G20-Gipfel in Miami: USA laden Putin im Dezember ein
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 17:50 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie USA haben Russlands PrĂ€sidenten Wladimir Putin nach Angaben von AuĂenminister Marco Rubio zum G20-Gipfel im Dezember in Miami eingeladen.
Washington hofft auf Putins Teilnahme
Die USA hofften, dass Putin die Einladung annehmen werde, sagte Rubio am Rande der UN-Generaldebatte in New York. Der Gipfel könne eine Gelegenheit sein, damit Putin nicht nur mit Trump, sondern auch mit anderen Staats- und Regierungschefs ins GesprÀch komme.
In der G20-Runde der groĂen Industrie- und SchwellenlĂ€nder ist Russland weiterhin Mitglied. Putin nahm zuletzt 2019 persönlich an einem G20-Gipfel teil â vor Beginn der russischen Invasion in der Ukraine im Februar 2022.
Trump hatte Teilnahme als hilfreich bezeichnet
Der G20 gehören 19 Staaten, die EuropĂ€ische Union und die Afrikanische Union an. Trump hatte bereits im April erklĂ€rt, Putins Teilnahme wĂ€re wahrscheinlich hilfreich, zugleich aber Zweifel geĂ€uĂert, ob der russische PrĂ€sident tatsĂ€chlich nach Miami reisen werde.
Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj sagte Mitte September, er sei bereit, zu dem Gipfel zu kommen und mit Putin zu sprechen, falls er eingeladen werde. âWir mĂŒssen kommen. Wir mĂŒssen uns treffen, sprechen und Entscheidungen treffenâ, sagte Selenskyj in einem Interview der Deutschen Welle.
Russland im Konflikt mit westlichen G20-Mitgliedern
Russland liegt wegen seines Angriffskrieges gegen die Ukraine im Konflikt mit den westlich orientierten G20-Mitgliedern. Politisch hat Moskau zuletzt stĂ€rker auf das StaatenbĂŒndnis Brics mit befreundeten Staaten wie Brasilien, Indien, China und SĂŒdafrika gesetzt.
Bereits im August trafen sich im US-Bundesstaat North Carolina die Finanzminister im Vorfeld des G20-Gipfels. An dem Treffen nahm auch der russische Finanzminister Anton Siluanow teil.
USA sehen sich als Vermittler
Putin hatte Trump zuletzt im August des vergangenen Jahres bilateral in den USA getroffen. Die beiden PrÀsidenten telefonierten zudem mehrfach im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg.
Die USA verstehen sich als Vermittler in dem seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden Krieg. Nennenswerte Fortschritte fĂŒr ein Kriegsende wurden bislang jedoch nicht erzielt.
G20 als diplomatische BĂŒhne
Die Einladung fĂ€llt in eine Phase, in der Washington den direkten Kontakt zu Moskau aufrechterhalten will. Ein Treffen am Rand eines Gipfels könnte GesprĂ€che zwischen Putin und US-PrĂ€sident Donald Trump ermöglichen und zugleich weitere Staats- und Regierungschefs einbeziehen. Damit wĂŒrde der G20-Gipfel neben seiner wirtschaftlichen Funktion erneut zu einer wichtigen diplomatischen BĂŒhne.
Russland ist weiterhin Mitglied der G20, obwohl der Angriffskrieg gegen die Ukraine die Beziehungen zu den westlichen Teilnehmern schwer belastet. Die Gruppe umfasst 19 Staaten sowie die EuropÀische Union und die Afrikanische Union. Ein persönliches Erscheinen Putins könnte deshalb die Frage verschÀrfen, wie die G20 mit einem Mitglied umgeht, gegen dessen Politik viele andere Teilnehmer vorgehen.
Bezug zum Ukraine-Krieg
Die Einladung steht zudem im Zusammenhang mit den BemĂŒhungen der USA, eine Lösung fĂŒr den seit Februar 2022 andauernden Krieg zu erreichen. Die Ukraine signalisiert GesprĂ€chsbereitschaft, wĂ€hrend Moskau zuletzt eine begrenzte Waffenruhe fĂŒr Angriffe auf Energieanlagen zurĂŒckgewiesen hat. Ein Gipfeltreffen könnte neue GesprĂ€chskanĂ€le eröffnen, wĂ€re aber kein Ersatz fĂŒr konkrete Vereinbarungen ĂŒber Waffenruhe, Sicherheit und territoriale Fragen.
FĂŒr die internationale Wirtschaftspolitik wĂ€re die Teilnahme ebenfalls bedeutsam: Die G20 koordiniert unter anderem Fragen von Wachstum, Finanzen und Handel. Der Gipfel in Miami könnte daher zeigen, ob die Mitglieder trotz des politischen Konflikts gemeinsame BeschlĂŒsse ermöglichen oder ob der Streit ĂŒber Russlands Krieg die Beratungen dominiert.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
MDR: âDienstag: EU verlĂ€ngert Russland-Sanktionen gleich um drei Jahreâ (23.09.2026)
Der Bericht habe im Zusammenhang mit dem Treffen von Trump und Selenskyj dargestellt, Putin sei bereit zu einem Treffen, wenn er zum G20-Gipfel in Miami eingeladen werde. Anders als die dpa-Meldung habe der Beitrag den Vorgang vor allem in den Kontext der US-Sanktionspolitik und der GesprĂ€che ĂŒber eine Waffenruhe eingeordnet.
tagesschau: âTrump und Selenskyj sprechen ĂŒber Deeskalation mit Russlandâ (23.09.2026)
Der Bericht betone die diplomatischen GesprÀche am Rande der UN-Generalversammlung und hebe Selenskyjs Bereitschaft zu einer begrenzten Waffenruhe sowie zu einem Treffen mit Putin und Trump hervor. Die Einladung zum G20-Gipfel bestÀtige er im weiteren Zusammenhang, setze den Schwerpunkt jedoch stÀrker auf mögliche Verhandlungen und die geplante Begegnung Rubios mit Sergej Lawrow.
Beide BeitrĂ€ge stellten die Einladung beziehungsweise ihre Voraussetzung in den Zusammenhang amerikanischer VermittlungsbemĂŒhungen. Unterschiedlich gewichtet wĂŒrden vor allem der Sanktionskonflikt, die vorgeschlagene Waffenruhe und die Frage, ob aus den diplomatischen Kontakten konkrete Fortschritte fĂŒr ein Kriegsende entstehen könnten.
