Merz erlÀutert Trump die deutschen Verteidigungsausgaben
Veröffentlicht: 06.07.2026 um 12:45 Uhr, dpa.de
Bundeskanzler Friedrich Merz hat vor dem Nato-Gipfel mit US-PrĂ€sident Donald Trump telefoniert und ihm die Erhöhung der deutschen Verteidigungsausgaben in den letzten Monaten erlĂ€utert. In dem bereits am Freitagnachmittag gefĂŒhrten GesprĂ€ch habe Merz deutlich gemacht, dass die von Trump in einer Nachricht auf der Plattform Truth Social fĂŒr die Ausgaben der europĂ€ischen VerbĂŒndeten verwendeten Zahlen nicht aktuell seien, hieĂ es aus Regierungskreisen. Trump hatte die Ausgaben von Deutschland, GroĂbritannien und Italien auf der Grundlage dieser Zahlen als «lĂ€cherlich» bezeichnet.
Merz hatte bereits am Freitag auf einer Pressekonferenz öffentlich klargestellt, dass Deutschland gerade seine Verteidigungsausgaben innerhalb von vier Jahren verdoppele. «Das ist die gröĂte Kraftanstrengung, die wir jemals gemacht haben, um unsere VerteidigungsfĂ€higkeit zu stĂ€rken. Insofern brauchen wir uns hier vor niemandem zu verstecken.» Das werde er beim Nato-Gipfel in Ankara am Dienstag und Mittwoch «auch in aller Bescheidenheit zum Ausdruck bringen».
Unter dem Eindruck von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine und auf DrĂ€ngen Trumps hatte die Nato im vergangenen Jahr beim Nato-Gipfel in Den Haag vereinbart, kĂŒnftig mindestens einen Betrag in Höhe von 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Verteidigung zu investieren. Hinzukommen sollen dann noch einmal 1,5 Prozent fĂŒr verteidigungsrelevante Ausgaben, etwa Infrastruktur.
Deutschland will FĂŒnf-Prozent-Ziel schon 2029 erreichen
Insgesamt sollen so spĂ€testens ab 2035 jĂ€hrlich fĂŒnf Prozent des BIP in Verteidigung und Sicherheit investiert werden - so viel wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr. Deutschland will das FĂŒnf-Prozent-Ziel bis 2029 erreichen.Â
Nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen haben allein die europÀischen Alliierten ihre Verteidigungsausgaben in den letzten zwölf Monaten um mehr als 100 Milliarden Euro erhöht. Deutschland hat seitdem die Verteidigungsausgaben um etwa 25 Milliarden Euro auf 124 Milliarden Euro erhöht.
