El Al, Flydubai

El Al verschiebt Rückholflüge für gestrandete Israelis aus Dubai

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 09:51 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

El Al verschiebt die für Freitag geplanten Rückholflüge aus Dubai, nachdem die Vereinigten Arabischen Emirate der Airline die Landegenehmigung entzogen haben. Zehntausende? Nein: Mehr als 10.000 Israelis sollen wegen des Flydubai-Flugstopps im Ausland feststecken.

Nach einem gewaltsamen Vorfall an Bord hat die Fluggesellschaft Flydubai ihre Flüge von und nach Israel vorerst ausgesetzt.  - Bild: Jamal Awad/dpa
Nach einem gewaltsamen Vorfall an Bord hat die Fluggesellschaft Flydubai ihre Flüge von und nach Israel vorerst ausgesetzt. - Bild: Jamal Awad/dpa

El Al verschiebt die für Freitag geplanten Rückholflüge für in den Vereinigten Arabischen Emiraten wartende Israelis, weil die emiratischen Behörden die Landeerlaubnis für Dubai zurückgezogen haben.

Flüge für Freitag gestrichen

Die israelische Fluggesellschaft teilte mit, zwei für 11.00 Uhr und 13.00 Uhr Ortszeit geplante Flüge würden nicht stattfinden. El Al wolle ab Sonntag und an den folgenden Tagen neue Rückholflüge anbieten; israelischen Medien zufolge seien die Plätze dafür bereits ausgebucht.

Auch Arkia und Israir sollen Israelis zurückbringen. Für Arkia war ebenfalls ein Flug am Freitag vorgesehen. Mehrere israelische Medien berichteten unter Berufung auf die Airline, sie habe die nötigen Genehmigungen erhalten.

Flydubai setzt Israel-Flüge aus

Flydubai hatte seine Flüge von und nach Israel nach einer Gewalttat im Cockpit ausgesetzt. Mehr als 10.000 Israelis sollen deshalb in Dubai und anderen Orten im Ausland feststecken, weil sie ursprünglich über Dubai nach Israel zurückfliegen wollten.

Der Flug war am Mittwoch auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv, als der aus dem Oman stammende Copilot nach Angaben des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu auf den Kapitän einstach. Die Maschine geriet Berichten zufolge in einen Sturzflug.

Ermittlungen nach Notlandung

Nachdem der mutmaßliche Angreifer überwältigt worden war, landete das Flugzeug in Saudi-Arabien. Eine zweite Besatzung, die in der Kabine mitgereist war, übernahm das Steuer.

Israels Regierung geht von einem versuchten dschihadistischen Terroranschlag aus. Wichtige Fragen zum Motiv und zum genauen Ablauf sind noch offen. Das israelische Verkehrsministerium hatte den Beginn der Rückholflüge für Freitag angekündigt und zugleich auf mögliche Verzögerungen durch die Abstimmung der Sicherheitsbehörden hingewiesen.

Rückholflüge werden zur politischen und logistischen Aufgabe

Die Verschiebung der El-Al-Flüge zeigt, wie stark zivile Luftverbindungen in der Region von Sicherheitsentscheidungen und staatlichen Genehmigungen abhängen. Nachdem Flydubai die Verbindung zwischen Dubai und Israel vorübergehend ausgesetzt hat, fehlt für viele Reisende kurzfristig die wichtigste reguläre Rückflugmöglichkeit.

Dubai und Tel Aviv waren seit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten im Jahr 2020 eng miteinander verbunden. Flydubai bediente die Strecke besonders häufig; dadurch konnten bereits kleinere Störungen viele Passagiere treffen. Die nun angekündigten Rückholflüge sollen diese Abhängigkeit teilweise auffangen, benötigen aber die Zustimmung der emiratischen Behörden und müssen zugleich mit israelischen Sicherheitsstellen abgestimmt werden.

Sicherheitsfragen reichen über den Einzelfall hinaus

Der Vorfall im Cockpit betrifft deshalb nicht nur die Ermittlungen gegen den mutmaßlichen Angreifer. Israel prüft nach dem Geschehen auch strengere Kontrollen für ausländische Besatzungen auf Flügen ins Land. Dabei treffen nationale Sicherheitsinteressen auf internationale Luftfahrtregeln und die Zuständigkeiten des jeweiligen Abflugstaates.

Für die gestrandeten Reisenden bleibt zunächst entscheidend, wann tatsächlich genehmigte Plätze verfügbar sind. Dass die angekündigten El-Al-Flüge bereits ausgebucht sein sollen, erhöht den Druck auf Arkia, Israir und weitere Rückkehrmöglichkeiten. Zugleich dürften die Ermittlungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien klären müssen, wie es zu dem Angriff kommen konnte und welche Konsequenzen für die Strecke folgen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

FOCUS online: „Nach Flugzeug-Drama in Flydubai-Maschine schickt Israel Geheimagenten nach Dubai“ (01.10.2026)

Der Bericht hebe hervor, dass Flydubai auf der Strecke zwischen Dubai und Tel Aviv eine besonders wichtige Rolle spiele und Israel Sicherheitskräfte zur Vorbereitung der Rückholflüge nach Dubai entsandt habe. Anders als die dpa-Meldung konzentriere sich der Artikel auf die geplanten Sicherheitsmaßnahmen und die Frage, wie ausländische Piloten auf Israel-Flügen künftig überprüft werden könnten.

Tagesspiegel: „Angriff in Flydubai-Maschine: Beide Piloten zurück in den Emiraten – Ermittlungsteam eingesetzt“ (01.10.2026)

Der Bericht bestätige den Angriff im Cockpit und die geplanten Rückholflüge, setze aber einen anderen Schwerpunkt auf die Ermittlungen und die Zuständigkeit der emiratischen Behörden. Er schreibe, beide Piloten seien nach der medizinischen Behandlung von Saudi-Arabien in die Vereinigten Arabischen Emirate gebracht worden; offen bleibe insbesondere das Motiv des mutmaßlichen Angreifers.

Beide Berichte stimmten darin überein, dass der Cockpitvorfall die regulären Verbindungen unterbrochen habe und Rückholflüge erforderlich seien. Unterschiede gebe es bei der Gewichtung von Sicherheitsmaßnahmen, Ermittlungszuständigkeit und den weiterhin offenen Hintergründen der Tat.

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