Trump nÀhert sich G7-Partnern an - Lob von Merz
17.06.2026 - 15:10:27 | dpa.deDie USA arbeiten im Kreis der G7-Staaten wieder konstruktiver mit. Zum Ende eines dreitĂ€gigen Gipfels lobte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ausdrĂŒcklich die Zusammenarbeit mit US-PrĂ€sident Donald Trump - trotz der jĂŒngsten Meinungsverschiedenheiten ĂŒber den Iran-Krieg: «Wir haben sehr offen miteinander ĂŒber die Themen gesprochen. Insofern gibt es da ĂŒberhaupt keine EinschrĂ€nkungen auch des persönlichen Miteinanders.» Das gelte auch fĂŒr alle anderen Gipfelteilnehmer.Â
In der Tat verstĂ€ndigten sich die Staats- und Regierungschefs im Kurort Ăvian am Genfersee auf zahlreiche gemeinsame Positionen zu den dringendsten politischen und wirtschaftlichen Problemen.
An den Beratungen nahmen neben Merz die Staats- und Regierungschefs von Frankreich, GroĂbritannien, Italien, Kanada, der USA und Japan sowie die EU-Spitzen teil. Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj sowie fĂŒhrende Politiker aus dem Nahen Osten waren als GĂ€ste eingeladen. Wichtige Themen und Ergebnisse in einer Ăbersicht:
Ukraine: Macron spricht von «strategischem Erwachen»
Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron, der Gastgeber, bezeichnete den Gipfel als «Moment des strategischen Erwachens». Die USA und die anderen G7-Staaten wollen mit zusĂ€tzlichem Druck auf Russland die BemĂŒhungen um ein Ende des Ukraine-Krieges intensivieren. In einer gemeinsamen ErklĂ€rung der Staats- und Regierungschefs heiĂt es, man werde die Sanktionen verschĂ€rfen, auch im Ăl- und Gassektor. Zudem habe man vereinbart, die Lieferung weitreichender Waffen und von LuftverteidigungskapazitĂ€ten auszuweiten.Â
Iran-Deal bietet «historische Chance»
Die G7-Staaten sehen in dem Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran eine «historische Chance», die FĂŒhrung in Teheran vom Besitz von Atomwaffen abzuhalten. Der von Trump erzielte Deal, der am Freitag von beiden Kriegsparteien unterzeichnet werden soll, könne «Frieden und Sicherheit fĂŒr alle in der Region bringen», heiĂt es in einer ErklĂ€rung. «Wir unterstĂŒtzen die Umsetzung des Abkommens und sind bereit, dazu beizutragen.» In Bezug auf die StraĂe von Hormus bekrĂ€ftigten sie, dass «das Recht auf ungehinderte und gebĂŒhrenfreie Durchfahrt die Grundlage des internationalen Handels bildet».
G7 streben Obergrenze fĂŒr seltene Erden aus China an
Um die AnfĂ€lligkeit fĂŒr politischen und wirtschaftlichen Druck durch LĂ€nder wie China zu reduzieren, wollen die G7 Obergrenzen fĂŒr die Einfuhr bestimmter Rohstoffe erreichen. Ziel sei es, die AbhĂ€ngigkeit von einzelnen Lieferanten auĂerhalb der G7 und ihrer PartnerlĂ€nder bei seltenen Erden und Permanentmagneten bis 2030 auf unter 60 Prozent zu senken, hieĂ es in einer ErklĂ€rung. Auch wenn China nicht ausdrĂŒcklich erwĂ€hnt wurde: Das Land beherrscht bei vielen Rohstoffen den Weltmarkt.
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Weltwirtschaft krisenfest machen
Die G7 wollen die Wirtschaft wieder auf einen ausgewogenen und nachhaltigen Wachstumskurs bringen. Die WiderstandsfĂ€higkeit mĂŒsse gestĂ€rkt und dauerhafte Marktverzerrungen, ĂberkapazitĂ€ten und Ungleichgewichte mĂŒssten bekĂ€mpft werden, hieĂ es in einer ErklĂ€rung. Das aktuelle Ungleichgewicht ist geprĂ€gt durch ein Handelsbilanzdefizit der USA, die viel ausgeben und sich stark verschulden sowie China, das viel exportiert und wenig einkauft und RekordĂŒberschĂŒsse erzielt. Europa produziert und exportiert zwar viel, sieht sich aber in der Klemme zwischen den Zöllen seines gröĂten Abnehmers, den USA, sowie der chinesischen Konkurrenz.
Entwicklungshilfe reformieren
Die G7 wollen eine Reform der Entwicklungshilfe. Das bestehende System der internationalen Entwicklungszusammenarbeit mĂŒsse erneuert werden, um den BedĂŒrfnissen kĂŒnftiger Generationen und den Herausforderungen der Gegenwart gerecht zu werden, hieĂ es in einer ErklĂ€rung. Traditionelle Entwicklungsstrategien hĂ€tten zu wichtigen Ergebnissen gefĂŒhrt, aber beim Verringern der AbhĂ€ngigkeit von Hilfe, dem StĂ€rken der Eigenverantwortung und der Schaffung von Wachstum nur begrenzte Auswirkungen gezeigt.Â
Kinderschutz im Internet
Die G7 wollen den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet deutlich verbessern. Die Staaten erhöhen den Druck auf Plattformbetreiber und Anbieter von KI-Diensten. In einer ErklĂ€rung verlangen sie wirksamere Alterskontrollen, mehr Schutzmechanismen und ein konsequentes Vorgehen gegen sexuellen Missbrauch und Deepfakes. «Wir, die Staats- und Regierungschefs der G7, verpflichten uns dazu, einen sicheren digitalen Raum fĂŒr MinderjĂ€hrige (âŠ) zu schaffen, der ihre Entwicklung, Bildung und ihr Wohlergehen fördert», heiĂt es.
G7 wollen Koordination im Kampf gegen Ebola-Krise
Die G7 wollen angesichts der FuĂball-WM und anstehender Urlaubszeit MaĂnahmen fĂŒr die EindĂ€mmung des Ebola-Ausbruchs im Kongo verstĂ€rken.
Sie setzt sich fĂŒr mehr Koordination zwischen ihren nationalen Behörden ein - unter Wahrung nationaler ZustĂ€ndigkeiten, heiĂt es in der ErklĂ€rung. Man arbeite an einheitlichen Reise-, QuarantĂ€ne- und Isolationsverfahren fĂŒr Menschen, die sich in den betroffenen Regionen aufgehalten hĂ€tten.
