Iran, USA

Ringen um Frieden: USA und Iran starten heikle Verhandlungen

11.04.2026 - 15:45:44 | dpa.de

Die Verhandler aus den USA und dem Iran waren mit langen Wunschlisten nach Islamabad gereist. Können die GesprĂ€che die FriedensbemĂŒhungen voranbringen?

  • Die US-Delegation um JD Vance landete auf einem LuftwaffenstĂŒtzpunkt nahe der Hauptstadt Islamabad. - Foto: Jacquelyn Martin/AP POOL/AP/dpa
  • Pakistans Premier Sharif fĂŒhrte mit beiden Delegationen VorgesprĂ€che. - Foto: ---/PressebĂŒro Pakistanische Regierung/dpa
  • Die Sicherheitsvorkehrungen fĂŒr die GesprĂ€che in der pakistanischen Hauptstadt sind hoch. - Foto: Anjum Naveed/AP/dpa
Die US-Delegation um JD Vance landete auf einem LuftwaffenstĂŒtzpunkt nahe der Hauptstadt Islamabad. - Foto: Jacquelyn Martin/AP POOL/AP/dpa Pakistans Premier Sharif fĂŒhrte mit beiden Delegationen VorgesprĂ€che. - Foto: ---/PressebĂŒro Pakistanische Regierung/dpa Die Sicherheitsvorkehrungen fĂŒr die GesprĂ€che in der pakistanischen Hauptstadt sind hoch. - Foto: Anjum Naveed/AP/dpa

In der pakistanischen Hauptstadt Islamabad hat das Ringen um ein dauerhaftes Ende des Iran-Krieges begonnen. Nach getrennten VorgesprĂ€chen der Delegationen aus den USA und dem Iran mit Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif starteten die Kriegsparteien ihre Friedensverhandlungen. Die GesprĂ€che gelten allerdings als Ă€ußerst fragil, die Delegationen waren mit langen Listen an Forderungen angereist.

Nach Angaben des Weißen Hauses sprechen die USA und der Iran direkt miteinander, unter Anwesenheit von Vertretern des Vermittlers Pakistan. Ein hochrangiger Regierungsbeamter des Weißen Hauses bestĂ€tigte ein trilaterales Treffen. Zuvor hatte es bereits aus pakistanischen Sicherheitskreisen geheißen, dass es direkte GesprĂ€che gebe.

Davor hatte Gastgeber Sharif bei zwei separaten Treffen mit den jeweiligen Leitern der Verhandlungsdelegationen gesprochen, US?VizeprĂ€sident JD Vance und Irans ParlamentsprĂ€sident Mohammed Bagher Ghalibaf. Sharif bemĂŒhte sich dabei laut dem arabischen Fernsehsender Al Jazeera um direkte GesprĂ€che unter pakistanischer Beteiligung.

Die von Pakistan vermittelte Verhandlungsrunde ist laut «New York Times» das hochrangigste direkte Treffen zwischen US-amerikanischen und iranischen Beamten seit der Islamischen Revolution im Iran 1979. Die Sicherheitsvorkehrungen in Islamabad sind hoch. Mehr als 10.000 SicherheitskrĂ€fte, darunter Soldaten, Polizisten und paramilitĂ€rische Einheiten, wurden fĂŒr die Verhandlungen stationiert. Das Regierungsviertel und die diplomatische Zone sind abgeriegelt.

Welche Forderungen stehen im Raum?

Die USA und der Iran hatten sich in der Nacht zum Mittwoch auf eine zweiwöchige Waffenruhe verstĂ€ndigt - nun geht es in Islamabad um eine dauerhafte Friedenslösung. Die Liste an zu ĂŒberwindenden Differenzen ist aber kompliziert und lang. Zu den grĂ¶ĂŸten Streitpunkten zĂ€hlt Teherans Blockade der Straße von Hormus. Der Iran beansprucht die Kontrolle der fĂŒr die weltweite Energieversorgung wichtigen Meerenge und plant ein Mautsystem. Die USA wollen wie vor dem Krieg eine freie und sichere Durchfahrt ohne Maut.

