USA sehen entscheidende Tage im Iran-Krieg
31.03.2026 - 15:53:19 | dpa.deUS-Verteidigungsminister Pete Hegseth sieht die kommenden Tage im Krieg mit dem Iran als entscheidend an. «In nur einem Monat haben wir die Bedingungen festgelegt â die kommenden Tage werden entscheidend sein», sagte er bei einer Pressekonferenz in Washington. Hegseth betonte, er bevorzuge es, den Krieg mit einem Abkommen zu beenden. «In der Zwischenzeit werden wir mit Bomben verhandeln.»
Hegseth sagte, die neue iranische FĂŒhrung sollte sich klĂŒger verhalten als die alte und einem Abkommen zustimmen. US-PrĂ€sident Donald Trump sei dazu bereit. «Wenn der Iran nicht bereit ist, wird das US-Kriegsministerium mit noch gröĂerer IntensitĂ€t weitermachen.»
Hegseth sieht Iran trotz andauernder Angriffe militÀrisch am Ende
Obwohl auch am Dienstag unter anderem Israel, Saudi-Arabien und Kuwait iranische Angriffe meldeten, bei denen es Verletzte und SchÀden gab, bekrÀftigte Hegseth die Darstellung, der Iran sei militÀrisch am Ende. «Ja, sie feuern noch ein paar Raketen ab. Aber wir fangen sie ab.» Nie zuvor im Krieg sei die Zahl der vom Iran abgefeuerten Drohnen und Raketen so gering gewesen wie in den vergangenen 24 Stunden.
Zuvor hatten die USA mit bunkerbrechenden Bomben iranische MilitĂ€reinrichtungen angegriffen. Laut Medienberichten waren groĂe Munitionsdepots im Raum Isfahan das Ziel. Der Iran bestĂ€tigte die Attacken. «Derzeit liegen noch keine Informationen ĂŒber das AusmaĂ der SchĂ€den oder die Zahl der Toten und Verletzten dieser Angriffe vor», zitierte die iranische Nachrichtenagentur Isna den Vizegouverneur der Provinz, Akbar Salehi.Â
Schwere Explosionen im Raum Isfahan
In der Ziel-Region liegt auch die Atomanlage Isfahan. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) geht davon aus, dass die Islamische Republik in Isfahan zumindest Teile ihres hochangereicherten Urans unterirdisch gelagert hat.
Aufnahmen in den sozialen Medien zeigten schwere Explosionen in der Nacht. Auf Bildern war nach den Bombardierungen unter anderem ein glĂŒhend orangefarbener Nachthimmel zu sehen. «Sechs bunkerbrechende Bomben trafen den Berg Sofeh, sehr viele Folgeexplosionen, mehrere pro Sekunde, der Himmel ist hell erleuchtet», zitierte der Netzaktivist Vahid eine Nachricht.
In einem Interview mit dem US-Nachrichtenportal «Newsmax» betonte der israelische MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu, dass die Zerstörung der UranvorrĂ€te Teherans aktuell das zentrale Ziel der Angriffe sei. Zum Verlauf des Krieges sagte er: «Wir haben mehr als die HĂ€lfte des Weges zum Erfolg unserer Mission zurĂŒckgelegt.»Â
Neue Angriffe auf Israel
Nach einem neuen iranischen Raketenangriff auf Israel hat es nach Polizeiangaben mehrere EinschlĂ€ge im GroĂraum Tel Aviv gegeben. Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom wurden sechs Menschen verletzt.
Einzelne Schiffe passieren StraĂe von Hormus
Der Iran setzt auch einen Monat nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe den Beschuss auf benachbarte Golfstaaten mit ballistischen Raketen und Drohnen fort. Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten erneute Angriffe. Im Persischen Golf wurde zudem vor der KĂŒste von Dubai ein riesiger kuwaitischer Ăltanker getroffen, teilte die Kuwait Petroleum Corporation nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Kuna mit. Es brach ein Feuer aus, das nach Angaben der Behörden in Dubai erst nach mehreren Stunden gelöscht werden konnte. Verletzte gebe es nicht.
Ungewiss ist weiter, ob und wann eine Durchfahrt der fĂŒr den globalen Waren- sowie Ăl- und Gashandel wichtigen StraĂe von Hormus wieder möglich sein wird. Zumindest drei chinesischen Schiffen ist nach Angaben aus Peking jĂŒngst die Durchfahrt der Meerenge gelungen. Die Schiffe hĂ€tten die Route nach Abstimmung mit allen Seiten passiert, sagte AuĂenamtssprecherin Mao Ning in Peking.
Ifo: Krieg wird zur Belastungsprobe fĂŒr deutsche Wirtschaft
FĂŒr die deutsche Wirtschaft entwickelt sich der Iran-Krieg nach EinschĂ€tzung des Ifo-Instituts zu einer groĂen Belastung. Rund 90 Prozent der Industrieunternehmen erwarten, dass der Krieg ihre GeschĂ€fte beeintrĂ€chtigt, wie aus einer Umfrage des MĂŒnchner Forschungsinstituts hervorgeht. Nur 9 Prozent sehen sich derzeit nicht betroffen.Â
«Der Konflikt trifft die Industrie unmittelbar, sorgt aber vor allem fĂŒr groĂe Unsicherheit», sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. «Viele Firmen stellen sich auf zusĂ€tzliche Belastungen in den kommenden Monaten ein.»
KĂ€mpfe im SĂŒden Libanons gehen weiter
Die israelische Armee hat derweil nach eigenen Angaben bei ihrem Einsatz im SĂŒden des Libanon binnen 24 Stunden «Dutzende Terroristen» getötet. Diese seien bei Versuchen identifiziert worden, Soldaten von Verstecken aus anzugreifen.Â
Nach Beginn des Iran-Kriegs vor einem Monat hatte auch die mit Teheran verbĂŒndete libanesische Hisbollah-Miliz ihre Angriffe auf Israel wieder aufgenommen. Israel reagierte mit heftigen Luftangriffen und BodeneinsĂ€tzen in dem nördlichen Nachbarland. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz sagte kĂŒrzlich, Israel wolle bis auf weiteres das Gebiet bis zum Litani-Fluss im SĂŒdlibanon kontrollieren.Â
Zuletzt gab ein israelischer MilitĂ€rsprecher die Zahl der getöteten Hisbollah-KĂ€mpfer binnen eines Monats mit mehr als 850 an. Die Angaben lassen sich nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen und die Hisbollah Ă€uĂert sich nicht zu den eigenen Verlusten. Bei den israelischen StreitkrĂ€ften sind bisher nach offiziellen Angaben zehn Soldaten getötet worden.
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