Amnesty beklagt ethnische SĂ€uberung des Westjordanlandes
10.06.2026 - 12:06:14 | dts-nachrichtenagentur.de
Die Gewalt von Siedlern sei ein zentraler Bestandteil der "staatlich gebilligten Kampagne ethnischer SĂ€uberung", so Amnesty. Diese MaĂnahmen zielten darauf ab, PalĂ€stinenser aus dem C-Gebiet zu vertreiben, welches mehr als 60 Prozent des besetzten Westjordanlands umfasst. Amnesty International untersuchte fĂŒr den Bericht 27 Gemeinschaften, die von Vertreibung bedroht sind, und fĂŒhrte Interviews mit Betroffenen und Experten.
"Erst im MĂ€rz erklĂ€rte Bundeskanzler Merz, es dĂŒrfe keine weiteren Annexionsschritte im Westjordanland geben", sagte Julia Duchrow, GeneralsekretĂ€rin von Amnesty International in Deutschland. Doch diese Schritte gebe es lĂ€ngst. "Es gibt sie seit Jahrzehnten. Und seit Amtsantritt der aktuellen israelischen Regierung sind aus Schritten SprĂŒnge geworden."
"Die Bundesregierung muss zeigen, dass Völkerrecht und Menschenrechte fĂŒr sie mehr sind als reine Lippenbekenntnisse", so Duchrow. Es mangele nicht an konkreten politischen MaĂnahmen, die es zu ergreifen gelte. Was fehle, sei der politische Wille, sie umzusetzen.?"Vor allem muss die Bundesregierung ihre Blockade gegen die Aussetzung des EU-Assoziierungsabkommens mit Israel aufgeben. Am 15. Juni tagen die EU-AuĂenminister dazu. Ob es zur Aussetzung kommt, hĂ€ngt wesentlich an zwei LĂ€ndern: Italien und Deutschland."