Zudem verlangt Washington die Herausgabe von mehr als 400 Kilogramm hoch angereicherten Urans und die Einstellung des iranischen Atomprogramms. Washington will dem Iran auch eine Begrenzung seines Programms zur Entwicklung ballistischer Raketen auferlegen. 

Teheran pocht indes auf die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte sowie Reparationszahlungen fĂŒr die wĂ€hrend des Kriegs entstandenen SchĂ€den. Zudem verlangt der Iran die Aufhebung sĂ€mtlicher Sanktionen, eine Garantie, dass es nicht mehr zu Angriffen kommen wird, und einen Abzug von US-Soldaten aus dem Nahen Osten. 

Irans Außenminister misstrauisch

Der iranische Staatssender Irib zitierte vor den GesprĂ€chen Außenminister Abbas Araghtschi: Er erklĂ€rte, man gehe mit «völligem Misstrauen» in die GesprĂ€che und werde mit aller Kraft dafĂŒr kĂ€mpfen, die Interessen und Rechte der iranischen Nation zu sichern. Der Staatssender bezog sich dabei auf ein TelefongesprĂ€ch Araghtschis mit dem deutschen Außenminister Johann Wadephul (CDU) am Donnerstag.

Die neue FĂŒhrung in Teheran sieht sich in einer Position der StĂ€rke: Das Machtsystem der Islamischen Republik ist nach mehr als fĂŒnf Wochen Krieg weiter intakt und die US-VerbĂŒndeten am Persischen Golf mussten schmerzhafte Gegenangriffe verkraften. Vor allem hĂ€lt der Iran mit der Kontrolle ĂŒber die Straße von Hormus die Weltwirtschaft in Atem. Aus iranischer Sicht steht Washington auch deswegen unter Zeitdruck. 

Die Amerikaner hatten eine andere Ausgangslage gezeichnet. Die USA und Israel haben im Iran Tausende Ziele angegriffen, das Land militĂ€risch massiv geschwĂ€cht und einen Teil der FĂŒhrungsriege getötet. Trump meint, die USA hielten deshalb alle TrĂŒmpfe in der Hand. «Der einzige Grund, warum sie heute noch am Leben sind, ist, um zu verhandeln!», schrieb er etwa am Freitag.

Weiter Angriffe zwischen Israel und Hisbollah im Libanon

Trotz scharfer Rhetorik hĂ€lt die Waffenruhe. Es ist jedoch umstritten, ob sie auch fĂŒr den Libanon gilt - Teheran sieht das so, die USA und Israel nicht. Deswegen war bis zuletzt noch unklar, ob die iranische Delegation ĂŒberhaupt an den GesprĂ€chen teilnehmen wĂŒrde. Teheran verlangte als Vorbedingung ein Ende der israelischen Angriffe auf die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon. Israel hatte den Libanon und insbesondere die Hauptstadt Beirut am Mittwoch mit massiven Angriffen ĂŒberzogen.

Die Gewalt zwischen dem israelischen MilitĂ€r und der Hisbollah-Miliz dauerte auch am Samstag an. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur meldete am frĂŒhen Morgen Luftangriffe im SĂŒden des Landes. Israels MilitĂ€r gab an, weiter Angriffe der Hisbollah zu vereiteln. Israelische Truppen haben Medienberichten zufolge zudem eine Hochburg der Miliz im SĂŒdlibanon eingekreist. Hisbollah-KĂ€mpfer seien dort laut dem Nachrichtenportal «ynet» seit Tagen eingeschlossen.

Allerdings knĂŒpften Israel und der Libanon Kontakte zur Vorbereitung von GesprĂ€chen ĂŒber eine Waffenruhe. Ein erstes Treffen soll demnach am Dienstag im US-Außenministerium stattfinden. Ziel sei die VerkĂŒndung einer Waffenruhe und der Beginn formeller Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon unter Vermittlung der USA, hieß es aus Beirut. Laut einem Bericht des US-Nachrichtenportals «Axios» ist Israel zwar zu GesprĂ€chen mit dem Libanon bereit, nicht aber zu Verhandlungen ĂŒber eine Feuerpause gegenĂŒber der proiranischen Hisbollah.

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