Flydubai-Flug FZ1073, Notlandung in Tabuk

Flydubai-Flug nach Tel Aviv: Pilot soll Kollegen niedergestochen haben

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 19:31 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Auf einem Flydubai-Flug von Dubai nach Tel Aviv soll ein Pilot seinen Kollegen mit einem Messer angegriffen haben. Die Maschine landete nach einem Sturzflug in Saudi-Arabien; Israel wertet den Vorfall als versuchten Terroranschlag.

  • Ein Ersatzflugzeug brachte die Passagiere sicher nach Tel Aviv. - Bild: Jamal Awad/dpa
    Ein Ersatzflugzeug brachte die Passagiere sicher nach Tel Aviv. - Bild: Jamal Awad/dpa
  • Das Flugzeug der emiratischen Airline Flydubai musste nach dem Vorfall in Saudi-Arabien notlanden. (Symbolbild) - Bild: Uncredited/AP/dpa
    Das Flugzeug der emiratischen Airline Flydubai musste nach dem Vorfall in Saudi-Arabien notlanden. (Symbolbild) - Bild: Uncredited/AP/dpa
  • Am Abend wurden die Passagiere am Flughafen Tel Aviv in Empfang genommen. - Bild: Ariel Schalit/AP/dpa
    Am Abend wurden die Passagiere am Flughafen Tel Aviv in Empfang genommen. - Bild: Ariel Schalit/AP/dpa
Ein Ersatzflugzeug brachte die Passagiere sicher nach Tel Aviv. - Bild: Jamal Awad/dpa Das Flugzeug der emiratischen Airline Flydubai musste nach dem Vorfall in Saudi-Arabien notlanden. (Symbolbild) - Bild: Uncredited/AP/dpa Am Abend wurden die Passagiere am Flughafen Tel Aviv in Empfang genommen. - Bild: Ariel Schalit/AP/dpa

Auf dem Flydubai-Flug FZ1073 von Dubai nach Tel Aviv soll ein Pilot seinen Kollegen mit einem Messer angegriffen haben, woraufhin die Maschine in Saudi-Arabien notlandete.

Passagiere ĂŒberwĂ€ltigen Angreifer

Nach Angaben des israelischen MinisterprĂ€sidenten Benjamin Netanjahu stach einer der Piloten am Morgen auf seinen Kollegen ein, als sich das Flugzeug Israel nĂ€herte. Der Angreifer habe offenbar versucht, die Maschine mit den Passagieren zum Absturz zu bringen. Verteidigungsminister Israel Katz sprach von einem „Versuch eines dschihadistischen Anschlags“.

Nach Angaben der israelischen Regierung und von Passagieren wurde der Angreifer ĂŒberwĂ€ltigt. Ein Passagier und ein Besatzungsmitglied, das in der Kabine mitreiste, seien in das Cockpit vorgedrungen. Dort habe eine zweite Besatzung die Kontrolle ĂŒbernommen und das Flugzeug stabilisiert.

Notlandung in Tabuk

Die in Dubai gestartete Maschine landete im saudi-arabischen Tabuk. Der Flughafen teilte mit, der KapitÀn und der erste Offizier seien verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden. Weitere Verletzte wurden zunÀchst nicht gemeldet; Flydubai erklÀrte, alle Passagiere und Besatzungsmitglieder seien in Sicherheit.

Die Maschine setzte zunĂ€chst den Notfallcode 7700 und anschließend den Code 7500 ab. Ersterer weist auf eine allgemeine Notlage hin, letzterer wird zur Meldung einer FlugzeugentfĂŒhrung oder unrechtmĂ€ĂŸigen Einmischung verwendet. Flydubai bestĂ€tigte eine Auseinandersetzung im Cockpit, nannte aber zunĂ€chst keine weiteren Einzelheiten.

Passagiere erreichen Tel Aviv

Am Abend wurden die Passagiere mit einer Ersatzmaschine sicher zum Flughafen Tel Aviv gebracht. Israelische Medien berichteten von 174 Menschen an Bord, darunter 27 Kinder. Nach Angaben Netanjahus waren fast alle Passagiere Israelis.

Der TatverdĂ€chtige wurde nach israelischen Angaben festgenommen und von saudischen Sicherheitsbehörden befragt. Zur Herkunft der Piloten gab es widersprĂŒchliche Berichte; eine offizielle BestĂ€tigung lag zunĂ€chst nicht vor.

HintergrĂŒnde des Vorfalls offen

Flydubai rief dazu auf, wÀhrend der laufenden Ermittlungen von Spekulationen abzusehen. Nach israelischer EinschÀtzung soll es sich um einen EinzeltÀter handeln; Hinweise auf eine Beteiligung eines Staates oder einer Terrororganisation gebe es demnach nicht.

