Terre des Hommes warnt vor KĂŒrzung der Entwicklungshilfe
03.07.2025 - 06:45:21 | dts-nachrichtenagentur.de
Die Kinderrechtsorganisation Terre des Hommes hat in der Diskussion um Verteidigungsausgaben und Nato-Ziele die Bundesregierung fĂŒr einen unverhĂ€ltnismĂ€Ăigen Fokus auf das militĂ€rische Budget kritisiert.
Armensiedlung Villa 31 in Buenos Aires (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung" sagte Vorstandssprecher Joshua Hofert, "wer globale Sicherheit anstrebt, wer eine regelbasierte globale Ordnung anstrebt, der darf nicht nur an RĂŒstung denken, sondern darf auch an humanitĂ€ren Aufgaben nicht sparen". Dies aber habe die Bundesregierung angekĂŒndigt, warf Hofert Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und seinem Kabinett vor.
Mit Blick auf Staaten wie die Niederlande, die USA und GroĂbritannien, die ihre Hilfsausgaben auch unter Hinweis auf Fehlanreize und mangelnde Wirksamkeit zuletzt drastisch gesenkt hatten, warnte Hofert, "Deutschland sollte die Fehler anderer LĂ€nder nicht selbst begehen". Die Entwicklung sei schon deswegen schwierig, weil sich die Staaten eigentlich einmal verpflichtet hĂ€tten, Armut und Hunger bis 2030 zu beseitigen und Ungleichheiten zu bekĂ€mpfen.
"Diese Anstrengungen erlahmen", monierte der Chef der Hilfsorganisation.
Hofert wies darauf hin, dass 500 Millionen Kinder in Kriegs- und Krisengebieten leben. 138 Millionen Kinder wĂŒrden weltweit arbeiten, davon 54 Millionen unter gefĂ€hrlichen Bedingungen. Durch den RĂŒckzug von Staaten, die sich bisher international engagiert und fĂŒr Ă€rmere LĂ€nder eingesetzt hĂ€tten, wachse die deutsche Verantwortung. "Das wird nicht ohne Folgen dafĂŒr bleiben, wie es Kindern weltweit geht", appellierte Hofert an die Bundesregierung, ihre KĂŒrzungsplĂ€ne zu ĂŒberdenken.
Gleichzeitig gab sich Hofert selbstkritisch. "Mehr und mehr Staaten wenden sich gegen eine westliche Dominanz und grenzen sich vom globalen Norden ab", lasse sich in den Hilfsgebieten beobachten. "Nicht alles, was wir tun, nicht alles, was andere Organisationen tun, hat immer funktioniert und wird immer funktionieren", fĂŒgte der Terre-des-Hommes-Chef hinzu. Modern arbeitende Organisationen hĂ€tten aber aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. "Ich glaube, dass das traditionelle Bild westlicher Entwicklungshilfe lĂ€ngst ĂŒberholt ist", sagte Hofert.
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