Österreich, USA

Angeklagter gesteht TerrorplĂ€ne fĂŒr Taylor-Swift-Konzert

28.04.2026 - 14:03:59 | dpa.de

Eine Schrapnell-Bombe war schon fast fertig. Ihre Explosion hÀtte ein Blutbad unter Swift-Fans anrichten können. Im Terror-Prozess gibt es ein GestÀndnis und eine befremdende Aussage.

  • Das Landesgericht Wiener Neustadt ist Schauplatz des Prozesses rund um das mutmaßliche Swift-Attentat. - Foto: Matthias Röder/dpa
    Das Landesgericht Wiener Neustadt ist Schauplatz des Prozesses rund um das mutmaßliche Swift-Attentat. - Foto: Matthias Röder/dpa
  • Die abgesagten Taylor-Swift-Konzerte waren Teil der «Eras«-Tour des Weltstars. - Foto: Eva Manhart/APA/dpa
    Die abgesagten Taylor-Swift-Konzerte waren Teil der «Eras«-Tour des Weltstars. - Foto: Eva Manhart/APA/dpa
  • Die AnhĂ€nger von Taylor Swift sollen im August 2024 Ziel mutmaßlicher AnschlagsplĂ€ne gewesen sein.  - Foto: Jordan Strauss/AP/dpa-tmn
    Die AnhĂ€nger von Taylor Swift sollen im August 2024 Ziel mutmaßlicher AnschlagsplĂ€ne gewesen sein. - Foto: Jordan Strauss/AP/dpa-tmn
  • Ein 21-JĂ€hriger steht wegen seiner mutmaßlichen AnschlagsplĂ€ne auf ein Konzert von Taylor Swift nun vor Gericht - Foto: Roland Schlager/APA/dpa
    Ein 21-JĂ€hriger steht wegen seiner mutmaßlichen AnschlagsplĂ€ne auf ein Konzert von Taylor Swift nun vor Gericht - Foto: Roland Schlager/APA/dpa
  • Der Hauptangeklagte im Prozess um die abgesagten Taylor-Swift-Konzerte in Wien hat AnschlagsplĂ€ne gestanden.  - Foto: Matthias Schrader/AP/dpa
    Der Hauptangeklagte im Prozess um die abgesagten Taylor-Swift-Konzerte in Wien hat AnschlagsplÀne gestanden. - Foto: Matthias Schrader/AP/dpa
Das Landesgericht Wiener Neustadt ist Schauplatz des Prozesses rund um das mutmaßliche Swift-Attentat. - Foto: Matthias Röder/dpa Die abgesagten Taylor-Swift-Konzerte waren Teil der «Eras«-Tour des Weltstars. - Foto: Eva Manhart/APA/dpa Die AnhĂ€nger von Taylor Swift sollen im August 2024 Ziel mutmaßlicher AnschlagsplĂ€ne gewesen sein.  - Foto: Jordan Strauss/AP/dpa-tmn Ein 21-JĂ€hriger steht wegen seiner mutmaßlichen AnschlagsplĂ€ne auf ein Konzert von Taylor Swift nun vor Gericht - Foto: Roland Schlager/APA/dpa Der Hauptangeklagte im Prozess um die abgesagten Taylor-Swift-Konzerte in Wien hat AnschlagsplĂ€ne gestanden.  - Foto: Matthias Schrader/AP/dpa

Im Prozess um die abgesagten Taylor-Swift-Konzerte in Wien hat der Hauptangeklagte TerrorplÀne gestanden. Er bekenne sich in diesem Punkt schuldig, sagte der 21-jÀhrige Beran A. zum Auftakt des Verfahrens vor dem Landesgericht Wiener Neustadt. 

Laut Staatsanwaltschaft hatte der Österreicher mit nordmazedonischen Wurzeln eine Schrapnell-Bombe fast fertiggestellt. Ziel waren nach bisherigen Ermittlungen die Swift-Fans vor dem KonzertgelĂ€nde. Der Terrorakt sollte am 9. August 2024 erfolgen, dem Datum des zweiten von drei Swift-Konzerten im Ernst-Happel-Stadion. Fragen und Antworten rund um den Prozess: 

Wie sahen die PlÀne laut Behörden aus?

Eine Variante des Plans von Beran A. soll laut frĂŒheren Ermittlungen gewesen sein, mit seinem Auto in vor dem Stadion wartende Swift-Fans zu rasen und mit Sprengstoff sowie Hieb- und Stichwaffen Menschen mit in den Tod zu reißen. 

Welche Gesinnung hatte der Angeklagte?

Lange habe fĂŒr ihn Religion keine herausragende Rolle gespielt, sagte der 21-JĂ€hrige vor Gericht. SpĂ€testens Anfang 2024 habe sich das unter dem Einfluss von Islamisten geĂ€ndert. Er habe sich auch mit dem Terroranschlag 2020 in Wien beschĂ€ftigt. Dabei hatte ein Islamist vier Menschen getötet und viele Passanten verletzt, bevor er von der Polizei erschossen wurde. Er habe die globale Aufmerksamkeit fĂŒr diese Tat als «krass» empfunden, zumal der TĂ€ter aus seinem Nachbardorf in Nordmazedonien stammte, so der Angeklagte. Nach seiner Darstellung bereute er jedoch seine Radikalisierung und auch den Schaden, den er damit fĂŒr seine Familie verursacht hat. 

