Wahlkampf: Trump wirbt bei Waffenbesitzern um Stimmen
19.05.2024 - 01:32:37 | dpa.deDer ehemalige US-PrĂ€sident und aktuelle PrĂ€sidentschaftsbewerber Donald Trump hat die Jahrestagung der mĂ€chtigen Waffenlobby NRA fĂŒr einen Wahlkampfauftritt genutzt und bei Waffenbesitzern um Stimmen geworben. Er werde sich fĂŒr ihre Rechte und Freiheiten starkmachen, das Land umkrempeln und Amerika wieder groĂartig machen, versprach Trump vor jubelndem Publikum am Samstag (Ortszeit) in Dallas im US-Bundesstaat Texas.Â
Mit ihm im WeiĂen Haus wĂŒrden diejenigen, die versuchten, den Amerikanern ihre Waffen wegzunehmen, gegen eine massive Mauer laufen, sagte Trump. «Ihre TrĂ€ume, euch eure gottgegebenen Rechte zu nehmen, werden sterben, wenn die Wahllokale am 5. November schlieĂen.»
Lobbyisten mit Einfluss
Die NRA ist eine der mĂ€chtigsten Lobbygruppen der USA. Die Zahl der Mitglieder geht in die Millionen. Die Lobbyisten haben enormen Einfluss auf die Politik. Die NRA pumpt groĂe Summen in WahlkĂ€mpfe und benotet etwa Abgeordnete mit Blick auf deren Haltung zu Waffen-Themen - quasi als Handreichung an ihre Mitglieder, wen diese wĂ€hlen sollten und wen nicht. Trump sagte unter Jubel der Anwesenden, es sei eine «wahre Ehre, heute hier zu sein, um die UnterstĂŒtzung der stolzen amerikanischen Patrioten der NRA zu erhalten».Â
Seinen Auftritt nutzte Trump auch fĂŒr scharfe verbale Attacken gegen seinen demokratischen Kontrahenten, US-PrĂ€sident Joe Biden - und wurde dafĂŒr von den Menschen in der Halle bejubelt. Er freue sich auf die Debatten mit Biden, sagte er, und forderte mit Blick auf Bidens Alter (81) einen Drogentest vor dem Duell. Biden war am Samstag im Bundesstaat Georgia unterwegs, um insbesondere bei schwarzen WĂ€hlerinnen und WĂ€hlern um UnterstĂŒtzung zu werben.
Prozess und PrÀsidentenwahl
Der 77-jĂ€hrige Trump will nach der PrĂ€sidentenwahl fĂŒr die Republikaner wieder ins WeiĂe Haus einziehen. Aktuell muss er sich vor einem Gericht in New York im Zusammenhang mit Schweigegeldzahlungen an eine Pornodarstellerin verantworten und verbringt seit Tagen regelmĂ€Ăig viele Stunden im Gerichtssaal. Wenn er nicht im Rennen wĂ€re, gĂ€be es all das nicht, sagte Trump.
Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, sagte bei der Tagung, Trumps Wiederwahl hĂ€nge von den BemĂŒhungen der NRA ab. Wenn ihre Mitglieder sich organisierten und an der Wahl beteiligten, könne sich keine Organisation in Amerika dagegen durchsetzen. «Mit Ihrer Hilfe werden wir Donald Trump wieder zum PrĂ€sidenten wĂ€hlen, einen FreiheitskĂ€mpfer, der Amerika an die erste Stelle setzt.»
Waffenbesitz und Waffengesetze
Das Recht auf Waffenbesitz ist in der US-Verfassung verankert. Diesen zweiten Verfassungszusatz aus dem 18. Jahrhundert wagt niemand anzutasten. Er war zwar fĂŒr eine Zeit gemacht, in der die USA groĂenteils aus unerschlossener Wildnis bestanden und ihre BĂŒrger weit entfernt von Ortschaften lebten. Maschinenpistolen und Sturmgewehre gab es da noch nicht. Aber das Recht fĂŒr jeden BĂŒrger, eine Waffe zu haben, ist geblieben. Vielen Amerikanern ist es heilig.
BemĂŒhungen um schĂ€rfere Waffengesetze laufen seit Jahren ins Leere - vor allem, weil die Republikaner dagegen sind. Und weil die Waffenlobby, allen voran die NRA, vehement jeden Versuch bekĂ€mpft, Waffenbesitz stĂ€rker zu regulieren.
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