Deutschland, Frankreich

Entscheidung über Luftkampfsystem FCAS erneut verschoben

Veröffentlicht: 30.12.2025 um 22:11 Uhr, dpa.de

Es soll das wichtigste und teuerste Prestigeprojekt der europäischen Rüstungskooperation werden. Ob es tatsächlich realisiert wird, steht nun aber weiter in den Sternen.

Suchen nach einer Antwort auf Trump: Bundeskanzler Merz und seine EU-Kollegen. (Archivbild) - Bild: Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa
Suchen nach einer Antwort auf Trump: Bundeskanzler Merz und seine EU-Kollegen. (Archivbild) - Bild: Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa

Deutschland und Frankreich haben die Entscheidung über das europäische Luftkampfsystem FCAS erneut vertagt - diesmal auf einen unbestimmten Zeitpunkt. «Entgegen der ursprünglichen Planung ist eine abschließende Entscheidung zum Fortgang des FCAS-Projekts zum Jahresende noch nicht gefallen», teilte ein Regierungssprecher der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit.

Kein neues Datum für Entscheidung

«Grund dafür war die umfassende deutsch-französische Agenda in außen- und sicherheitspolitischen Fragen, die eine Befassung mit dem Thema gemeinsames Kampfflugzeug auf der Ebene des Präsidenten und des Bundeskanzlers noch nicht möglich gemacht hat», heißt es in der Stellungnahme des Sprechers, über die auch das Verteidigungsportal «Hartpunkt» berichtete. «Ein neues Datum für eine Entscheidung können wir zu diesem Zeitpunkt nicht nennen.»

Gesamtkosten im dreistelligen Milliardenbereich

FCAS steht für «Future Combat Air System» und wäre bei einer Realisierung das größte und teuerste europäische Rüstungsprojekt. Neben Deutschland und Frankreich will sich auch Spanien beteiligen. Die Gesamtkosten werden auf einen dreistelligen Milliardenbetrag geschätzt. Das Luftkampfsystem soll im Verbund mit unbewaffneten und bewaffneten Drohnen fliegen und ist insofern mehr als ein Kampfflugzeug. Der Plan ist, dass es den Eurofighter ab 2040 ablöst.

Ursprünglich war Ende August geplant

Die Entscheidung über die Realisierung sollte ursprünglich bis Ende August fallen, wurde dann aber vor allem wegen Differenzen über den Anteil der Unternehmen Dassault, Airbus und Indra an dem Projekt auf das Jahresende vertagt. Auch an dieser Zielmarke sind die drei Länder nun gescheitert. Wie es nun weiter geht, ist noch völlig offen.

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