer beginnenden Insuffizienz der Nieren. Dem Vatikan zufolge ist dies aber kein Grund zu zusĂ€tzlicher Besorgnis. Allerdings ist der Gesamtzustand des Papstes aus Sicht von unabhĂ€ngigen Medizinern in einem so hohen Alter sehr kritisch.Â
Weiter Spekulationen ĂŒber RĂŒcktritt
Der Argentinier steht seit MĂ€rz 2013 an der Spitze der katholischen Kirche mit ihren weltweit rund 1,4 Milliarden GlĂ€ubigen. Sein deutscher VorgĂ€nger Benedikt XVI. war damals völlig ĂŒberraschend zurĂŒckgetreten, weil er sich dem Amt nicht mehr gewachsen fĂŒhlte. LĂ€ngst wird wieder ĂŒber einen RĂŒcktritt spekuliert, auch wenn der Vatikan versucht, dies zu unterbinden.
An der Andacht auf dem Petersplatz unter Leitung Parolins nahmen inmitten von Tausenden GlĂ€ubigen auch mehr als zwei Dutzend weitere KardinĂ€le teil. Der Italiener sagte: «Seit 2000 Jahren betet das christliche Volk fĂŒr den Papst, wenn er gebrechlich oder in Gefahr ist.» Aus dem Krankenhaus hatte sich der Pontifex zuvor schriftlich fĂŒr die vielen Botschaften der UnterstĂŒtzung bedankt.
Besonders groĂen Anteil nehmen die Katholiken in Argentinien. In der Hauptstadt Buenos Aires fand eine Messe unter freiem Himmel statt. Eine Teilnehmerin sagte: «Ich bete fĂŒr die Genesung von Papst Franziskus. Wir hoffen, dass es ihm bald besser geht und er zu uns kommt.» Seit seiner Wahl zum Papst war der Argentinier nie wieder in seiner Heimat. Eine andere Frau sagte: «Er hat viel fĂŒr uns getan. Wir beten fĂŒr ihn.»
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