Ausschreitungen, Georgien

Ausschreitungen in Georgien - Regierung bietet GesprÀch an

03.12.2024 - 17:03:19 | dpa.de

Die Abkehr vom EU-Kurs des Landes treibt die Menschen in Georgien seit Tagen auf die Straßen. Jetzt will der MinisterprĂ€sident eine Debatte fĂŒhren. Und spricht von einem Irrtum.

Bei den Protesten kommt es immer wieder zu gewaltsamen ZusammenstĂ¶ĂŸen zwischen Demonstranten und Polizei. - Foto: Zurab Tsertsvadze/AP/dpa

In der SĂŒdkaukasusrepublik Georgien nimmt der Widerstand der prowestlichen KrĂ€fte gegen eine Abkehr der Regierung vom EU-Kurs an StĂ€rke zu. Der nationalkonservative MinisterprĂ€sident Irakli Kobachidse erklĂ€rte sich in der Hauptstadt Tiflis (Tbilissi) nun doch bereit, angesichts des seit Tagen andauernden Protests GesprĂ€che mit zwei ehemaligen Ministern und einer Oppositionspartei zu fĂŒhren. Dabei soll es um die europĂ€ische Perspektive des Landes gehen. 

Kobachidse hatte am vergangenen Donnerstag gesagt, dass Georgien bis 2028 nicht ĂŒber einen EU-Beitritt verhandeln und auch keine HaushaltszuschĂŒsse der EU annehmen werde. Das brachte die Menschen auf die Straße. Ein Irrtum, wie Kobachidse findet, die Regierung habe die EU-Integration nicht gestoppt. Alle sollten sich beruhigen.

In Tiflis kam es in der vergangenen Nacht erneut zu Ausschreitungen. Schon frĂŒh am Abend setzte die Polizei Wasserwerfer und TrĂ€nengas ein, um die Demonstranten vor dem Parlament zu vertreiben. Die Protestierenden warfen ihrerseits mit Feuerwerkskörpern und errichteten Barrikaden. Weitere Proteste werden erwartet.

PrÀsidentin spricht von beunruhigender Eskalation

Angesichts der Entwicklung schrieb die proeuropĂ€ische PrĂ€sidentin Salome Surabischwili auf der Plattform X, dass die Nacht eine beunruhigende Eskalation markiere. Auch der UN-Hochkommissar fĂŒr Menschenrechte, Volker TĂŒrk, forderte georgische Behörden auf, das Recht auf freie MeinungsĂ€ußerung und friedliche Versammlung zu respektieren und zu schĂŒtzen. «Der Einsatz von unnötiger oder unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸiger Gewalt gegen Protestierende und Medienschaffende ist extrem besorgniserregend.» Er appellierte auch an die Teilnehmer, friedlich zu protestieren.

Verfassungsklage der PrÀsidentin scheitert

Seit der von FĂ€lschungsvorwĂŒrfen ĂŒberschatteten Parlamentswahl Ende Oktober ist die Lage in dem Land zunehmend gespannt. Die Wahlkommission erklĂ€rte die nationalkonservative Partei Georgischer Traum zur Siegerin. Die PrĂ€sidentin und die prowestliche Opposition erkennen das Ergebnis nicht an. Surabischwili und einige Oppositionelle klagten dagegen. Das georgische Verfassungsgericht teilte nun mit, dass es diese Klagen nicht annehme. Die Entscheidung kann Medien zufolge nicht angegriffen werden.

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