Was passierte kurz vor den Konzerten?

Der Hinweis eines US-Geheimdienstes fĂŒhrte die österreichischen Ermittler auf die Spur von Beran A. Er wurde am 7. August 2024 an seinem Wohnsitz in Ternitz in Niederösterreich festgenommen. Er hatte laut Polizei am 25. Juli seinen Job gekĂŒndigt und dabei gesagt, dass er noch Großes vorhabe. In der Folge begann er der Justiz zufolge mit konkreten Vorbereitungen des Anschlags. Nach damaliger Darstellung der Regierung war die Bedrohungslage «sehr ernst». Sicherheitshalber wurden alle drei Konzerte in Wien mit erwarteten 200.000 Besuchern vom Veranstalter abgesagt.

Wer ist noch angeklagt?

Auf der Anklagebank sitzt noch der gleichaltrige VerdÀchtige Arda K.. Der Slowake hat laut Justiz mit den AnschlagsplÀnen auf das Swift-Konzert nichts zu tun. Bei ihm - wie zusÀtzlich beim Hauptangeklagten - geht es aber um den Verdacht der Bildung einer Terrorzelle. 

Was hat es mit dem Verdacht einer «Terrorzelle» auf sich?

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die beiden Angeklagten sowie ein in Saudi-Arabien in Haft sitzender Islamist eine anschlagsbereite Terrorzelle bildeten. Laut Justiz waren die VerdĂ€chtigen, die sich von der Schule kannten, AnhĂ€nger der Terror-Miliz «Islamischer Staat» (IS). Sie sollen im MĂ€rz 2024 jeweils allein zu von ihnen geplanten AnschlĂ€gen nach Istanbul, Dubai und Mekka gereist sein. Ein Mitglied des Trios stach mehrere Sicherheitsbeamte in Mekka nieder und wurde festgenommen. Beran A. und Arda K. dagegen kehrten unverrichteter Dinge aus Istanbul und Dubai zurĂŒck.

Was war die «Eras»-Tour?

Die sechste große Konzerttournee von Taylor Swift (36) begann im MĂ€rz 2023 in den USA und endete im Dezember 2024 im kanadischen Vancouver. Mit der Welttournee wollte die Musikerin alle bis dahin veröffentlichten Alben und ihre «musikalischen Epochen» feiern. Im Sommer 2024 kam Swift fĂŒr Konzerte nach Europa - unter anderem nach Großbritannien, Italien, Polen und Deutschland. 

Was machten die angereisten Swift-Fans nach der Absage?

Viele Tausend Fans von Taylor Swift feierten in der Wiener Innenstadt auch ohne ihr Idol. Die meist jungen Menschen sangen die Songs des Megastars, tauschten ArmbĂ€nder und machten unzĂ€hlige Selfies. Einige Lokale boten den Fans als Trostpflaster fĂŒr das entgangene VergnĂŒgen Gratis-GetrĂ€nke an.

Wie hat Swift damals reagiert?

Rund zwei Wochen schwieg Swift zu dem Thema - und spielte wĂ€hrenddessen fĂŒnf ausverkaufte Konzerte in London. Dann schrieb sie auf Instagram, aus Vorsicht habe sie zunĂ€chst schweigen wollen, bis die Konzerte in London ĂŒber die BĂŒhne gegangen seien. «Der Grund fĂŒr die Absagen hat in mir ein neues GefĂŒhl der Angst ausgelöst und eine große Schuld, weil so viele Menschen geplant hatten, zu den Shows zu kommen», schrieb Swift. Aber sie sei auch den Behörden dankbar, «denn dank ihnen haben wir um Konzerte getrauert und nicht um Leben». 

Gab es AnschlÀge auf andere Musikevents?

Ja. 2017 hatte ein 22 Jahre alter islamistischer SelbstmordattentĂ€ter nach einem Konzert von US-SĂ€ngerin Ariana Grande in Manchester einen Sprengsatz gezĂŒndet und 22 Menschen mit in den Tod gerissen. Unter den Opfern waren viele Jugendliche. Etwa 800 Menschen wurden verletzt oder traumatisiert. Die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) reklamierte die Tat fĂŒr sich. 

Welche Strafen drohen den Angeklagten?

Den Angeklagten drohen bis zu 20 Jahre Haft. Entscheidend fĂŒr die Höhe der Strafe ist die Frage, ob beide VerdĂ€chtige den mutmaßlichen Komplizen zu dessen Tat in Saudi-Arabien, die als versuchter Mord gilt, ermutigt haben. FĂŒr die Vorbereitung eines Terrorakts - wie beim Swift-Konzert - fĂ€llt die mögliche Strafhöhe deutlich niedriger aus. FĂŒr den Prozess sind bisher vier Verhandlungstage anberaumt. Am 21. Mai könnte ein Urteil fallen.

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