USA, Iran

Vorerst keine Einigung zwischen USA und Iran

12.04.2026 - 05:30:35 | dpa.de

Die Verhandlungen unter Vermittlung Pakistans ziehen sich bis in die frĂŒhen Morgenstunden. Eine Einigung wird trotzdem nicht erzielt. Wie es nun weitergeht, ist unklar.

  • JD Vance kehrt ohne greifbares Ergebnis in die USA zurĂŒck. - Foto: Jacquelyn Martin/POOL AP/AP/dpa
  • Die GesprĂ€che in Islamabad dauerten bis in die frĂŒhen Morgenstunden an. - Foto: Wang Shen/XinHua/dpa
  • Der iranische Parlamentssprecher Bagher Ghalibaf (l) leitete die Verhandlungen fĂŒr Teheran. - Foto: Uncredited/Pakistan Prime Minister Office/AP/dpa
JD Vance kehrt ohne greifbares Ergebnis in die USA zurĂŒck.  - Foto: Jacquelyn Martin/POOL AP/AP/dpa Die GesprĂ€che in Islamabad dauerten bis in die frĂŒhen Morgenstunden an.  - Foto: Wang Shen/XinHua/dpa Der iranische Parlamentssprecher Bagher Ghalibaf (l) leitete die Verhandlungen fĂŒr Teheran.  - Foto: Uncredited/Pakistan Prime Minister Office/AP/dpa

Die direkten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran unter Vermittlung Pakistans sind am frĂŒhen Sonntagmorgen ohne greifbares Ergebnis zu Ende gegangen. Nach den Worten von US-VizeprĂ€sident JD Vance wurde bei den GesprĂ€chen in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad keine Einigung erzielt. Ob und wann es zu weiteren Verhandlungen kommen wird, war zunĂ€chst nicht bekannt.

Man verlasse nun den Ort der Verhandlungen und lasse einen Vorschlag fĂŒr den Iran zurĂŒck, der ein endgĂŒltiges Angebot darstelle, sagte Vance. Der US-Vize bestieg nach Angaben anwesender Journalisten noch am Morgen ein Flugzeug in Richtung USA. Teheran plane keine weitere Verhandlungsrunde, berichtete die iranischen Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf eine mit den Verhandlungen vertraute Quelle.

Nach 21 Stunden Verhandlungen hÀtte sich die iranische Seite dazu entschieden, die Bedingungen der USA nicht zu akzeptieren, sagte Vance. Die USA hÀtten klargemacht, wo die roten Linien liegen und in welchen Punkten man bereit sei, dem Iran entgegenzukommen. Der US-Vize sagte nicht im Detail, was genau die Knackpunkte waren. Er sagte lediglich, man habe bislang nicht gesehen, dass sich der Iran grundlegend dazu verpflichte, langfristig keine Atomwaffen zu entwickeln. «Wir hoffen, dass wir es noch sehen werden.» WÀhrend der Verhandlungen sei er in stÀndigem Kontakt mit US-PrÀsident Donald Trump gewesen, sagte Vance weiter. 

Iran: Erfolg des diplomatischen Prozesses hÀngt von Gegenseite ab

Laut dem iranischen Außenamtssprecher Ismail Baghai ging es bei den Verhandlungen um zentrale Themen wie die Straße von Hormus, die Atomfrage, Kriegsreparationen, die Aufhebung von Sanktionen sowie ein Ende des Krieges in der Region. Bis in den Sonntag hinein hĂ€tten «intensive Verhandlungen» stattgefunden. Dabei seien «zahlreiche Nachrichten und Texte» zwischen den beiden Seiten ausgetauscht worden, schrieb Baghai in den frĂŒhen Morgenstunden kurz vor der Pressekonferenz von Vance auf X. 

Der Erfolg des diplomatischen Prozesses hĂ€nge aber «von der Ernsthaftigkeit und dem guten Willen der Gegenseite ab, von ĂŒberzogenen und unzulĂ€ssigen Forderungen abzusehen und die legitimen Rechte und Interessen des Irans anzuerkennen», schrieb Baghai weiter

Iranische Medien: Große Differenzen bei Verhandlungen

Iranische Medien hatten zuvor ĂŒber große Differenzen bei den Verhandlungen mit den USA berichtet. Die Nachrichtenagenturen Tasnim und Fars sprachen von Â«ĂŒberzogenen Forderungen» der US-Seite. Konkret wurde die Straße von Hormus als zentraler Streitpunkt genannt. Der Fortschritt der Verhandlungen sei damit aus iranischer Sicht behindert worden.

