Trump legt bei Grönland nach: Hilft DÀnemark nichts
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 12:41 Uhr, dpa.deDer Streit um Grönland schien zu ruhen, doch US-PrĂ€sident Donald Trump macht das Fass wieder auf. Am Rande des Nato-Gipfels in Ankara untermauerte Trump seinen Anspruch, die gröĂte Insel der Erde unter Kontrolle der USA zu bringen. DĂ€nemarks Regierungschefin Mette Frederiksen wies die Forderung scharf zurĂŒck.
Schon gleich nach der Ankunft in Ankara am Dienstag hatte Trump Grönland zum Thema gemacht. Die USA argumentieren, dass eine Ăbernahme der einzige Weg sei, um Sicherheitsrisiken rund um die Insel langfristig zu begegnen. «Es hilft DĂ€nemark nicht, aber es hilft uns und es ist sehr wichtig fĂŒr uns», erlĂ€uterte Trump die Bedeutung Grönlands bei einer Pressekonferenz.Â
Trump blickte auf den Zweiten Weltkrieg zurĂŒck: «Als DĂ€nemark von den Nazis in weniger als einem Tag ĂŒberrannt worden war, hat Hitler sie besiegt.» DĂ€nemark habe dann die USA gebeten, sich um Grönland zu kĂŒmmern. «Das haben wir getan. Und dann haben wir es dummerweise zurĂŒckgegeben.» Das hĂ€tten die USA nicht tun sollen.
Nazi-Deutschland hatte DĂ€nemark am 9. April 1940 ĂŒberfallen. WĂ€hrend der folgenden Besatzung wirkten die USA bis Kriegsende quasi als Schutzmacht Grönlands. 1945 ĂŒbernahm DĂ€nemark wieder die Kontrolle. Grönland gehört zwar zum Königreich DĂ€nemark, genieĂt aber weitgehende Autonomie und Selbstverwaltung.Â
Daran erinnerte die dĂ€nische MinisterprĂ€sidentin Trump und forderte ihn auf, die Selbstbestimmung Grönlands zu respektieren, «Grönland steht natĂŒrlich nicht zum Verkauf», machte sie grundsĂ€tzlich klar. «NatĂŒrlich werden wir das Königreich DĂ€nemark verteidigen.»
Schon Anfang des Jahres groĂer Streit um Grönland
Trump hatte Anfang des Jahres offen mit einer Ăbernahme der strategisch wichtigen Arktisinsel gedroht - und damit nicht nur den Nato-Partner DĂ€nemark brĂŒskiert, sondern auch Zweifel an der Geschlossenheit der gröĂten MilitĂ€rallianz der Welt und der gegenseitigen BĂŒndnistreue geweckt. Seine BegrĂŒndung: Das zu DĂ€nemark gehörende Territorium sei sonst nicht vor Russland und China sicher - und damit auch nicht die USA.
Trumps Drohungen, zur Not auch militĂ€rische Mittel anzuwenden, nahm er letztlich zwar zurĂŒck - ebenso wie die AnkĂŒndigung von Strafzöllen gegen Deutschland und andere europĂ€ische LĂ€nder, falls diese einem Verkauf der Insel an die USA nicht zustimmen sollten. Inzwischen gibt es Verhandlungen der Regierungen DĂ€nemarks und Grönlands mit den USA mit dem Ziel, einen Kompromiss zu finden.
