Kuba begnadigt mehr als 2.000 Gefangene
03.04.2026 - 06:17:53 | dpa.de
Kurz vor Ostern hat die kubanische Regierung eigenen Angaben nach mehr als 2.000 Gefangene begnadigt. Es handele sich um eine humanitĂ€re Geste wĂ€hrend der Karwoche, teilte die kommunistische Regierung auf X mit. Unter den Begnadigten seien junge Menschen sowie Ăber-60-JĂ€hrige, Frauen und AuslĂ€nder. Nicht entlassen werden sollen demnach aber unter anderem SexualstraftĂ€ter oder Mörder. Weitere Details nannte die Regierung zunĂ€chst nicht. Unklar war, ob politische Gefangene unter den Begnadigten waren.Â
Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund massiver Spannungen mit den USA. Der kommunistische Inselstaat steckt seit Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise, die seit drei Monaten durch ein US-Ălembargo dramatisch verschĂ€rft wird. Washington fordert unter anderem immer wieder die Freilassung von HĂ€ftlingen und hatte zuletzt den Druck auf Kuba erhöht, wirtschaftlichen und politischen VerĂ€nderungen zuzustimmen.
Zweite Begnadigungswelle innerhalb kurzer Zeit
Bereits Mitte MĂ€rz hatte Havanna ĂŒberraschend die Freilassung von 51 HĂ€ftlingen angekĂŒndigt - mit dem Hinweis, dies sei das Ergebnis der engen Kontakte mit dem Vatikan. Zuletzt hatte es Zeichen einer möglichen Vermittlerrolle der Kirche im Konflikt zwischen Havanna und Washington gegeben.
Es handele sich bereits um die zweite Freilassung von Inhaftierten in diesem Jahr im Zusammenhang mit den religiösen Feierlichkeiten der Karwoche, hieà es nun aus Havanna zur erneuten Begnadigung. Einen Bezug zu den Spannungen mit Washington stellte die Regierung nicht her.
Die Entscheidung zur Begnadigung beruht der kubanischen Regierung zufolge auf einer sorgfĂ€ltigen Analyse unter anderem der begangenen Straftaten, des guten Verhaltens im GefĂ€ngnis und des Gesundheitszustandes. Entlassen wĂŒrden Menschen, die einen erheblichen Teil ihrer Strafe bereits verbĂŒĂt hĂ€tten.
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