US-Börsen, US-Notenbank Fed

Dow, S&P 500 und Nasdaq 100 steigen nach Fed-Signalen deutlich

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 23:02 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Die US-AktienmĂ€rkte haben den Handelstag mit deutlichen Kursgewinnen beendet, getragen von der Hoffnung auf eine Zinspause der US-Notenbank. Auch Gold und Euro legten spĂŒrbar zu, wĂ€hrend der Ölpreis nur leicht stieg.

US-Börsen in Feierlaune
Wallstreet (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Die US-Börsen haben am Donnerstag deutlich zugelegt und den Handel geschlossen im Plus beendet. Anleger griffen breit bei Aktien zu, nachdem Signale aus der US-Notenbank Hoffnungen auf unverĂ€nderte Zinsen geschĂŒrt hatten.

Deutliche Gewinne fĂŒr Dow, S&P 500 und Nasdaq 100

Der Dow-Jones-Index schloss bei 53.686 Punkten und lag damit 1,2 Prozent ĂŒber dem Schlussstand des Vortages. Der breiter gefasste S&P 500 kam zum Handelsende auf 7.748 Punkte und gewann 1,1 Prozent hinzu. An der Technologiebörse Nasdaq legten die 100 wichtigsten Werte im Schnitt um 1,2 Prozent zu, womit der Nasdaq-100-Index auf 29.482 Punkte stieg.

Marktteilnehmer bewerteten die Kursgewinne als Reaktion auf die Erwartung, dass der Zinsgipfel in den USA möglicherweise erreicht sein könnte. Vor allem zinssensible Wachstums- und Technologieaktien profitierten von dieser Aussicht.

Fed-Gouverneur Waller dÀmpft Zinssorgen

UnterstĂŒtzung erhielten die MĂ€rkte durch Äußerungen des Gouverneurs der US-Notenbank, Christopher Waller. Er hatte signalisiert, zu weiteren Zinsschritten nur dann bereit zu sein, wenn sich der Preisdruck wieder verstĂ€rken sollte, und ansonsten unverĂ€nderte Zinsen in Aussicht gestellt. Viele Investoren werteten dies als Hinweis, dass ein schneller weiterer Anstieg der Zinsen vorerst weniger wahrscheinlich ist.

Obwohl diese Haltung im Kern der ĂŒblichen Reaktionsfunktion der Fed entspricht, reichten die Aussagen, um die Kauflaune deutlich zu stĂ€rken. Anleger waren bereit, höhere Bewertungen zu akzeptieren und Risikoanlagen im Depot stĂ€rker zu gewichten.

Rohstoffe und WĂ€hrungen in Bewegung

Am Rohstoffmarkt blieb der Ölpreis in ruhigem Fahrwasser. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Abend gegen 22 Uhr deutscher Zeit 95,85 US-Dollar. Das entsprach einem leichten Plus von 22 Cent oder 0,2 Prozent gegenĂŒber dem Schlusskurs des vorherigen Handelstags.

Deutlich bewegter zeigte sich der Goldpreis. FĂŒr eine Feinunze wurden am Abend 4.473 US-Dollar bezahlt, was einem Anstieg um 2 Prozent entsprach. Umgerechnet ergab sich daraus ein Preis von 123,68 Euro pro Gramm.

Euro legt gegenĂŒber US-Dollar zu

Auch am Devisenmarkt kam es zu merklichen Verschiebungen. Die europĂ€ische GemeinschaftswĂ€hrung Euro zeigte sich zum US-Dollar fester. Am Donnerstagabend wurden fĂŒr einen Euro 1,1627 US-Dollar gezahlt, ein Dollar war entsprechend fĂŒr 0,8601 Euro zu haben.

Damit signalisieren Aktien-, Rohstoff- und DevisenmĂ€rkte zugleich eine gewisse Entspannung mit Blick auf weitere Zinsschritte der US-Notenbank – auch wenn die kĂŒnftige Entwicklung weiterhin von den anstehenden Inflations- und Konjunkturdaten abhĂ€ngen dĂŒrfte.

Die krĂ€ftigen Gewinne an den US-Börsen spiegeln die hohe SensibilitĂ€t der FinanzmĂ€rkte fĂŒr jede Andeutung der US-Notenbank zu Zinsen und Inflation wider. Wenn ein Mitglied des Fed-Governing Boards signalisiert, dass weitere Zinserhöhungen vorerst nicht zwingend sind, kann das als Entlastung fĂŒr Unternehmen und Konjunktur interpretiert werden – selbst wenn sich an der tatsĂ€chlichen Geldpolitik zunĂ€chst nichts Ă€ndert.

Geldpolitik, Bewertung und AnleihemÀrkte

Sinkende Zinserwartungen erhöhen in der Regel die AttraktivitĂ€t von Aktien gegenĂŒber Anleihen, weil kĂŒnftige Unternehmensgewinne weniger stark abgezinst werden. Besonders zinssensitive Segmente wie Wachstums- und Technologiewerte profitieren dann ĂŒberproportional. Dass Dow, S&P 500 und Nasdaq 100 gleichzeitig deutlich im Plus schließen, deutet darauf hin, dass der Impuls marktbreit wirkt und nicht nur ein einzelnes Segment betrifft.

Parallel dazu passt der starke Goldpreisanstieg in das Bild einer Neujustierung von Zinserwartungen. Gold wirft keine laufenden Zinsen ab, wird aber attraktiver, wenn Investoren mit dauerhaft niedrigeren Realzinsen rechnen oder einen Teil ihres Vermögens gegen geldpolitische und geopolitische Risiken absichern wollen. Der feste Euro zum US-Dollar zeigt zudem, dass sich die Erwartungshaltung nicht nur auf Aktien, sondern auch auf den DevisenmÀrkten niederschlÀgt.

Inflation, Energiepreise und Bedeutung fĂŒr Anleger

Die Entwicklung der Energiepreise bleibt fĂŒr die Inflationsperspektive entscheidend. Ein nur moderater Anstieg des Ölpreises erleichtert es Notenbanken, eine abwartende Haltung zu rechtfertigen. FĂŒr Unternehmen bedeutet das planbarere Finanzierungskosten, fĂŒr private Anleger die Chance, von Kursgewinnen zu profitieren – zugleich aber das Risiko, dass eine erneute Inflationswelle oder ein Umschwenken der Geldpolitik die Rally schnell wieder beenden könnte. Wer investiert, sollte deshalb neben den Leitindizes vor allem kĂŒnftige Inflationsdaten, Notenbankkommuniquen und die Entwicklung der Anleiherenditen im Blick behalten.

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