Katar, Freilassung

Katar sieht Deal zur Freilassung von Geiseln in Reichweite

Veröffentlicht am: 19.11.2023 um 12:21 Uhr | dpa.de

Die Hamas soll laut israelischen Medien grundsÀtzlich zur Freilassung von 87 Geiseln bereit sein. Im Gegenzug fordert sie eine Kampfpause und die Freilassung von inhaftierten Frauen und MinderjÀhrigen.

Trotz Waffenruhe kommt es in Gaza immer wieder zu tödlichen ZwischenfÀllen. (Archivbild)  - Bild: Ilia Yefimovich/dpa
Trotz Waffenruhe kommt es in Gaza immer wieder zu tödlichen ZwischenfÀllen. (Archivbild) - Bild: Ilia Yefimovich/dpa

Eine Vereinbarung ĂŒber die Freilassung von Geiseln aus der Gewalt der islamistischen Hamas im Gazastreifen ist nach Darstellung Katars in Reichweite. Die HĂŒrden bis zu solch einem Deal seien nur noch «sehr gering», sagte Katars MinisterprĂ€sident und Außenminister Mohammed bin Abdulrahman Al Thani in Doha. «Die Knackpunkte sind jetzt ehrlich gesagt eher praktisch und logistisch», sagte Al Thani nach einem Treffen mit dem EU-Außenbeauftragten Josep Borrell. Diese Punkte wĂŒrden den «Kern des Deals» aber nicht wirklich berĂŒhren.

Zusammen mit Ägypten hat sich im Gaza-Krieg vor allem Katar als Vermittler hervorgetan dank seiner langen Beziehungen zur Hamas, die von den USA, der EU und Israel als Terrororganisation eingestuft wird. Im Lauf der vergangenen Wochen habe der angestrebte Deal «von Zeit zu Zeit Höhen und Tiefen» erlebt, sagte Al Thani. Bei den GesprĂ€chen mit der Hamas und mit Israel habe es aber «gute Fortschritte vor allem in den vergangenen Tagen» gegeben, sagte er.

Medien berichten ĂŒber Details des Deals

Zuvor hatte das israelische Fernsehen Details einer möglichen Vereinbarung zur Freilassung von Geiseln im Gazastreifen veröffentlicht. Demnach soll die islamistische Terrororganisation Hamas grundsĂ€tzliche Bereitschaft zur Freilassung von 87 Geiseln signalisiert haben, berichtete der Sender N12. Darunter seien 53 Frauen, Kinder und Jugendliche sowie 34 AuslĂ€nder. Im Gegenzug mĂŒsse Israel sich zu fĂŒnf Tagen Kampfpause im Gazastreifen sowie zur Freilassung von weiblichen palĂ€stinensischen HĂ€ftlingen, MinderjĂ€hrigen in israelischen GefĂ€ngnissen und sogenannten SicherheitshĂ€ftlingen verpflichten. Außerdem verlange die Hamas die Einfuhr von mehr Treibstoff in den KĂŒstenstreifen.

Kontakt zum Hamas-Chef nur ĂŒber Vermittler

Der Sender berichtete gleichzeitig, es sei noch unklar, ob der Deal vorangehen werde. Ein Problem sei, dass es zuletzt kaum noch Kontakt mit dem Hamas-Chef im Gazastreifen, Jihia al-Sinwar, gegeben habe. Er habe noch keine klare abschließende Antwort ĂŒber die Vermittler in Katar ĂŒbermittelt, hieß es. Israel geht davon aus, dass al-Sinwar sich seit Beginn des Kriegs am 7. Oktober in unterirdischen Verstecken aufhĂ€lt. Zuletzt wurde er in seinem Geburtsort Chan Junis im SĂŒden des KĂŒstenstreifens vermutet. Die Kommunikation erfolgt dem TV-Sender zufolge ĂŒber mehrere Vermittler.

Am 7. Oktober hatten Terroristen der Hamas und anderer Gruppen bei Massakern und Angriffen im israelischen Grenzgebiet rund 240 Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Vier wurden spÀter freigelassen und eine befreit. Zudem wurden in Gaza die Leichen zweier israelischer Frauen von israelischen Soldaten geborgen. Wie viele von den anderen noch am Leben sind, ist unklar. Der israelische Armeesprecher Daniel Hagari nannte am Samstagabend die Zahl von 236 Geiseln.

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