Tasnim zufolge bestand die iranische Delegation auf der «Wahrung der militĂ€rischen Errungenschaften», eine mögliche Anspielung auf das Raketenprogramm der Islamischen Republik. Den grĂ¶ĂŸten Streit soll es beiden Berichten zufolge jedoch bei Fragen rund um die Straße von Hormus gegeben haben.

Die Meerenge verbindet den Persischen Golf mit dem Indischen Ozean und damit die großen ÖlförderlĂ€nder der Region mit den WeltmĂ€rkten. Der Iran hat die Kontrolle der Seestraße seit Kriegsbeginn an sich gerissen. US-PrĂ€sident Trump hatte ihre Öffnung zur Bedingung fĂŒr die am vergangenen Mittwoch verkĂŒndete, zweiwöchige Waffenruhe gemacht.

Historische GesprÀche

Die GesprÀche in Islamabad gelten trotz einer ausbleibenden Einigung als historisch. Am 28. Februar hatten die USA und Israel den Krieg gegen Iran begonnen. Die iranischen StreitkrÀfte reagierten mit Raketenbeschuss und attackierten nicht nur Ziele in Israel, sondern in der ganzen Golfregion. Der Konflikt weitete sich damit zu einem regionalen Krieg aus. Am Mittwoch hatten sich die USA und der Iran auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. 

Verhandlungsleiter fĂŒr die USA in Islamabad war VizeprĂ€sident Vance, fĂŒr die Islamische Republik ParlamentsprĂ€sident Mohammed Bagher Ghalibaf. Die von Pakistan vermittelte Verhandlungsrunde war laut «New York Times» das hochrangigste direkte Treffen zwischen US-amerikanischen und iranischen Beamten seit der Islamischen Revolution im Iran 1979. Das Blatt berichtete unter Berufung auf zwei hochrangige iranische Beamte, dass Vance und Ghalibaf sich die Hand schĂŒttelten. Die Stimmung des Treffens war zunĂ€chst als herzlich und ruhig beschrieben worden.

Trump sagte unterdessen am Samstagnachmittag (US-Ortszeit) kurz vor seinem Abflug nach Miami, ihm sei gleichgĂŒltig, ob ein Abkommen mit dem Iran erreicht werde oder nicht. «Wir gewinnen so oder so», erklĂ€rte er vor Journalisten. «Wir haben sie militĂ€risch besiegt.»

Centcom: US-Zerstörer passieren Straße von Hormus

Zeitgleich mit den Verhandlungen in Pakistan erklĂ€rte das US-Regionalkommando fĂŒr den Nahen Osten (Centcom), einen Marineeinsatz zur RĂ€umung von Seeminen begonnen zu haben. Zwei Zerstörer hĂ€tten dazu die Straße von Hormus passiert und seien im Arabischen Golf im Einsatz gewesen, hieß es in einer Mitteilung von Centcom auf X. Trump sagte wenig spĂ€ter, Minensuchboote seien im Einsatz. Die iranischen Revolutionsgarden hatten vor wenigen Tagen einen Bereich der Meerenge als Gefahrenzone deklariert und vor Minen in den Schifffahrtsrouten gewarnt.

Von Centcom hieß es weiter, die Mission solle sicherstellen, dass die Straße vollstĂ€ndig frei von Seeminen sei. «Heute haben wir mit der Einrichtung einer neuen Passage begonnen und werden diesen sicheren Weg bald mit der Schifffahrtsindustrie teilen, um den freien Warenverkehr zu fördern», wurde Centcom-Kommandeur Admiral Brad Cooper zitiert.

In der Nacht zum Sonntag wiesen die Iraner dies zurĂŒck. Berichte ĂŒber die Durchfahrt amerikanischer Schiffe durch die Straße von Hormus dementiere man, hieß es in einer Mitteilung der Islamischen Revolutionsgarden. Jeder Versuch von MilitĂ€rschiffen, die Straße zu passieren, werde auf entschiedenen Widerstand treffen. Die Durchfahrt sei gemĂ€ĂŸ den geltenden Bestimmungen ausschließlich zivilen Schiffen gestattet, hieß es. Zuvor hatte die iranische Marine am Samstag bereits US-Kriegsschiffe vor einer Durchquerung der Straße von Hormus gewarnt und mit Angriffen auf diese gedroht.

 

 

 

 

 

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