Macron, François

Macron ernennt François Bayrou zum französischen Premier

13.12.2024 - 12:57:53 | dpa.de

Diesmal soll es schnell gehen: Gut eine Woche nach dem Regierungssturz in Frankreich ernennt Macron einen neuen Premier. Der PrÀsident will eine tiefe Krise abwenden. Doch es geht auch um ihn.

Francois Bayrou, Vorsitzender der französischen Mitte-Rechts-Partei «MoDem» und BĂŒrgermeister von Pau, soll neuer Premier werden. (Archiv) - Foto: Francois Mori/AP/dpa

Nach dem Sturz der Mitte-Rechts-Regierung in Frankreich hat Staatschef Emmanuel Macron den Zentrumspolitiker François Bayrou zum Premierminister ernannt. Das teilte der ÉlysĂ©epalast mit.

Schon seit langem gilt Bayrou, dessen Partei MoDem mit Macrons Renaissance kooperiert, als enger Vertrauter des PrĂ€sidenten. Der 73-jĂ€hrige BĂŒrgermeister der sĂŒdfranzösischen Stadt Pau wird von den Konservativen geschĂ€tzt. GrĂŒne und Sozialisten hatten sich hingegen mehrfach gegen den Macron-Vertrauten ausgesprochen, der aus ihrer Sicht keinen Neuanfang, sondern die FortfĂŒhrung der bisherigen Politik bringen wĂŒrde.

Bekommt neuer Premier Mehrheit im Parlament?

Ob Bayrou eine regierungsfĂ€hige Mehrheit zustande bekommt, ist daher ungewiss. Die Sozialisten hatten sich dafĂŒr offen gezeigt, eine Mitte-Regierung zu dulden. Ob es aus dem linken Lager aber UnterstĂŒtzung fĂŒr einen Premier geben wird, der explizit abgelehnt worden war, ist Ă€ußerst fraglich.

Am vergangenen Donnerstag hatte Michel Barnier seinen RĂŒcktritt als Premier eingereicht. Die Abgeordneten der Nationalversammlung brachten ihn und sein Kabinett mit einem Misstrauensvotum zu Fall.

Macron will Druck auf ihn entgegenwirken

Macron, der durch den Sturz der Regierung selbst unter Druck steht, wagt mit der Nominierung die Flucht nach vorn. Angesichts der politischen Krise gab es aus den Reihen der Opposition RĂŒcktrittsforderungen an ihn. Auch Marine Le Pens Rechtsnationale streben wohl eine vorgezogene PrĂ€sidentschaftswahl an. Offiziell ist Macron noch bis 2027 im Amt. Nach zwei Amtszeiten kann er dann nicht erneut antreten. Die Rechtsnationalen, deren Kandidatin Le Pen zweimal in der Stichwahl gegen Macron verlor, wollen auf den Liberalen im ÉlysĂ©epalast folgen.

Regierung soll nicht wieder von Le Pen abhÀngen

Wie genau die neue Regierung aussehen wird, ist noch unklar. Weder das linke Lager noch Macrons Mitte-KrĂ€fte noch die Rechtsnationalen und ihre VerbĂŒndeten haben eine eigene Mehrheit in der Nationalversammlung. Erwartet wird, dass die Konservativen und Teile des linken Lagers Macron zumindest eine Duldung des neuen Premiers zugesagt haben. Bei einer Duldung statt einer breiten Koalition hĂ€tte die Regierung keine eigene Mehrheit und wĂ€re entsprechend fragil.

Bei der Absprache der Parteien geht es aber neben einem Mindestmaß an StabilitĂ€t vor allem darum, dass die neue Regierung nicht wie schon Barniers vorherige Minderheitsregierung von Le Pens Rechtsnationalen abhĂ€ngt. Dessen Mitte-Rechts-Kabinett ĂŒberstand nicht einmal drei Monate, bis die Opposition aus linken KrĂ€ften und Rechtsnationalen es durch einen ungewöhnlichen Schulterschluss stĂŒrzte.

Macron will schlimmere Krise verhindern

Mit der schnellen Ernennung nur eine Woche nach dem Regierungssturz will Macron auch verhindern, dass Frankreich noch tiefer in die politische Krise und wirtschaftliche Schieflage gerĂ€t. Das Land muss wegen seiner zu hohen Neuverschuldung sparen. Am geplanten Sparhaushalt fĂŒr das kommende Jahr scheiterte jedoch die Regierung Barniers. Auch fĂŒr Frankreichs internationale Partner dĂŒrfte der rasche Schritt eine gewisse Erleichterung sein, bringt er doch die Hoffnung mit sich, dass kein wochenlanger Stillstand durch SondierungsgesprĂ€che und Neusortierung droht.

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