EU-Sanktionen, Alischer Usmanow

EU will Sanktionen gegen Usmanow und Fridman aufheben

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 19:43 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die EU will ihre Strafmaßnahmen gegen die russischen Milliardäre Alischer Usmanow und Michail Fridman aufheben. Auslöser ist nach dpa-Informationen die Sorge vor einer Blockade bei der Verlängerung der Russland-Sanktionen.

Der Oligarch Alischer Usmanow ist in Europa als langjähriger Präsident des Fecht-Weltverbandes FIE und als früherer Anteilseigner des englischen Fußballclubs FC Arsenal bekannt. (Archivbild) - Bild: Yuri Kochetkov/epa/dpa
Der Oligarch Alischer Usmanow ist in Europa als langjähriger Präsident des Fecht-Weltverbandes FIE und als früherer Anteilseigner des englischen Fußballclubs FC Arsenal bekannt. (Archivbild) - Bild: Yuri Kochetkov/epa/dpa

Die EU will wegen einer drohenden Blockade der Russland-Sanktionen ihre Strafmaßnahmen gegen die russischen Milliardäre Alischer Usmanow und Michail Fridman aufheben.

Beschlussverfahren in Brüssel gestartet

Ein entsprechendes Verfahren sei am Abend in Brüssel eingeleitet worden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur von Diplomaten. Die Maßnahme steht im Zusammenhang mit den Bemühungen der Mitgliedstaaten, die Sanktionen gegen Russland insgesamt aufrechtzuerhalten.

Zwei Oligarchen im Fokus

Betroffen sind nach Angaben aus Diplomatenkreisen Usmanow und Fridman. Die EU hatte die beiden russischen Milliardäre im Zuge ihrer Sanktionen wegen des Ukraine-Kriegs belegt.

Die Aufhebung ihrer Listung soll helfen, eine vollständige Blockade des Sanktionspakets durch einzelne Mitgliedstaaten zu vermeiden.

Warum die Entscheidung politisch bedeutsam ist

Die geplante Streichung von Alischer Usmanow und Michail Fridman von der EU-Sanktionsliste zeigt, wie eng die europäische Sanktionspolitik mit der Einstimmigkeit unter den Mitgliedstaaten verbunden ist. Sobald einzelne Staaten bei der Verlängerung oder Nachjustierung blockieren, steigt der Druck auf Kompromisse, auch wenn diese politisch heikel sind.

Im Kern geht es um die Stabilität des gesamten Sanktionsregimes gegen Russland. Die EU hält die Strafmaßnahmen gegen Russland weiter aufrecht, zugleich soll das Verfahren offenbar so abgesichert werden, dass eine komplette Blockade vermieden wird. Für die Praxis bedeutet das: Die Union versucht, die breite Linie gegen Moskau zu bewahren und zugleich Konflikte im Rat zu entschärfen.

Signalwirkung über den Einzelfall hinaus

Die Entscheidung betrifft zwei international bekannte Oligarchen und hat damit eine über den juristischen Status hinausgehende Signalwirkung. Solche Listen sind nicht nur ein Instrument des finanziellen Drucks, sondern auch ein politisches Zeichen dafür, wen die EU als Teil des Macht- und Finanznetzwerks des Kremls betrachtet.

Für Leser ist vor allem relevant, dass Sanktionen in der EU kein rein technischer Vorgang sind. Sie hängen an politischen Mehrheiten, diplomatischen Absprachen und der Bereitschaft aller Mitgliedstaaten, belastbare Kompromisse zu tragen. Genau deshalb können einzelne Namen auf der Liste zum Prüfstein für die Handlungsfähigkeit der Union werden.

Was das für die nächsten Schritte bedeutet

Die anstehende schriftliche Bestätigung entscheidet darüber, ob die Linie der EU schnell formalisiert wird oder ob sich die Debatte noch verzögert. Zugleich bleibt der größere Rahmen unverändert: Die Union hält an ihrem Druck auf Russland fest, muss aber bei jeder Verlängerung die eigene Geschlossenheit sichern.

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