Bundesregierung hofft auf europÀischere Nato
Veröffentlicht: 06.07.2026 um 10:33 Uhr, dts-nachrichtenagentur.deBundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hofft demnach auf einen "Geist von Ankara". Von dem Treffen solle das Signal ausgehen, dass die EuropĂ€er gröĂere Verantwortung fĂŒr ihre eigene Sicherheit ĂŒbernehmen - finanziell und in der Zusammenarbeit der Verteidigungsindustrie. Gleichzeitig hofft man auf ein klares Bekenntnis der USA zur Nato.
Konkret geht es am Rande des Gipfels auch um eine gemeinsame europĂ€ische ErklĂ€rung der Verteidigungsminister zur verteidigungsindustriellen Zusammenarbeit. Zudem steht in dieser Woche die Entscheidung Kanadas ĂŒber die Beschaffung von U-Booten an, ein strategisches Vorhaben, das Kanada wohl ĂŒber Jahrzehnte an Deutschland binden wĂŒrde. Deutschland und Norwegen bieten Kanada gemeinsam den U-Boot-Typ 212CD des Herstellers Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) an, der Deal umfasst bis zu 12 U-Boote im Wert von ĂŒber 16 Milliarden Euro.
Auf dem Nato-Gipfel in Ankara werden die MitgliedslĂ€nder eine Zwischenbilanz der beim letzten Treffen in Den Haag verabredeten Ziele ziehen. Die deutsche Bundesregierung ist dabei zuversichtlich, dass auch die USA den europĂ€ischen und insbesondere den deutschen Beitrag nun doch anerkennen, ungeachtet der jĂŒngsten ĂuĂerungen von US-PrĂ€sident Donald Trump.
So hĂ€tten die europĂ€ischen Nato-Partner ihre Verteidigungsausgaben im vergangenen Jahr um ĂŒber 100 Milliarden Euro erhöht. Deutschland allein steigerte seine Ausgaben um rund 25 Milliarden auf nunmehr 124 Milliarden Euro - was einer Verdoppelung der Verteidigungsausgaben seit 2022 entspreche. Die Bundesregierung plane, das FĂŒnf-Prozent-Ziel der Nato bereits 2029 zu erreichen - und damit Jahre vor dem in Den Haag vereinbarten Datum 2035.
Ein zentrales Thema des Gipfels wird auch die weitere UnterstĂŒtzung der Ukraine sein. Deutschland hat die Initiative fĂŒr einen sogenannten "Ukraine Pledge" ergriffen. Demnach sollen die Alliierten in den Jahren 2026 und 2027 jeweils mindestens 70 Milliarden Euro zur Finanzierung der Ukraine bereitstellen. Dieser Betrag setzt sich aus dem von Deutschland vorangetriebenen 90-Milliarden-Euro-Paket innerhalb der EU sowie bilateralen BeitrĂ€gen zusammen. Ziel sei es, der Ukraine verlĂ€ssliche Planungssicherheit zu geben und andere europĂ€ische Staaten zu stĂ€rkeren nationalen Anstrengungen zu bewegen, hieĂ es aus deutschen Regierungskreisen.