Nach Berichten von Passagieren geriet das Flugzeug zeitweise in einen Sturzflug. An Bord habe Panik geherrscht; mehrere MĂ€nner sollen den Angreifer ĂŒberwĂ€ltigt haben. Die Maschine verlor nach Medienberichten innerhalb kurzer Zeit mehrere tausend Meter an Höhe.

Verbindungen zwischen Golfstaaten und Israel

Flydubai ist eine in Dubai ansÀssige Billigfluggesellschaft mit Verbindungen nach Europa, in den Nahen Osten, nach Afrika und Asien. Die Vereinigten Arabischen Emirate erkannten Israel 2020 im Rahmen eines AnnÀherungsabkommens an.

Saudi-Arabien und Israel unterhalten dagegen bislang keine diplomatischen Beziehungen. Die Landung und spĂ€tere Weiterreise der Passagiere ĂŒber Tabuk erfolgten damit in einem politisch sensiblen regionalen Umfeld.

Sicherheitslage im regionalen Luftverkehr

Der Vorfall ereignete sich auf einer Verbindung zwischen Dubai und Tel Aviv, zwei StÀdten mit engem Reise- und Wirtschaftsverkehr. Die Vereinigten Arabischen Emirate und Israel haben ihre Beziehungen seit dem AnnÀherungsabkommen von 2020 ausgebaut; zugleich bleibt der regionale Luftverkehr durch den Gaza-Krieg und die Spannungen im Nahen Osten besonders sicherheitssensibel.

Die Notlandung in Tabuk besitzt deshalb auch eine politische Dimension. Saudi-Arabien und Israel unterhalten weiterhin keine diplomatischen Beziehungen. Dass die Passagiere dort aussteigen und anschließend mit einer Ersatzmaschine weiterreisen konnten, zeigt die praktische Bedeutung begrenzter Kontakte trotz fehlender offizieller Normalisierung.

Ermittlungen und Folgen fĂŒr Reisende

FĂŒr die AufklĂ€rung mĂŒssen nun saudische Behörden, die Fluggesellschaft und weitere beteiligte Stellen den Ablauf im Cockpit, die Verletzungen und die Herkunft der Notfallcodes rekonstruieren. Die unterschiedlichen Angaben zur IdentitĂ€t der Piloten unterstreichen, dass zentrale Details erst durch Ermittlungen geklĂ€rt werden können.

FĂŒr den Flugverkehr dĂŒrfte der Fall vor allem Fragen zur Cockpit-Sicherheit, zur Überwachung der Besatzung und zu den Verfahren bei einem medizinischen oder sicherheitsrelevanten Zwischenfall aufwerfen. Eine pauschale Bewertung der gesamten Verbindung oder der Airline lĂ€sst sich daraus nicht ableiten. FĂŒr Passagiere ist kurzfristig entscheidend, ob Fluggesellschaften ihre AblĂ€ufe auf der Route anpassen und ob die Behörden zusĂ€tzliche Sicherheitsmaßnahmen anordnen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

BR: „Absturz versucht? Terrorverdacht nach Gewalt in Flydubai-Cockpit“ (30.09.2026)

Der Bericht bestĂ€tige den gewaltsamen Vorfall im Cockpit, die Notlandung in Tabuk und die israelische EinschĂ€tzung eines versuchten Terroranschlags. Er setze einen zusĂ€tzlichen Schwerpunkt auf öffentlich ausgewertete Flugdaten, wonach die Maschine binnen kurzer Zeit deutlich an Höhe verloren habe, und betone zugleich, die HintergrĂŒnde seien noch Gegenstand der Ermittlungen.

DER SPIEGEL: „Notlandung in Saudi-Arabien Piloten prĂŒgeln sich offenbar auf Linienflug von Dubai nach Tel Aviv“ (30.09.2026)

Der Artikel bestĂ€tige die Notfallcodes, die Notlandung und die Berichte ĂŒber einen Kampf im Cockpit. Anders als die spĂ€tere israelische Darstellung rĂŒcke er zunĂ€chst die offene Frage in den Mittelpunkt, ob es sich um einen eskalierten Pilotenstreit oder einen gezielten Anschlagsversuch gehandelt habe; zudem ordne er Flydubai als eigenstĂ€ndige Gesellschaft und nicht als Billigtochter von Emirates ein.

Beide Berichte stellten die sichere Landung und die Beteiligung von Passagieren beziehungsweise zusĂ€tzlicher Besatzung heraus. Unterschiede bestĂŒnden vor allem beim Zeitpunkt der Einordnung als Terrorakt und bei der Gewichtung noch offener Details.

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