USA, Saudi-Arabien

AnnÀherung Saudi-Arabiens an Israel? USA dÀmpft Erwartungen

09.08.2023 - 18:10:47 | dpa.de

Ein US-Medienbericht ĂŒber eine mögliche AnnĂ€herung der beiden LĂ€ndern hatte fĂŒr Aufsehen gesorgt. Doch so fortgeschritten seien die Diskussionen noch nicht, heißt es aus Washington.

Die USA sind Schutzmacht Israels und auch fĂŒr Saudi-Arabien ein wichtiger VerbĂŒndeter. - Foto: Oded Balilty/AP/dpa/Symbolbild

Bei einer möglichen AnnÀherung zwischen Saudi-Arabien und Israel gibt es einem US-Medienbericht zufolge Bewegung. Die US-Regierung bestÀtigte GesprÀche zu dem Thema, dÀmpfte aber zunÀchst die Erwartungen.

«Unterm Strich gibt es kein vereinbartes Verhandlungspaket. Es gibt keinen vereinbarten Rahmen, um die Normalisierung oder andere SicherheitsĂŒberlegungen festzuschreiben», sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby. Die Diskussionen seien noch nicht so weit fortgeschritten, wie der Bericht nahelege.

Medienbericht ĂŒber groben Plan

Das «Wall Street Journal» berichtete unter Berufung auf US-Regierungskreise, die USA und Saudi-Arabien hĂ€tten sich im Grundsatz auf die Umrisse eines entsprechenden Abkommens verstĂ€ndigt. Demnach wĂŒrde Saudi-Arabien Israel anerkennen und dafĂŒr im Gegenzug US-Sicherheitsgarantien und Hilfe beim Aufbau eines zivilen Atomprogramms bekommen. Israel mĂŒsste dafĂŒr umfassende ZugestĂ€ndnisse an die PalĂ€stinenser machen. Eine AnnĂ€herung der beiden Staaten schien jahrzehntelang so gut wie ausgeschlossen.

Die «New York Times» hatte zuvor ebenfalls von solch einem Plan berichtet. Seitdem gibt es Spekulationen, ob Saudi-Arabien als nĂ€chstes Land der arabischen Welt seine Beziehungen mit Israel normalisieren könnte. Die USA sind Schutzmacht Israels und auch fĂŒr Saudi-Arabien ein wichtiger VerbĂŒndeter. Offiziell hat Riad keine Beziehungen zu Israel, verdeckt arbeiten beide LĂ€nder aber in Sicherheitsfragen schon lĂ€nger zusammen.

Viele offene Fragen und HĂŒrden

FĂŒr einen möglichen Durchbruch, der dem «Wall Street Journal» zufolge in den nĂ€chsten 9 bis 12 Monaten zustandekommen könnte, gibt es aber noch viele offene Fragen und HĂŒrden. Dazu zĂ€hlt Israels rechts-religiöse Regierung, bei der ZugestĂ€ndnisse an die PalĂ€stinenser nur sehr schwer durchsetzbar wĂ€ren. Auch der grundlegende Konflikt zwischen Israelis und PalĂ€stinensern wĂ€re durch die AnnĂ€herung keineswegs gelöst. FĂŒr ein US-Abkommen mit Riad wĂ€re auch die Zustimmung des Senats in Washington nötig, was mit Blick auf dortige Kritiker Saudi-Arabiens ebenfalls alles andere als sicher ist.

Saudi-Arabien beheimatet mit Mekka und Medina die beiden heiligsten StĂ€tten im Islam. König Salman steht als deren HĂŒter auch im Dienst der weltweiten Gemeinschaft der Muslime (Umma). Die Frage der PalĂ€stinenser und der Status Jerusalems, wo mit dem Tempelberg die drittheiligste StĂ€tte des Islams liegt, ist eng mit der saudischen Geschichte und IdentitĂ€t als muslimischer Staat verknĂŒpft. Allerdings zeigt König Salmans Sohn, der faktische Herrscher Mohammed bin Salman, weniger Interesse am Status der PalĂ€stinenser als sein Vater. Das Königreich ist auch einer der grĂ¶ĂŸten Geldgeber fĂŒr die PalĂ€stinenser.

Israel fĂŒr Beziehungen mit Saudi-Arabien

Israel hat sich immer wieder fĂŒr Beziehungen mit Saudi-Arabien ausgesprochen. Außenminister Eli Cohen sagte der arabischen Nachrichtenseite «Elaph» zuletzt, die PalĂ€stinenserfrage werde «keine HĂŒrde zum Frieden» sein. MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu bezeichnete die Frage gegenĂŒber Bloomberg als «eine Art KĂ€stchen», das man abhaken mĂŒsse. In «diskreten Verhandlungen» wĂŒrde aber viel weniger ĂŒber diesen Punkt gesprochen als oft angenommen.

Saudi-Arabien hatte 2002 eine Friedensinitiative zum Nahost-Konflikt vorgestellt. Diese sah normalisierte Beziehungen der arabischen Staaten zu Israel vor, falls sich der jĂŒdische Staat aus allen 1967 besetzten Gebieten zurĂŒckziehen sollte. Zudem fordert er die Anerkennung eines unabhĂ€ngigen PalĂ€stinenserstaates mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt sowie eine gerechte Lösung der palĂ€stinensischen FlĂŒchtlingsfrage.

Im September 2020 hatte Israel unter US-Vermittlung die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie Bahrain vereinbart. Marokko und der Sudan kĂŒndigten solche Schritte danach ebenfalls an. Zuvor unterhielten mit Ägypten und Jordanien nur zwei arabische Staaten Beziehungen zu Israel.

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