Iran, USA

Wieder Angriff auf iranische Atomanlage - IAEA warnt

21.03.2026 - 15:41:07 | dpa.de

Die Anlage Natans gilt als wichtig fĂŒr das iranische Atomprogramm. Welche Auswirkungen hat ein neuer Angriff? Teheran sorgt mit Raketen gegen einen abgelegenen US-StĂŒtzpunkt fĂŒr Aufsehen.

  • Die Urananreicherungsanlage Natans war schon im Juni vergangenen Jahres angegriffen worden. (Archivbild) - Foto: Abedin Taherkenareh/epa/dpa
  • Trump sagt, die US-Kriegsziele seien fast erreicht. (Archivbild) - Foto: Alex Brandon/AP/dpa
  • Iranische Raketen flogen in Richtung Diego Garcia. (Archivbild) - Foto: Uncredited/US Navy via AP/dpa
  • Israels Verteidigungsminister Katz will die Angriffe weiter verstĂ€rken. (Archivbild) - Foto: Ariel Hermoni/Verteidigungsministerium/dpa
Die Urananreicherungsanlage Natans war schon im Juni vergangenen Jahres angegriffen worden. (Archivbild) - Foto: Abedin Taherkenareh/epa/dpa Trump sagt, die US-Kriegsziele seien fast erreicht. (Archivbild) - Foto: Alex Brandon/AP/dpa Iranische Raketen flogen in Richtung Diego Garcia. (Archivbild) - Foto: Uncredited/US Navy via AP/dpa Israels Verteidigungsminister Katz will die Angriffe weiter verstÀrken. (Archivbild) - Foto: Ariel Hermoni/Verteidigungsministerium/dpa

Im Iran-Krieg hat Teheran einen weiteren Angriff auf seine Atomanlage Natans gemeldet. Erhöhte Strahlungswerte wurden nach iranischen Angaben bisher nicht festgestellt. Das US-MilitĂ€r hat bei seiner mittlerweile dreiwöchigen Offensive gegen den Iran nach eigenen Angaben bereits mehr als 8.000 Ziele angegriffen. WĂ€hrend US-PrĂ€sident Donald Trump zuletzt ein mögliches Runterfahren der Angriffe in Aussicht stellte, kĂŒndigte Israel eine VerstĂ€rkung an.

Die unterirdische Urananreicherungsanlage Natans gilt als zentral fĂŒr das iranische Atomprogramm. Nach dem erneuten Angriff auf den Komplex sĂŒdlich der Hauptstadt Teheran rief die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) die Kriegsparteien zur militĂ€rischen ZurĂŒckhaltung auf. Es gelte, jedes Risiko eines Atomunfalls zu vermeiden, schrieb IAEA-Chef Rafael Grossi auf der Online-Plattform X. 

Atomanlage schon mehrfach im Visier

Schon kurz nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran hatte die Behörde mit Sitz in Wien neue SchÀden an den EingangsgebÀuden in Natans bestÀtigt. Die USA und Israel hatten bereits im Juni 2025 Irans Atomanlagen bombardiert und stark beschÀdigt - darunter auch Natans. Die Technologie zur Anreicherung von Uran kann zur Herstellung von Reaktor-Brennstoff oder auch Atomwaffen genutzt werden.

Die USA nennen als ein Kriegsziel, zu verhindern, dass der Iran jemals in den Besitz von Atomwaffen gelangt. Israel sieht im iranischen Atom- und Raketenprogramm seine grĂ¶ĂŸte existenzielle Bedrohung. Iranische Politiker hatten in der Vergangenheit immer wieder dem jĂŒdischen Staat mit Vernichtung gedroht. Teheran bestreitet, Atomwaffen zu entwickeln.

Iran greift abgelegenen US-StĂŒtzpunkt an

Erstmals feuerte Teheran Raketen auf den abgelegenen US-britischen StĂŒtzpunkt Diego Garcia. Nach Angaben des Staatsfernsehens wurden zwei ballistische Raketen auf den MilitĂ€rstĂŒtzpunkt im Indischen Ozean abgeschossen. Keine davon habe aber die gemeinsam genutzte Basis getroffen, berichteten das «Wall Street Journal» und der Sender CNN unter Berufung auf ranghohe US-Beamte. Demnach versagte ein Geschoss wĂ€hrend des Fluges, das zweite wurde abgefangen.

