Russland, Konflikte

Kreml reagiert auf Kritik einer Bloggerin

16.04.2026 - 13:46:54 | dpa.de

Die Kritik der Lifestyle-Bloggerin Viktorija Bonja in einer Videobotschaft an PrÀsident Putin und den ZustÀnden in Russland zieht Kreise. Nun sieht sich auch der Kreml in ErklÀrungsnot.

Kremlsprecher Dmitri Peskow kĂŒndigt nach Kritik einer Bloggerin an den ZustĂ€nden in Russland Arbeit an Problemen an. (Archivbild) - Foto: Alexander Zemlianichenko/AP/dpa

Mit ihrer kritischen Videobotschaft an PrÀsident Wladimir Putin zu den Problemen in Russland hat die prominente Bloggerin Viktorija Bonja nun auch Gehör im Kreml gefunden. «TatsÀchlich hat sie sehr viele Aufrufe und die Aufmerksamkeit des Publikums in den sozialen Netzwerken auf sich gezogen. Das ist wirklich so», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Sie hÀtten das Video im Kreml selbst gesehen. «Darin werden viele Themen angesprochen, an denen (...) tatsÀchlich gearbeitet wird.» Es gehe um brisante Themen.

Bonja, die bei Instagram rund 13 Millionen Follower hat, kritisiert etwa die Internetsperren. Sie beklagt zudem, dass Menschen in Notlagen allein gelassen wĂŒrden. So spricht sie etwa die Flutkatastrophe in der russischen Teilrepublik Dagestan nach heftigen RegenfĂ€llen an, wo viele Menschen obdachlos seien, wĂ€hrend sich korrupte Beamte die Taschen vollschlagen wĂŒrden. 

Bloggerin an Putin: «Man hat Angst vor Ihnen»

Niemand traue sich, Putin ĂŒber die wahre Lage zu informieren, meint Bonja, die durch eine Reality-Show im Fernsehen bekanntgeworden ist. «Wladimir Wladimirowitsch, man hat Angst vor Ihnen», betont sie in ihrer Videobotschaft, die mehr als eine Million Likes bei Instagram und viele zustimmende Kommentare erhielt. «Das Volk hat Angst vor Ihnen, Blogger, KĂŒnstler haben Angst, Gouverneure haben Angst vor Ihnen. Und Sie sind der PrĂ€sident unseres Landes. Mir scheint, wir sollten keine Angst haben», sagt sie.

Manche meinen inzwischen sogar, Bonja sei so wohltuend mutig, sie solle bei der PrĂ€sidentenwahl antreten. Das lehnt sie aber ab. Sie will sich klar als UnterstĂŒtzerin Putins verstanden wissen.

Kritik an Internetsperren massiv in Russland

Peskow sagte nun mit Blick auf die von ihr angesprochenen Probleme: «Aber, um fair zu sein, es wird viel daran gearbeitet, eine große Anzahl von Menschen ist daran beteiligt, und all das wird nicht ignoriert.» 

Vor allem ist die Kritik an den hĂ€ufigen Sperrungen des mobilen Internets in Russland groß. Straßenproteste gegen die Blockaden werden zwar immer wieder verboten, aber die Menschen schreiben Beschwerdebriefe an die PrĂ€sidialverwaltung. Auch prominente kremlnahe Politiker kritisieren die EinschrĂ€nkungen. 

Peskow erklÀrte, dass die Sperren der Sicherheit in Russland dienten. Er stellte in Aussicht, dass sich nach Ende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine die Lage normalisieren werde. Ein Kriegsende ist aber nicht in Sicht.

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