Erweiterung, Europa

EU bereitet BeitrittsgesprÀche mit Ukraine und Moldau vor

04.06.2026 - 01:30:04 | dpa.de

Ein Veto aus Ungarn blockierte lange formelle EU-GesprÀche mit der Ukraine. Jetzt bringt der Regierungswechsel Bewegung in den Prozess.

Wollten im Aufnahmeprozess fĂŒr die Ukraine eigentlich schon viel weiter sein: Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj, EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen und EU-RatsprĂ€sident AntĂłnio Costa. (Archivbild) - Bild: Ansgar Haase/dpa
Wollten im Aufnahmeprozess fĂŒr die Ukraine eigentlich schon viel weiter sein: Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj, EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen und EU-RatsprĂ€sident AntĂłnio Costa. (Archivbild) - Bild: Ansgar Haase/dpa

Die Ukraine und Moldau können nach einer zweijĂ€hrigen HĂ€ngepartie auf den offiziellen Beginn der Verhandlungen ĂŒber einen EU-Beitritt hoffen. Wie die derzeitige zyprische EU-RatsprĂ€sidentschaft am Abend mitteilte, wurden die Vorbereitungen fĂŒr die formelle Eröffnung des ersten Verhandlungsabschnitts eingeleitet. Im Idealfall sollen die GesprĂ€che bereits am 15. Juni am Rande eines EU-Ministertreffens in Luxemburg gestartet werden können.

Die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau waren eigentlich bereits im Juni 2024 eröffnet worden. Die Eröffnung des ersten Verhandlungsabschnitts mit der Ukraine wurde dann allerdings von Ungarn mit einem Veto blockiert. Erst nach der Abwahl des langjÀhrigen ungarischen Regierungschefs Viktor Orban im April kam wieder Bewegung in den Prozess.

Der neue ungarische MinisterprĂ€sident Peter Magyar meldete am Mittwochabend eine Einigung mit der Ukraine auf ein Abkommen zur StĂ€rkung der Minderheitenrechte der ethnischen Ungarn im östlichen Nachbarland. Magyar hatte eine solche Einigung zur Bedingung dafĂŒr gemacht, den EU-BeitrittsgesprĂ€chen mit der Ukraine zuzustimmen.

Verhandlungen können auch scheitern

Im ersten Verhandlungsabschnitt, der offiziell erstes Cluster genannt wird, mĂŒssen die LĂ€nder unter anderem zeigen, dass ihr Justizsystem und die öffentliche Verwaltung den EU-Standards entsprechen. Der Prozess der Beitrittsverhandlungen ist thematisch in insgesamt sechs Abschnitte eingeteilt, die aus jeweils mehreren Kapiteln bestehen. 

Die Verhandlungen ziehen sich in der Regel ĂŒber Jahre hin, und es ist auch nicht ausgemacht, dass sie erfolgreich abgeschlossen werden können. Die EU-Beitrittsverhandlungen mit der TĂŒrkei wurden beispielsweise bereits 2005 gestartet - sie liegen allerdings heute nach fortdauernden RĂŒckschritten des Landes in den Bereichen Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Grundrechte vollstĂ€ndig auf Eis.

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