Nato-Gipfel, Trump

Nato-Gipfel mit Trump - Wie stabil ist das BĂŒndnis?

24.06.2025 - 03:13:38 | dpa.de

Es ist der erste Nato-Gipfel seit dem Wiedereinzug von Donald Trump ins Weiße Haus. Es gibt Kriege in Nahost und der Ukraine. Die EuropĂ€er hoffen auf ein Signal der Geschlossenheit des US-PrĂ€sidenten.

  • Schon vor Beginn des Nato-Gipfels gibt es einen Gewinner: Donald Trump. - Foto: Martin Romanczyk/dpa
    Schon vor Beginn des Nato-Gipfels gibt es einen Gewinner: Donald Trump. - Foto: Martin Romanczyk/dpa
  • Hat seinen ersten Gipfel als Nato-GeneralsekretĂ€r vor sich: der frĂŒhere niederlĂ€ndische Regierungschef Mark Rutte. - Foto: Matthias Schrader/AP/dpa
    Hat seinen ersten Gipfel als Nato-GeneralsekretĂ€r vor sich: der frĂŒhere niederlĂ€ndische Regierungschef Mark Rutte. - Foto: Matthias Schrader/AP/dpa
Schon vor Beginn des Nato-Gipfels gibt es einen Gewinner: Donald Trump. - Foto: Martin Romanczyk/dpa Hat seinen ersten Gipfel als Nato-GeneralsekretĂ€r vor sich: der frĂŒhere niederlĂ€ndische Regierungschef Mark Rutte. - Foto: Matthias Schrader/AP/dpa

Inmitten großer Spannungen, Sorge und kriegerischer Auseinandersetzungen im Nahen Osten startet in Den Haag der erste Nato-Gipfel seit dem Wiedereinzug von Donald Trump ins Weiße Haus. Kurz vor seiner Abreise in die Niederlande will Kanzler Friedrich Merz (CDU) in einer RegierungserklĂ€rung im Bundestag (12.00 Uhr) seinen außenpolitischen Kurs fĂŒr das Treffen mit den Kollegen aus den 32 Nato-Staaten und den folgenden EU-Gipfel erlĂ€utern. Der Nato-Gipfel beginnt heute Abend.

Der Iran hatte als Vergeltung fĂŒr die Bombardierung seiner Atomanlagen durch die USA gestern Abend einen US-MilitĂ€rstĂŒtzpunkt in Katar angegriffen - nach Angaben von US-PrĂ€sident Donald Trump waren die USA vorgewarnt. Merz und Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron betonten derweil einen Tag vor dem Gipfel in einem gemeinsamen Gastbeitrag fĂŒr die «Financial Times» ihre Entschlossenheit, die Freiheit und Sicherheit in Europa zu verteidigen. 

Verteidigungsausgaben eines der wichtigsten Themen 

Die grĂ¶ĂŸte Bedrohung fĂŒr Europas StabilitĂ€t gehe von Russland aus, das danach strebe, europĂ€ische LĂ€nder zu destabilisieren und die Weltordnung infrage zu stellen, hieß es in dem Beitrag. Über die russische Bedrohung und die UnterstĂŒtzung der Ukraine hinaus, gehe es um die Abwehr von Terrorismus und die Verteidigung von Staatsgebiet, Bevölkerung sowie eigenen Interessen weltweit. «Wir werden uns diesen Herausforderungen stellen mĂŒssen. Nicht weil uns jemand darum bittet, sondern weil wir klarsichtig sind und es unseren BĂŒrgern schuldig sind, dies zu tun.»

Nato-Mitglieder wollen deutlich mehr Geld fĂŒr Verteidigung ausgeben

Merz und Macron betonten außerdem, dass Deutschland und Frankreich ihre Verteidigungsausgaben erheblich erhöhten, um die europĂ€ische SĂ€ule in der Nato zu stĂ€rken. Denn neben den Bedrohungen durch Russland soll es bei dem Gipfel vor allem um die Forderung von US-PrĂ€sident Trump nach mehr militĂ€rischer EigenstĂ€ndigkeit der europĂ€ischen Alliierten gehen. Eine Vorabeinigung sieht vor, dass jedes Nato-Mitglied seine jĂ€hrlichen verteidigungsrelevanten Ausgaben auf mindestens fĂŒnf Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu erhöhen. 

