Wolodymyr Selenskyj, Joe Biden

EU-Hilfen und US-MilitĂ€rpaket fĂŒr Ukraine - keine ATACMS-Raketen

22.09.2023 - 16:10:33 | dpa.de

Die EU hilft der Ukraine mit weiteren 1,5 Milliarden Euro fĂŒr ihre Infrastruktur, die US-Regierung genehmigt weitere MilitĂ€rhilfe. ATACMS-Raketen gibt es nicht - Biden erneuert aber eine andere Zusage.

Dankt fĂŒr die UntersĂŒtzung an «allen 575 Tagen» des Krieges: Wolodymyr Selenskyj zu Besuch bei Joe Biden. - Foto: Evan Vucci/AP/dpa

Die EuropĂ€ische Union unterstĂŒtzt die Ukraine mit weiteren 1,5 Milliarden Euro. Damit soll dem vom russischen Angriffskrieg betroffenen Land dabei geholfen werden, kritische Infrastruktur wie Straßen oder BrĂŒcken wieder aufzubauen und notwendige öffentliche Einrichtungen wie KrankenhĂ€user oder Schulen aufrechtzuerhalten. Das teilte die EU-Kommission in BrĂŒssel mit.

Mit dieser weiteren Hilfszahlung hat das osteuropĂ€ische Land in diesem Jahr bisher 13,5 Milliarden Euro von der EU erhalten. Das Geld ist Teil eines bis zu 18 Milliarden Euro umfassenden Darlehensprogramms, das im vergangenen Dezember von den EU-Mitgliedstaaten fĂŒr dieses Jahr vereinbart worden war. «Wir sind fest entschlossen, der Ukraine beizustehen, und wir werden auch weiterhin unseren Beitrag zum Wiederaufbau eines modernen und wohlhabenden Landes leisten», sagte EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen.

Waffen und AusrĂŒstung vom Pentagon

Unterdessen stellen die USA der Ukraine zur Verteidigung weitere MilitĂ€rhilfe bereit. Neu genehmigt werden Waffen und AusrĂŒstung im Wert von 128 Millionen Dollar (rund 120 Millionen Euro) aus BestĂ€nden des US-MilitĂ€rs, wie das Außenministerium in Washington mitteilte. Das Pentagon werde zudem Waffen und AusrĂŒstung im Wert von 197 Millionen US-Dollar bereitstellen, die bereits zuvor genehmigt wurden.

Das Paket mit einem Gesamtwert von rund 325 Millionen Dollar umfasst nach Angaben aus dem Pentagon unter anderem Artilleriemunition und Systeme zur Abwehr feindlicher Luftangriffe. Die aus Kiew geforderten ATACMS-Raketen mit einer Reichweite von bis zu 300 Kilometer sind darin nicht enthalten.

Biden: Abrams-Kampfpanzer werden bald geliefert

Die US-Regierung kĂŒndigte die MilitĂ€rhilfe wĂ€hrend eines Besuchs des ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj in der US-Hauptstadt Washington an. Er hatte sich zuvor mit Mitgliedern des US-Kongresses, Verteidigungsminister Lloyd Austin und PrĂ€sident Joe Biden getroffen, um fĂŒr weitere UnterstĂŒtzung zu werben. Seit Kriegsbeginn belĂ€uft sich die US-MilitĂ€rhilfe fĂŒr die Ukraine nach Regierungsangaben auf 43,9 Milliarden Dollar.

Biden kĂŒndigte nach dem Treffen mit Selenskyj an, dass die ersten von den USA zugesagten Kampfpanzer vom Typ M1 Abrams in der kommenden Woche geliefert wĂŒrden. Die US-Regierung hatte im Januar angekĂŒndigt, der Ukraine 31 Abrams-Panzer zu liefern. Im MĂ€rz sprach das Pentagon dann von einer geplanten Lieferung im Herbst.

Selenskyj: US-MilitÀrhilfen sehr kraftvoll

Selenskyj dankt den USA fĂŒr ihre anhaltende UnterstĂŒtzung im Abwehrkampf gegen Russland. Das neue Paket an US-MilitĂ€rhilfen sei sehr kraftvoll und beinhalte «genau das, was unsere Soldaten jetzt brauchen», sagte Selenskyj nach der Zusammenkunft mit Biden und diversen Kabinettsmitgliedern im Weißen Haus.

Amerika helfe auch dabei, die ukrainische Luftabwehr fĂŒr den kommenden Winter zu stĂ€rken und an der Aufstellung der ukrainischen StreitkrĂ€fte der Zukunft zu arbeiten, um neue Angriffe auf sein Land zu verhindern. Selenskyj betonte, er danke den USA nicht nur fĂŒr die neue Hilfe, sondern fĂŒr die UnterstĂŒtzung an «allen 575 Tagen» des Krieges.

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