EU-Haushalt, Irische RatsprÀsidentschaft

EU-Haushalt 2028 bis 2034: Irland schlĂ€gt KĂŒrzung um 159 Milliarden Euro vor

Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 10:54 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die irische EU-RatsprĂ€sidentschaft schlĂ€gt fĂŒr den Finanzrahmen 2028 bis 2034 ein Volumen von 1,826 Billionen Euro vor. Das wĂ€ren rund 159 Milliarden Euro weniger als im Entwurf der EU-Kommission – fĂŒr Deutschland und andere Nettozahler geht das aber nicht weit genug.

Wenn es ums Geld geht, wird es auch in der EU oft kompliziert. (Archivbild) - Bild: Michael Kappeler/dpa
Wenn es ums Geld geht, wird es auch in der EU oft kompliziert. (Archivbild) - Bild: Michael Kappeler/dpa

Die irische EU-RatsprĂ€sidentschaft hat im Streit ĂŒber den nĂ€chsten langfristigen EU-Haushalt einen Vorschlag mit einem Volumen von 1,826 Billionen Euro fĂŒr die Jahre 2028 bis 2034 vorgelegt.

159 Milliarden Euro weniger als Kommissionsentwurf

Damit wĂŒrde der Finanzrahmen gegenĂŒber dem ursprĂŒnglichen Vorschlag der EU-Kommission um rund 159 Milliarden Euro gekĂŒrzt. Der Kommissionsentwurf sieht knapp 1,985 Billionen Euro vor. Beide Summen sind in laufenden Preisen berechnet und berĂŒcksichtigen damit die erwartete Inflation wĂ€hrend des siebenjĂ€hrigen Zeitraums.

Der Vorschlag wurde in BrĂŒssel prĂ€sentiert. Besonders stark sollen demnach jene Bereiche gekĂŒrzt werden, in denen die Kommission kĂŒnftig eigentlich mehr Geld fĂŒr WettbewerbsfĂ€higkeit, Forschung, Verteidigung sowie Außen- und Entwicklungspolitik einplanen wollte.

Agrar- und Regionalpolitik weitgehend geschont

Die traditionellen großen Haushaltsposten Agrar- und KohĂ€sionspolitik wĂŒrden dagegen weitgehend geschont. Mit der KohĂ€sionspolitik unterstĂŒtzt die EU vor allem Ă€rmere Mitgliedstaaten und versucht, wirtschaftliche und soziale Unterschiede zwischen den Regionen zu verringern.

Nettozahler fordern deutlich grĂ¶ĂŸere Einschnitte

Eine Einigung soll eigentlich bis Ende des Jahres erreicht werden. Ob der neue Vorschlag dafĂŒr eine Grundlage schafft, ist jedoch umstritten. Deutschland sowie die Niederlande, Schweden und Österreich hatten von der irischen RatsprĂ€sidentschaft eine KĂŒrzung des Entwurfs um mehrere Hundert Milliarden Euro gefordert.

Ein EU-Diplomat bezeichnete den Vorschlag am Samstag als EnttĂ€uschung und als keine annĂ€hernde Grundlage fĂŒr eine Einigung. Der geplante starke Anstieg der Ausgaben sei unbezahlbar. Die politische Schwerpunktsetzung bevorzuge PrioritĂ€ten des 20. Jahrhunderts und bereite die EU nicht ausreichend auf das 21. Jahrhundert vor.

Deutschland ist grĂ¶ĂŸter Beitragszahler

Der EU-Haushalt wird ĂŒberwiegend aus einem Anteil des Bruttonationaleinkommens der Mitgliedstaaten finanziert. Deutschland zahlt als grĂ¶ĂŸte Volkswirtschaft der EU mit Abstand den grĂ¶ĂŸten Beitrag.

Ein Haushalt zwischen alten und neuen PrioritÀten

Der Finanzrahmen fĂŒr 2028 bis 2034 soll nicht nur laufende EU-Programme fortschreiben, sondern auch neue politische Aufgaben finanzieren. Dazu gehören WettbewerbsfĂ€higkeit, Forschung, Verteidigung sowie Außen- und Entwicklungspolitik. Zugleich binden Agrar- und KohĂ€sionsausgaben weiterhin große Teile des Budgets.

Der irische Vorschlag verschiebt den Streit deshalb nicht allein auf die Gesamtsumme. Entscheidend ist auch, welche Mitgliedstaaten und Politikbereiche KĂŒrzungen tragen sollen. Staaten mit starken Agrar- oder Regionalinteressen dĂŒrften an einer Schonung dieser Posten festhalten, wĂ€hrend Nettozahler auf eine Begrenzung ihrer BeitrĂ€ge drĂ€ngen.

Schulden erhöhen den Druck

ZusĂ€tzliche Bedeutung erhĂ€lt die Debatte durch die Finanzierung gemeinsamer EU-Schulden. FĂŒr den Zeitraum 2028 bis 2034 könnten nach einer aktuellen Rechnung des EuropĂ€ischen Rechnungshofs bis zu 93 Milliarden Euro an Zinsen anfallen. Das verengt den Spielraum fĂŒr neue Vorhaben und verstĂ€rkt die Forderung nach einer realistischeren Ausgabenplanung.

FĂŒr Deutschland geht es damit um mehr als einen einmaligen Haushaltsstreit. Als grĂ¶ĂŸter Beitragszahler wĂ€re das Land von höheren nationalen Einzahlungen besonders betroffen. Eine Einigung bis Jahresende mĂŒsste daher zugleich die Höhe des Budgets, die Verteilung der Mittel und die kĂŒnftige Finanzierung der EU-Ausgaben klĂ€ren.

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