Der StĂŒtzpunkt liegt rund 4.000 Kilometer sĂŒdöstlich der iranischen KĂŒste – etwa doppelt so weit, wie die bislang offiziell bestĂ€tigte Reichweite des iranischen Raketenarsenals. Iranische Mittelstreckenraketen könnten mit einer solchen Reichweite theoretisch auch europĂ€ische StĂ€dte erreichen. 

Israel will Angriffe noch verstÀrken

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz kĂŒndigte eine weitere VerstĂ€rkung der Angriffe im Iran an. Ziele seien dabei die iranische FĂŒhrung und die Infrastruktur, auf die sie sich stĂŒtze, sagte Katz. 

Man sei entschlossen, den Kampf gegen den iranischen Machtapparat fortzusetzen, «seine Kommandeure zu enthaupten und seine strategischen FĂ€higkeiten zu zerstören – bis jede Sicherheitsbedrohung fĂŒr den Staat Israel und die Interessen der USA in der Region beseitigt ist».

Und was sagt Donald Trump?

US-PrĂ€sident Trump hatte indes am Freitag mitgeteilt, er erwĂ€ge, die Angriffe im Iran zurĂŒckzufahren. Die Vereinigten Staaten stĂŒnden kurz davor, ihre Ziele im Krieg zu erreichen. Zugleich senden die USA US-Medienberichten zufolge aber Tausende weitere Soldaten in die Region

Trump nannte Nato-VerbĂŒndete wegen ihrer ausbleibenden Hilfe bei der Sicherung des Öltransports durch die Straße von Hormus «Feiglinge». Ohne die USA sei das VerteidigungsbĂŒndnis ein zahnloser Tiger, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Er warf den VerbĂŒndeten vor, sich nicht am Kampf gegen eine atomare Bewaffnung des Irans beteiligt zu haben.

Unter den von den USA bislang angegriffenen Zielen befĂ€nden sich auch 130 iranische Schiffe, sagte der Befehlshaber des US-Regionalkommandos fĂŒr den Nahen Osten (Centcom), Brad Cooper, in einem auf der Plattform X veröffentlichten Video. «Dies ist die grĂ¶ĂŸte Zerschlagung einer Marine innerhalb eines Zeitraums von drei Wochen seit dem Zweiten Weltkrieg», fĂŒgte er hinzu.

Genseite Raketenangriffe 

Der Iran zeigte sich dennoch weiter kÀmpferisch. Nach Angaben der staatlichen Rundfunkagentur Iribnews erklÀrte der Geheimdienst der Revolutionsgarden, man habe die «verwundbaren Punkte des Feindes» analysiert und bereite eine neue Angriffswelle «mit neuen Strategien und moderneren Systemen» vor.

In der Nacht und am Morgen gab es nach israelischen MilitĂ€rangaben Raketenangriffe aus dem Iran auf Israel. Es gab Bilder der Zerstörung, aber keine Berichte ĂŒber Verletzte. Der Iran habe bei dem Angriff erneut gefĂ€hrliche Streumunition eingesetzt. 

Die israelische Armee griff in der Nacht wieder Ziele im Iran und im Libanon an. Sie teilte mit, sie habe in Teheran Anlagen angegriffen, die mit der Herstellung ballistischer Raketen in Verbindung stĂŒnden. Israelische Bodentruppen hĂ€tten zudem im SĂŒdlibanon mehrere bewaffnete Mitglieder der proiranischen Hisbollah-Miliz beschossen. Ein Hisbollah-Mitglied sei getötet worden.

Wegen der angespannten Sicherheitslage verlegte die Nato zuletzt das Personal einer Irak-Mission nach Europa. Das betrifft auch deutsche Soldaten. Diese sind nach Bundeswehr-Angaben bereits wieder in Deutschland. Rund 200 Soldatinnen und Soldaten blieben jedoch in der Region, sie gehören zu einer anderen Mission.

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