Ein Betrag von mindestens 3,5 Prozent des BIP soll dabei auf klassische MilitĂ€rausgaben entfallen. Zudem sollen Ausgaben fĂŒr die TerrorismusbekĂ€mpfung und militĂ€risch nutzbare Infrastruktur angerechnet werden können. Dabei geht es etwa um Investitionen in Bahnstrecken, panzertaugliche BrĂŒcken und erweiterte HĂ€fen.

Nato-Gipfel beginnt mit festlichem Abendessen beim König

Offiziell beginnt der Nato-Gipfel am Abend (19.00 Uhr) mit einem Gala-Dinner der Staats- und Regierungschefs zusammen mit ihren Partnerinnen und Partnern im Schloss des niederlÀndischen Königs Willem-Alexander. Im Huis ten Bosch in Den Haag werden unter anderem Trump mit seiner Frau Melania und Merz mit seiner Gattin Charlotte erwartet. Auf der GÀsteliste stehen auch Staats- und Regierungschefs aus Partnerstaaten, darunter der ukrainische PrÀsident Wolodymyr Selenskyj. 

RegierungserklÀrung des Kanzlers zu Nato- und EU-Gipfel

Es wird erwartet, dass sich Bundeskanzler Merz in seiner RegierungserklĂ€rung vor der Abreise zum Gipfel zum Eintritt der USA in Israels Krieg gegen den Iran und zur weiteren UnterstĂŒtzung der Ukraine Ă€ußert. Merz hatte sich gestern beim Tag der Industrie noch einmal klar hinter die Luftangriffe auf den Iran gestellt. Es gebe keinen Grund, den Angriff Israels auf den Iran am 13. Juni zu kritisieren «und keinen Grund, das zu kritisieren, was Amerika am vergangenen Wochenende getan hat», sagte er. Merz begrĂŒndete seine Haltung mit dem Agieren des Irans als «das Terrorregime der Welt». 

Trump nennt Iran-Angriff «sehr schwache Antwort»

Die Vereinigten Staaten waren am Wochenende an der Seite Israels in den Krieg mit dem Iran eingetreten. Sie griffen mehrere Atomanlagen an, die dem Bau einer iranischen Atombombe dienen sollen. Irans Regierung verurteilte den Angriff als völkerrechtswidrig. Nach den Vergeltungsangriffen der Iraner gestern dankte Trump fĂŒr die Vorwarnung und nannte den Angriff eine «sehr schwache Antwort». 

Vielleicht könne der Iran jetzt zu Frieden und Harmonie im Nahen Osten ĂŒbergehen - er werde Israel mit Nachdruck ermuntern, das ebenfalls zu tun, schrieb Trump weiter. Israel fĂŒhrt seit gut zehn Tagen Krieg gegen den Iran. 

Neben den Kriegen in Nahost und der Ukraine sowie den Verteidigungsausgaben spielt auch die Geschlossenheit der BĂŒndnispartner eine große Rolle. Die europĂ€ischen Nato-Mitglieder erhoffen sich von US-PrĂ€sident Trump auf dem Gipfel ein klares Zeichen der Geschlossenheit. Sie sind unsicher, ob sich die USA dem BĂŒndnis noch bedingungslos verpflichtet fĂŒhlen.

GrĂ¶ĂŸte Sicherheitsoperation in der Geschichte der Niederlande

Angesichts des Bedrohungspotenzials durch die aktuellen Kriege will die niederlĂ€ndische Regierung den Nato-Gipfel mit der nach ihren Angaben grĂ¶ĂŸten Sicherheitsoperation in der Geschichte des Landes schĂŒtzen. Bei der Operation «Orange Shield» sind rund 27.000 Polizisten im Einsatz, etwa die HĂ€lfte aller Polizeibeamten des Landes. Dazu kommen mehr als 10.000 Soldaten.

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