WeltmÀdchenindex: Sterblichkeit von MÀdchen halbiert sich weltweit
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 01:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDie Gesundheitslage von MÀdchen hat sich seit Beginn des Jahrtausends weltweit verbessert. Das zeigt der erstmals veröffentlichte WeltmÀdchenindex von Plan International Deutschland und der Ruhr-UniversitÀt Bochum, der die Entwicklung von 971 Millionen MÀdchen in 192 LÀndern zwischen 2000 und 2023 untersucht.
Sterblichkeit mehr als halbiert
Nach den Angaben starb im Jahr 2000 weltweit durchschnittlich fast jedes 800. MĂ€dchen, 2023 war es noch jedes 1.700. MĂ€dchen. In 178 der 192 untersuchten LĂ€nder lebten MĂ€dchen damit gesĂŒnder als zu Beginn des Jahrtausends.
Die Untersuchung betrachtet MĂ€dchen im Alter von fĂŒnf bis 19 Jahren. Die Daten stammen aus den Weltbevölkerungsprognosen der Vereinten Nationen und der Studie Global Burden of Disease des Institute for Health Metrics and Evaluation an der University of Washington.
Weniger Schwangerschaften bei MĂ€dchen
Auch die Wahrscheinlichkeit, dass ein MĂ€dchen ein Kind bekommt, ist weltweit gesunken. Im Jahr 2000 bekam durchschnittlich noch jedes 31. MĂ€dchen ein Kind, 2023 war es jedes 48. MĂ€dchen.
Petra Berner, Vorstandsvorsitzende von Plan International Deutschland, verwies auf die gesundheitlichen Risiken von Schwangerschaften und Geburten fĂŒr sehr junge MĂ€dchen. FrĂŒhverheiratung und frĂŒhe Schwangerschaft fĂŒhrten zudem hĂ€ufig zum Abbruch der Bildung.
Index soll DatenlĂŒcken schlieĂen
Berner bezeichnete den WeltmÀdchenindex als notwendig, weil vorhandene Statistiken die Lebenswirklichkeit von MÀdchen bislang nur unzureichend abbildeten. Es gebe Daten zu Kindern und zu Frauen, aber nicht ausreichend zu MÀdchen.
Angesichts geschlechtsspezifischer Benachteiligungen und Risiken seien solche Daten erforderlich, um gezielt handeln und Fortschritte zu erreichen. Davon könnten nach Angaben von Plan International auch Jungen profitieren.
Der WeltmĂ€dchenindex verbindet Gesundheitsdaten mit einer ausdrĂŒcklich auf MĂ€dchen zugeschnittenen Perspektive. Er betrachtet nicht nur einzelne Krankheitsbilder, sondern die Entwicklung einer groĂen Altersgruppe ĂŒber mehr als zwei Jahrzehnte und macht Unterschiede zwischen 192 LĂ€ndern vergleichbar. Das ist relevant, weil MĂ€dchen zwischen Kindheit und Erwachsenenalter besonderen Risiken ausgesetzt sind, die in zusammengefassten Statistiken zu Kindern oder Frauen teilweise verborgen bleiben.
Die sinkende Sterblichkeit und die geringere Zahl von Schwangerschaften sind wichtige Fortschritte. Sie können auf bessere medizinische Versorgung, Impfungen, ErnĂ€hrung, Bildung und einen spĂ€teren Beginn der FamiliengrĂŒndung hindeuten. Aus den genannten Kennzahlen allein lĂ€sst sich jedoch nicht ableiten, dass sich die Lebensbedingungen ĂŒberall gleich entwickelt haben. Dass 14 LĂ€nder weiterhin hinter dem Ausgangsniveau liegen, verweist auf groĂe regionale Unterschiede.
Gesundheit hÀngt auch von Bildung und Schutz ab
FrĂŒhe Schwangerschaften betreffen nicht nur die medizinische Versorgung. Sie erhöhen insbesondere bei sehr jungen MĂ€dchen die gesundheitlichen Risiken und können Bildungswege unterbrechen. FrĂŒhverheiratung, fehlender Zugang zu Informationen und eingeschrĂ€nkte Entscheidungsfreiheit verstĂ€rken diese ZusammenhĂ€nge. FĂŒr politische MaĂnahmen sind deshalb getrennte Daten nach Alter, Geschlecht und Land entscheidend.
Der Index kann kĂŒnftig als Referenz dienen, um Fortschritte gezielter zu messen und RĂŒckstĂ€nde sichtbar zu machen. Seine Aussagekraft hĂ€ngt dabei auch davon ab, wie regelmĂ€Ăig die Daten aktualisiert und um weitere Lebensbereiche ergĂ€nzt werden, etwa psychische Gesundheit, Gewalt, ErnĂ€hrung und Zugang zu Bildung.
