Verletzte, FußgĂ€ngerzone

Verletzte in FußgĂ€ngerzone: FBI prĂŒft Terrorverdacht

02.06.2025 - 05:55:11 | dpa.de

Ein Mann wirft einen Brandsatz in eine Menschenmenge und ruft «Free Palestine» - das berichten Zeugen nach einer Attacke in Colorado. Hatte es der TĂ€ter auf die jĂŒdische Gemeinde abgesehen?

  • Bei der Attacke im US-Bundesstaat Colorado wurden sechs Menschen verletzt. - Foto: Colorado Sun via ZUMA Press Wire/dpa
  • Die Gegend um den Tatort wurde weitrĂ€umig abgesperrt. - Foto: David Zalubowski/AP/dpa
Bei der Attacke im US-Bundesstaat Colorado wurden sechs Menschen verletzt. - Foto: Colorado Sun via ZUMA Press Wire/dpa Die Gegend um den Tatort wurde weitrÀumig abgesperrt.  - Foto: David Zalubowski/AP/dpa

Die Bundespolizei FBI ermittelt nach einer Attacke mit sechs Verletzten in einer FußgĂ€ngerzone im US-Bundesstaat Colorado wegen Terrorverdachts. Es sei klar, dass es sich bei dem Vorfall am Nachmittag (Ortszeit) in der Stadt Boulder um einen «gezielten Gewaltakt» handele, teilte ein FBI-Vertreter auf einer Pressekonferenz am spĂ€ten Abend mit. Zeugen zufolge habe ein mĂ€nnlicher TĂ€ter einen behelfsmĂ€ĂŸigen Flammenwerfer bei dem Angriff benutzt, einen Brandsatz in eine Menschenmenge geworfen und wĂ€hrend der Attacke «Free Palestine» gerufen.

Der 45-jÀhrige TatverdÀchtige wurde spÀter vor Ort festgenommen. Die Opfer sind nach Polizeiangaben zwischen 67 und 88 Jahre alt. 

Geheimdienstkoordinatorin: Angriff galt jĂŒdischer Gemeinde

Die US-Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard sprach auf der Plattform X von einem «gezielten Terrorangriff auf ein wöchentliches Treffen von Mitgliedern der jĂŒdischen Gemeinde». Diese hatten sich demnach versammelt, um auf das Schicksal der israelischen Geiseln aufmerksam zu machen, die nach dem Terrorangriff der islamistischen Hamas aus Israel im Oktober 2023 in den Gazastreifen entfĂŒhrt wurden und dort noch immer festgehalten werden.

Der örtliche Polizeichef Steve Redfearn sagte in einer ersten Pressekonferenz zunĂ€chst, die Ermittler prĂŒften, ob der Angriff einer friedlich demonstrierenden, pro-israelischen Gruppe gegolten habe oder anderen Personen. Es sei noch viel zu frĂŒh, um ĂŒber das Motiv zu spekulieren, sagte er. «Wir sprechen zum jetzigen Zeitpunkt nicht von einem Terrorangriff.»

FBI-Chef Kash Patel sprach zu diesem Zeitpunkt hingegen schon von einem «gezielten Terrorangriff». Auch US-Außenminister Marco Rubio und Heimatschutzministerin Kristi Noem ordneten den Vorfall auf der Plattform X schnell als Terrorangriff ein. «Terror hat keinen Platz in unserem großartigen Land», schrieb Rubio. Man bete fĂŒr die Opfer. 

Um was fĂŒr Verletzungen handelt es sich?

Die örtliche Polizei erhielt Redfearn zufolge in einem ersten Anruf zu dem Vorfall die Information, dass Menschen in Brand gesetzt worden seien. Die Verletzungen der Opfer passten dazu, sagte er - auch wenn die Polizei zu diesem Zeitpunkt noch keine gesicherten Erkenntnisse zum Tathergang hatte 

Redfearn sprach von Verbrennungen und anderen Verletzungen. Den Polizeiangaben zufolge ist mindestens eines der Opfer sehr schwer verletzt und befindet sich womöglich in einem kritischen Zustand. Andere hĂ€tten leichtere Verletzungen erlitten. Auch der mutmaßliche TĂ€ter wurde demnach leicht verletzt ins Krankenhaus gebracht. 

In der Innenstadt von Boulder sperrte die Polizei nach dem Vorfall zunĂ€chst ein großes Gebiet ab. GeschĂ€fte wurden geschlossen und Anwohner wie Passanten gebeten, die Gegend zu meiden. Da zum Tatzeitpunkt viele Menschen dort unterwegs waren, erhofft sich die Polizei Aufschluss durch Zeugenaussagen.

Tödliche SchĂŒsse in Washington liegen nicht lange zurĂŒck 

Erst vor anderthalb Wochen hatte eine tödliche Attacke in der US-Hauptstadt Washington weltweit großes Entsetzen ausgelöst: Zwei Mitarbeiter der israelischen Botschaft wurden dort vor dem JĂŒdischen Museum erschossen. Der mutmaßliche SchĂŒtze begrĂŒndete die Tat laut einem Dokument der Anklage mit UnterstĂŒtzung fĂŒr die PalĂ€stinenser wĂ€hrend des Krieges zwischen Israel und der islamistischen Hamas im Gazastreifen.

Seit Beginn des Krieges vor mehr als eineinhalb Jahren wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde mehr als 54.000 PalĂ€stinenser im Gazastreifen getötet. Auslöser des Krieges war der Überfall der Hamas und anderer islamistischer Terroristen auf Israel am 7. Oktober 2023, bei dem etwa 1.200 Menschen getötet und mehr als 250 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt wurden.

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