G20-Gipfel, Donald Trump

G20-Gipfel: Bundesregierung nimmt Putins Einladung zur Kenntnis

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 11:32 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Die Bundesregierung will den US-Vorstoß gemeinsam mit ihren Partnern bewerten. Berlin betont zugleich, dass der Krieg gegen die Ukraine einen normalen Umgang mit Russland ausschließt.

Bundesregierung nimmt Trumps Putin-Einladung zur Kenntnis
Donald Trump (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Die Bundesregierung nimmt die Einladung des russischen Präsidenten Wladimir Putin durch US-Präsident Donald Trump zum G20-Gipfel im Dezember zur Kenntnis. Regierungssprecher Stefan Kornelius bekräftigte, dass es angesichts des Kriegs in der Ukraine keine Normalität im Umgang mit Russland gebe.

Berlin stimmt sich mit Partnern ab

„Wir nehmen zur Kenntnis, dass die USA Präsident Putin zum G20-Gipfel eingeladen haben. Wir nehmen auch zur Kenntnis, dass Präsident Putin bisher nicht über die Einladung entschieden hat“, sagte Kornelius den Funke-Medien.

Die Vorbereitungen für das Gipfeltreffen laufen demnach weiter. Dazu gehöre auch die Frage, wie mit der Einladung und einer möglichen Teilnahme Putins umzugehen sei.

Merz bekräftigt Haltung zu Russland

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bekräftigte nach der Einladung seine bisherige Haltung. Für die Bundesregierung bleibt der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine der maßgebliche Rahmen für den politischen Umgang mit Moskau.

Die Bundesregierung stimmt sich nach Angaben des Regierungssprechers mit den Partnern ab. Eine Entscheidung Putins über die Einladung liegt bislang nicht vor.

Die Einladung fällt in eine Phase, in der die USA zugleich auf direkte Kontakte mit Moskau setzen und eine Beendigung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine anstreben. Außenminister Marco Rubio begründete den Schritt damit, dass Gespräche zur Lösung internationaler Konflikte auch mit Staaten geführt werden müssten, mit denen grundlegende Differenzen bestehen.

Für die G20 ist die Einladung politisch besonders sensibel. Russland gehört der Gruppe weiterhin an, doch Wladimir Putin nahm zuletzt 2019 persönlich an einem G20-Gipfel teil – also vor dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine im Februar 2022. Eine Teilnahme in Miami würde deshalb die Frage aufwerfen, wie weit internationale Gipfelformate von der politischen Isolierung Russlands abweichen.

G20 zwischen Dialog und Abgrenzung

Die Bundesregierung hält dagegen an einer klaren Trennung zwischen Gesprächskanälen und Normalisierung fest. Diese Linie entspricht der deutschen Unterstützung für die Ukraine und der gemeinsamen Sanktionspolitik westlicher Staaten, lässt aber Raum für diplomatische Abstimmung über den Umgang mit dem US-Vorstoß.

Für die weiteren Vorbereitungen ist daher entscheidend, ob Putin die Einladung annimmt und wie die europäischen G20-Partner auf eine mögliche persönliche Teilnahme reagieren. Ein Gipfeltreffen könnte direkte Gespräche erleichtern; es würde zugleich den Umgang der G20 mit einem amtierenden Staatschef bestimmen, dessen Land weiterhin Krieg gegen die Ukraine führt.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „USA laden Russlands Präsidenten Putin zu G20-Gipfel ein“ (23.09.2026)

Der Bericht bestätigt die Einladung nach Miami und stellt sie in den Zusammenhang der Gespräche über den Ukraine-Krieg. Anders als die deutsche Reaktion konzentriert er sich auf die vage Aussicht auf eine Waffenruhe und die unterschiedlichen Positionen von Rubio und Lawrow.

ZDFheute: „Rubio: USA laden Wladimir Putin zu G20-Gipfel in Miami ein“ (23.09.2026)

Das ZDF hebt hervor, dass Putin zuletzt 2019 persönlich an einem G20-Gipfel teilnahm, und ordnet die Einladung in die US-amerikanischen Vermittlungsbemühungen ein. Zugleich beschreibt der Beitrag den Streit über eine begrenzte Waffenruhe und die weiterhin fehlenden Fortschritte bei einem Kriegsende.

Beide Beiträge bestätigen die Einladung und betonen den möglichen diplomatischen Nutzen eines Treffens. Offen bleiben Putins Entscheidung sowie die konkrete Haltung der europäischen Partner und der Bundesregierung zum weiteren Umgang mit dem Gipfel.

Disclaimer...

de | ausland | 70176615 |