Bericht: Ukrainischer Kommandeur in Nord-Stream-Anschlag verwickelt
11.11.2023 - 19:12:48 | dts-nachrichtenagentur.deSein Name werde in diesem Zusammenhang sowohl in ukrainischen als auch in internationalen Sicherheitskreisen genannt, schreiben die beiden Medien. Der Name eines mutmaĂlichen Drahtziehers aus dem ukrainischen Sicherheitsapparat wĂ€re der bislang deutlichste Beleg, dass die Gasleitungen in der Ostsee von ukrainischen TĂ€tern gesprengt wurden. Ermittler von Bundeskriminalamt, Bundespolizei und des Generalbundesanwalts sollen darĂŒber hinaus inzwischen zahlreiche Spuren zusammengetragen haben, die in die Ukraine weisen. Aus Sicherheitskreisen heiĂt es, es sei kaum vorstellbar, dass nicht zumindest der ukrainische Generalstab ĂŒber die Sabotageaktion informiert gewesen sei. In einer schon im Juni 2022 verschickten Warnung hatte der MilitĂ€rnachrichtendienst der Niederlande an die CIA gemeldet, der Anschlag wĂŒrde von einer Gruppe vorbereitet, die "unmittelbar" dem ukrainischen Generalstabschef Walerij Saluschnyj berichte. Der jetzt genannte Ex-Agent soll damals tatsĂ€chlich in einer Freiwilligen-Einheit der ukrainischen SpezialkrĂ€fte gedient haben. Den Erkenntnissen der deutschen Ermittler zufolge mieteten die TĂ€ter fĂŒr ihren Anschlag eine Segeljacht und fuhren mit ihr ĂŒber mehrere Zwischenstationen zu den Anschlagsorten in der Ostsee. Taucher sollen dann SprengsĂ€tze zu den Pipelines am Meeresgrund gebracht haben. Der genannte Ex-Agent soll ĂŒber viele Jahre den ukrainischen Geheimdiensten SBU und GUR angehört haben und fĂŒr besonders spektakulĂ€re Aktionen verantwortlich sein. 2019 entfĂŒhrte der SBU den Berichten zufolge mit seinem Zutun einen Separatisten, der am Abschuss des Flugzeuges MH 17 beteiligt gewesen sein soll. AuĂerdem war er offenbar an der Schein-Rekrutierung Dutzender Wagner-Söldner beteiligt, die in die Ukraine entfĂŒhrt werden sollten. Derzeit steht der 48-JĂ€hrige in Kiew vor Gericht. Beim Versuch, einen russischen Kampfjetpiloten zum Ăberlaufen zu bewegen, soll er Kompetenzen ĂŒberschritten haben - er sitzt in Untersuchungshaft. Er selbst bezeichnet das Verfahren gegen ihn als politisch motiviert. Der Mann hatte in der Vergangenheit lautstark Kritik an PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj und dessen Umfeld geĂ€uĂert. Der Ex-Agent selbst bestritt auf Anfrage der Medien eine Beteiligung an den Nord-Stream-Attacken. Entsprechende Hinweise seien "russische Propaganda", lieĂ er ĂŒber seinen Anwalt ausrichten. Der ukrainische PrĂ€sident Selenskyj hatte eine ukrainische Beteiligung an den Sprengungen in der Vergangenheit bestritten. Eine Anfrage des "Spiegel" und der "Washington Post" beantwortete die ukrainische Regierung zunĂ€chst nicht.
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